Da durch den Brand von 1695 kein Gebäude Nauens älter als 260 Jahre sein kann, besitzen wir im Unterbau des Turmes sowie in den Umfassungsmauern der St. Jakobikirche, die die Brände überlebten und ins 14. Jahrhundert weisen, des älteste Bauwerk.

Evangelische Kirche Nauen

Das jetzige Gebäude der St. Jakobikirche, das auf den erwähnten Mauern errichtet wurde, entstand mit seinem 55,26 m hohen Turm im Jahre 1712. Der Altar entstand 17o8 und der Taufstein 1724. Sie sind Zeugen der Barockzeit. Zur Vorgeschichte unserer jetzigen St. Jakobikirche ist zu sagen, dass wahrscheinlich auch das in der Urkunde von 981 erwähnte „Castell Nienburg“ bald nach der Errichtung des Bistums Brandenburg eine Kirche gehabt hat. Wissen wir doch aus der Geschichte, dass den Säbeln raubgieriger deutscher Fürsten immer die Kirche auf dem Fuße folgte. Tiebel vermutet, dass diese Kirche durch den Wendenaufstand im Jahre 983 wieder zerstört wurde. In Brandenburgischen Urkunden wird der erste Nauener Pfarrer im Jahre 1186 erwähnt. Propst Heinrich zu Brandenburg gestattete im Jahre 1326 die Stiftung einer „Capelle des Heiligen Blutes“. Das Geld für den Bau der Kirche musste allerdings die Stadt selbst aus den Dammpfennigen (Chausseegeld) aufbringen. Diese stand wahrscheinlich auf dem Gelände der heutigen St. Jakobikirche. In einer Urkunde der Stadt Neuen wird vom Bau einer Nikolei-Kapelle vor dem Dammtor gesprochen. Sie wurde sicher in der Nähe des St. Georgen-Hospitals errichtet. Diese Urkunde ist am 3.8.1375 datiert. Das St. Georg- Hospital hieß früher im Volksmund „Der Siechenhof“, weil im 15. Jahrhundert, als die Pest in Neuen herrschte, die Kranken dahin gebracht wurden.

Katholische Kirche Nauen

Die Reformation wurde in Nauen 1539 eingeführt. Des Gebäude der im romanischen Basiliken-Stil erbauten katholischen St.- Peter-und Paul-Kirche stammt aus dem Jahre 1904/1907. Die Jüdische Gemeinde besteht in Nauen seit 1315, wo auf Erlaubnis des Markgrafen Waldemar, der dafür ein hohes Schutzgeld einsteckte, zwei Juden nach Nauen kamen. Die Jüdische Gemeinde hatte wahrscheinlich zunächst nur einen Betraum und erbaute sich im Jahre 1800 einen Tempel in der Potsdamer Straße. 1819 wurde für die Juden ein eigener Begräbnisplatz am Weinberg angelegt. Der Judenkirchhof weist auf eine frühere jüdische Begräbnisstätte hin.

Quelle: Aufzeichnungen Fritz Warncke (†2017)