Ein junger Geselle des VEB Bau schreibt Geschichte
In diesem Beitrag werfen wir einen spannenden Blick zurück in die 1980er Jahre unserer Region. Oft sind es die persönlichen Geschichten einzelner Menschen, die die Historie unserer Stadt Nauen am lebendigsten machen. Eine solche Geschichte ist die von Udo Lehnecker.
Als fast 19-jähriger Maurer aus dem benachbarten Brieselang war Udo ein hervorragendes Beispiel für die handwerkliche Qualität aus unserer Region. Nach zehn Jahren Schule absolvierte er seine handwerkliche Lehre im VEB Bau Nauen. Dass in diesem Betrieb viel Wert auf eine gute Ausbildung gelegt wurde, zeigte sich an Udos Ergebnissen: Für sein Gesellenstück erhielt er die Note Zwei, und sein Lehrmeister verabschiedete ihn mit einer tadellosen Beurteilung in das Berufsleben.
Oft sind es die persönlichen Geschichten einzelner Menschen, die die Historie unserer Stadt Nauen am lebendigsten machen.
Diese solide Nauener Ausbildung öffnete dem jungen Handwerker im September 1986 besondere Türen. Als Delegierter aus dem Kreis Nauen zog es ihn im Rahmen der „FDJ-Initiative Berlin“ direkt in die Hauptstadt, um am historischen Nikolaiviertel – der Wiege Berlins – mitzubauen.
Besonders interessant für unsere Stadtgeschichte ist die enge Nauener Verbundenheit seiner damaligen Truppe: Udo arbeitete in Berlin in der Jugendbrigade von Karl-Heinz Michaelis, deren Männer er bereits von einer wichtigen Baustelle in der Heimat, dem Bau des Nauener Feierabendheims, bestens kannte. Auf den Berliner Baustellen fiel der junge Geselle durch großen Fleiß und Ehrgeiz auf. Egal ob beim Mauern oder beim anspruchsvollen Kunstputz in den schmalen Gängen des historischen Berliner „Nußbaum“ – seine Geschicklichkeit brachte ihm viel Lob von älteren Kollegen und Meistern ein. Sein klares Ziel, gestärkt durch das handwerkliche Fundament aus Nauen: eines Tages selbst den Meistertitel zu erlangen.
Ein vergessenes Stück Stadtgeschichte: Der VEB Bau Nauen
Udos Weg vom Lehrling in Nauen hin zum gefragten Facharbeiter beim Wiederaufbau des Berliner Nikolaiviertels ist beeindruckend. Doch sie wirft für uns heimatgeschichtlich Interessierte eine noch viel spannendere Frage auf: Welche Rolle spielte eigentlich der VEB Bau Nauen in der Historie unserer Stadt?
Wir wissen durch Berichte wie den von Udo Lehnecker, dass der Betrieb nicht nur lokale Projekte wie das Feierabendheim umsetzte, sondern auch hervorragende Fachkräfte ausbildete, die bei prestigeträchtigen Bauvorhaben in der Hauptstadt eingesetzt wurden. Der VEB Bau Nauen war offensichtlich eine wichtige Kaderschmiede und ein wirtschaftlicher Motor unserer Region. Dennoch ist das Wissen über diesen Betrieb heute vielerorts verblasst.
Wir brauchen eure Hilfe! Lasst uns gemeinsam forschen:
Wir möchten dieses Kapitel der Nauener Stadtgeschichte wieder aufschlagen und tiefer in die Historie des VEB Bau Nauen eintauchen. Dafür sind wir auf eure Erinnerungen angewiesen:
- Habt ihr oder eure Verwandten selbst im VEB Bau Nauen gearbeitet oder dort gelernt?
- Erinnert ihr euch an alte Baustellen in und um Nauen, wie das erwähnte Feierabendheim?
- Gibt es auf euren Dachböden noch alte Fotos von Brigaden, Lehrlingsfeiern oder Bauprojekten des Betriebes?
Schreibt uns eure Anekdoten in die Kommentare oder schickt uns eine Nachricht! Helft mit, die spannende Geschichte des VEB Bau Nauen und seiner vielen fleißigen Handwerker vor dem Vergessen zu bewahren. Wir freuen uns auf eure Geschichten!
An der Wiege Berlins – VEB Bau Nauen Serie Teil 1
Nauener Handwerkskunst im Herzen Berlins – VEB Bau Nauen Serie Teil 2
(… in Kürze) Nauener Hände am Fundament Berlins – VEB Bau Nauen Serie Teil 4
