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	<title>Funkstadt Nauen</title>
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	<title>Funkstadt Nauen</title>
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		<title>Von Nauen an die Wiege Berlins &#8211; VEB Bau Nauen Serie Teil 3</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Oct 2026 13:50:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nauen Ausführlich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein junger Geselle des VEB Bau schreibt Geschichte In diesem Beitrag werfen wir einen spannenden Blick zurück in die 1980er Jahre unserer Region. Oft sind es die persönlichen Geschichten einzelner Menschen, die die Historie unserer Stadt Nauen am lebendigsten machen. Eine solche Geschichte ist die von Udo Lehnecker. Als fast 19-jähriger Maurer aus dem benachbarten [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nauen.eu/von-nauen-an-die-wiege-berlins/">Von Nauen an die Wiege Berlins &#8211; VEB Bau Nauen Serie Teil 3</a> erschien zuerst auf <a href="https://nauen.eu">Funkstadt Nauen</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Ein junger Geselle des VEB Bau schreibt Geschichte</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>In diesem Beitrag werfen wir einen spannenden Blick zurück in die 1980er Jahre unserer Region. Oft sind es die persönlichen Geschichten einzelner Menschen, die die Historie unserer Stadt Nauen am lebendigsten machen. Eine solche Geschichte ist die von Udo Lehnecker.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Als fast 19-jähriger Maurer aus dem benachbarten Brieselang war Udo ein hervorragendes Beispiel für die handwerkliche Qualität aus unserer Region. Nach zehn Jahren Schule absolvierte er seine handwerkliche Lehre im <em>VEB Bau Nauen</em>. Dass in diesem Betrieb viel Wert auf eine gute Ausbildung gelegt wurde, zeigte sich an Udos Ergebnissen: Für sein Gesellenstück erhielt er die Note Zwei, und sein Lehrmeister verabschiedete ihn mit einer tadellosen Beurteilung in das Berufsleben.</strong></p>



<span id="more-1704"></span>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Oft sind es die persönlichen Geschichten einzelner Menschen, die die Historie unserer Stadt Nauen am lebendigsten machen.</strong></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Diese solide Nauener Ausbildung öffnete dem jungen Handwerker im September 1986 besondere Türen<sup></sup>. Als Delegierter aus dem Kreis Nauen zog es ihn im Rahmen der „FDJ-Initiative Berlin“ direkt in die Hauptstadt, um am historischen Nikolaiviertel – der Wiege Berlins – mitzubauen<sup></sup>.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_nussbaum_udo-lehnecker.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="847" height="1024" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_nussbaum_udo-lehnecker-847x1024.png" alt="VEB Bau Nauen Nikolaiviertel Berlin Gasthaus &quot;Nussbaum&quot; Udo Lehnecker" class="wp-image-1743" style="width:300px;height:auto" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_nussbaum_udo-lehnecker-847x1024.png 847w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_nussbaum_udo-lehnecker-248x300.png 248w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_nussbaum_udo-lehnecker-768x928.png 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_nussbaum_udo-lehnecker-676x817.png 676w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_nussbaum_udo-lehnecker.png 947w" sizes="(max-width: 847px) 100vw, 847px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">VEB Bau Nauen Nikolaiviertel Berlin Gasthaus &#8222;Nussbaum&#8220; Udo Lehnecker</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Besonders interessant für unsere Stadtgeschichte ist die enge Nauener Verbundenheit seiner damaligen Truppe: Udo arbeitete in Berlin in der Jugendbrigade von Karl-Heinz Michaelis, deren Männer er bereits von einer wichtigen Baustelle in der Heimat, dem Bau des Nauener Feierabendheims, bestens kannte<sup></sup>. Auf den Berliner Baustellen fiel der junge Geselle durch großen Fleiß und Ehrgeiz auf<sup></sup>. Egal ob beim Mauern oder beim anspruchsvollen Kunstputz in den schmalen Gängen des historischen Berliner „Nußbaum“ – seine Geschicklichkeit brachte ihm viel Lob von älteren Kollegen und Meistern ein<sup></sup>. Sein klares Ziel, gestärkt durch das handwerkliche Fundament aus Nauen: eines Tages selbst den Meistertitel zu erlangen<sup></sup>.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Ein vergessenes Stück Stadtgeschichte: Der VEB Bau Nauen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Udos Weg vom Lehrling in Nauen hin zum gefragten Facharbeiter beim Wiederaufbau des Berliner Nikolaiviertels ist beeindruckend<sup></sup>. Doch sie wirft für uns heimatgeschichtlich Interessierte eine noch viel spannendere Frage auf: Welche Rolle spielte eigentlich der <strong>VEB Bau Nauen</strong> in der Historie unserer Stadt?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir wissen durch Berichte wie den von Udo Lehnecker, dass der Betrieb nicht nur lokale Projekte wie das Feierabendheim umsetzte, sondern auch hervorragende Fachkräfte ausbildete, die bei prestigeträchtigen Bauvorhaben in der Hauptstadt eingesetzt wurden<sup></sup>. Der VEB Bau Nauen war offensichtlich eine wichtige Kaderschmiede und ein wirtschaftlicher Motor unserer Region. Dennoch ist das Wissen über diesen Betrieb heute vielerorts verblasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wir brauchen eure Hilfe! Lasst uns gemeinsam forschen:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir möchten dieses Kapitel der Nauener Stadtgeschichte wieder aufschlagen und tiefer in die Historie des VEB Bau Nauen eintauchen. Dafür sind wir auf eure Erinnerungen angewiesen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Habt ihr oder eure Verwandten selbst im VEB Bau Nauen gearbeitet oder dort gelernt?</li>



<li>Erinnert ihr euch an alte Baustellen in und um Nauen, wie das erwähnte Feierabendheim?</li>



<li>Gibt es auf euren Dachböden noch alte Fotos von Brigaden, Lehrlingsfeiern oder Bauprojekten des Betriebes?</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Schreibt uns eure Anekdoten in die Kommentare oder schickt uns eine Nachricht! Helft mit, die spannende Geschichte des VEB Bau Nauen und seiner vielen fleißigen Handwerker vor dem Vergessen zu bewahren. Wir freuen uns auf eure Geschichten!</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://nauen.eu/veb-bau-an-der-wiege-berlins/" data-type="post" data-id="1708"><strong>An der Wiege Berlins – VEB Bau Nauen Serie Teil 1</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://nauen.eu/nauener-handwerkskunst-im-herzen-berlins/" data-type="post" data-id="1699"><strong>Nauener Handwerkskunst im Herzen Berlins – VEB Bau Nauen Serie Teil 2</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph">(&#8230; in Kürze) Nauener Hände am Fundament Berlins – VEB Bau Nauen Serie Teil 4</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nauen.eu/von-nauen-an-die-wiege-berlins/">Von Nauen an die Wiege Berlins &#8211; VEB Bau Nauen Serie Teil 3</a> erschien zuerst auf <a href="https://nauen.eu">Funkstadt Nauen</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Nauener Handwerkskunst im Herzen Berlins &#8211; VEB Bau Nauen Serie Teil 2</title>
		<link>https://nauen.eu/nauener-handwerkskunst-im-herzen-berlins/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2026 05:11:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nauen Ausführlich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Karl-Heinz Michaelis und der VEB Bau Nauen Oft laufen wir durch unsere schöne Stadt und betrachten die Gebäude und Straßen, die unsere Heimat prägen. Wir erinnern uns an die Betriebe, die Nauen einst zu einem wirtschaftlichen Zentrum der Region machten. Doch wusstet ihr, dass Nauener Fachkräfte auch maßgeblich am Wiederaufbau einer der berühmtesten historischen Stätten [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nauen.eu/nauener-handwerkskunst-im-herzen-berlins/">Nauener Handwerkskunst im Herzen Berlins &#8211; VEB Bau Nauen Serie Teil 2</a> erschien zuerst auf <a href="https://nauen.eu">Funkstadt Nauen</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Karl-Heinz Michaelis und der VEB Bau Nauen</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Oft laufen wir durch unsere schöne Stadt und betrachten die Gebäude und Straßen, die unsere Heimat prägen. Wir erinnern uns an die Betriebe, die Nauen einst zu einem wirtschaftlichen Zentrum der Region machten. Doch wusstet ihr, dass Nauener Fachkräfte auch maßgeblich am Wiederaufbau einer der berühmtesten historischen Stätten Berlins beteiligt waren?</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Heute werfen wir einen Blick auf eine faszinierende Persönlichkeit unserer Stadtgeschichte und streifen dabei ein Kapitel, das in unserer lokalen Historie noch viel mehr Aufmerksamkeit verdient: <em>den VEB Bau Nauen.</em></strong></p>



<span id="more-1699"></span>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Der Stolz auf diese Arbeit war groß. Es tat ihm gut, sich vorzustellen, seinen sechs Enkeln später einmal zeigen zu können, was er und seine Nauener Kollegen im Herzen von Berlin erschaffen hatten.</p>
</blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Vom 10-jährigen Steppke zum „Helden der Arbeit“</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Geschichte beginnt im Nauen des Jahres 1945. Damals war Karl-Heinz Michaelis gerade einmal zehn Jahre alt. Fasziniert schaute der kleine „Steppke“ seinem Onkel, einem Maurer, bei der Arbeit zu. Aus kleinen Holzstückchen bastelte er sich seine eigenen Häuser – nicht ahnend, dass dies der Grundstein für eine beeindruckende Karriere sein sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1950 nahm er selbst die Kelle in die Hand und begann seine Lehre als Stift. Es waren die harten, aber prägenden Aufbaujahre. Gemeinsam mit seinem strengen, aber gerechten Lehrmeister Otto Münchow riss er beispielsweise in Staaken die Rollbahn eines alten Naziflugplatzes auf, um mit den Steinen ein Krankenhaus zu errichten. Aus Trümmern Neues erschaffen – das wurde für Michaelis zum Symbol einer neuen Zeit.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_nussbaum_karl-heinz-michaelis.jpg"><img decoding="async" width="925" height="1024" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_nussbaum_karl-heinz-michaelis-925x1024.jpg" alt="Karl-Heinz Michaelis Brigadier beim VEB Bau Nauen, hier vorm Rohbau des &quot;Nussbaums&quot; im Berliner Nikolaiviertel." class="wp-image-1735" style="width:300px;height:auto" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_nussbaum_karl-heinz-michaelis-925x1024.jpg 925w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_nussbaum_karl-heinz-michaelis-271x300.jpg 271w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_nussbaum_karl-heinz-michaelis-768x851.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_nussbaum_karl-heinz-michaelis-676x749.jpg 676w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_nussbaum_karl-heinz-michaelis.jpg 939w" sizes="(max-width: 925px) 100vw, 925px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Karl-Heinz Michaelis Brigadier beim VEB Bau Nauen, hier vorm Rohbau des &#8222;Nussbaums&#8220; im Berliner Nikolaiviertel.</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Über Stationen in der LPG Grünefeld, wo er bereits Anfang der 60er Jahre Verantwortung als Brigadier übernahm, führte ihn sein Weg schließlich zurück in seine Heimatstadt: zum VEB Bau Nauen. Hier fand er seine berufliche Heimat. 1984 wurde ihm für seinen unermüdlichen Einsatz sogar die hohe Auszeichnung „Held der Arbeit“ verliehen. Für ihn eine Überraschung, für seine Kollegen eine Selbstverständlichkeit, denn wie sein bester Freund Günter Gliewe treffend sagte: „Arbeit ist sein größtes Hobby.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der VEB Bau Nauen am Nikolaiviertel</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die wahre Strahlkraft des VEB Bau Nauen zeigte sich in den 1980er Jahren bei einem echten Prestige-Projekt. Als rund um die sich aufreckende Nikolaikirche in Berlin das historische Nikolaiviertel neu entstand, waren es die Maurer und Zimmerleute aus Nauen, die dort ihr handwerkliches Können unter Beweis stellten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mitten im turbulenten Baualltag der Hauptstadt, an der zukünftigen Traditionsgaststätte „Nußbaum“, stand Karl-Heinz Michaelis mit seinem gelben Helm. Er leitete eine 13-köpfige Brigade, darunter viele junge Nauener, die beim Leistungswettbewerb der Jugendbrigaden ganz vorne mitmischten. Michaelis war ein Brigadier der alten Schule: Er forderte viel, legte Wert auf Ordnung und Sicherheit, blieb aber immer gerecht. Er hatte die besondere Art, seine Truppe „ohne große Worte zusammenzuhalten“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Stolz auf diese Arbeit war groß. Es tat ihm gut, sich vorzustellen, seinen sechs Enkeln später einmal zeigen zu können, was er und seine Nauener Kollegen im Herzen von Berlin erschaffen hatten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was bleibt vom VEB Bau Nauen?</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_schablone_gesims.png"><img decoding="async" width="1024" height="931" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_schablone_gesims-1024x931.png" alt="
Keine alltägliche Arbeit: Brigadier Karl-Heinz Michaelis, Maurer Richard Bäcker und Bauleiterin Heike Stingl (v. l. n. r.) prüfen hochkonzentriert eine selbstgebaute Schablone für den aufwendigen Kunstputz." class="wp-image-1722" style="width:300px;height:auto" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_schablone_gesims-1024x931.png 1024w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_schablone_gesims-300x273.png 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_schablone_gesims-768x698.png 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_schablone_gesims-676x615.png 676w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_schablone_gesims.png 1301w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><br><em>Keine alltägliche Arbeit: Brigadier Karl-Heinz Michaelis, Maurer Richard Bäcker und Bauleiterin Heike Stingl (v. l. n. r.) prüfen hochkonzentriert eine selbstgebaute Schablone für den aufwendigen Kunstputz.</em></figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Obwohl ihm die Arbeit in der Hauptstadt gefiel und er den täglichen Pendelweg auf sich nahm, stand für Karl-Heinz Michaelis immer fest: Nach seiner Zeit in Berlin, geplant war das Jahr 1990, wollte er wieder in seiner Heimatstadt Nauen „mit Hand anlegen“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und genau hier wird es für uns Lokalhistoriker richtig spannend! Die Geschichte von Karl-Heinz Michaelis und dem Berliner Nikolaiviertel ist nur <em>ein</em> faszinierendes Puzzleteil. Der VEB Bau Nauen hat nicht nur Glanzlichter in der Hauptstadt gesetzt, sondern über Jahrzehnte hinweg das Gesicht unserer Region Havelland geprägt.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das wirft spannende Fragen auf, die wir in Zukunft hier auf dem Blog gemeinsam ergründen wollen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Welche stadtprägenden Gebäude in Nauen verdanken wir eigentlich den Händen der Arbeiter des VEB Bau?</li>



<li>Wie war der Arbeitsalltag in diesem Nauener Großbetrieb wirklich organisiert?</li>



<li>Wer waren die anderen großen Persönlichkeiten, Meister und Brigadiere, die an der Seite von Männern wie Karl-Heinz Michaelis gearbeitet haben?</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Der VEB Bau Nauen ist ein Stück gelebte Stadtgeschichte, das nicht in Vergessenheit geraten darf.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Jetzt seid ihr gefragt!</strong> Habt ihr selbst im VEB Bau Nauen gearbeitet? Kennt ihr Verwandte oder Bekannte, die dort in der Maurer- oder Zimmerer-Brigade waren? Habt ihr vielleicht noch alte Fotos von Baustellen, Bauplänen oder Kollegenrunden?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schreibt es uns in die Kommentare oder schickt uns eine Nachricht. Lasst uns gemeinsam die Geschichte des VEB Bau Nauen wieder aufbauen – Stein für Stein!</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://nauen.eu/veb-bau-an-der-wiege-berlins/" data-type="post" data-id="1708"><strong>An der Wiege Berlins – VEB Bau Nauen Serie Teil 1</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>(&#8230; in Kürze)</strong> Von Nauen an die Wiege Berlins – VEB Bau Nauen Serie Teil 3</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>(&#8230; in Kürze)</strong> Nauener Hände am Fundament Berlins – VEB Bau Nauen Serie Teil 4</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
		<item>
		<title>An der Wiege Berlins &#8211; VEB Bau Nauen Serie Teil 1</title>
		<link>https://nauen.eu/veb-bau-an-der-wiege-berlins/</link>
		
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2026 10:07:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfohlen]]></category>
		<category><![CDATA[Nauen Ausführlich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wie Handwerker vom VEB Bau Nauen das Nikolaiviertel wiederaufbauten. Berlin feiert seine Geschichte, und das Nikolaiviertel ist sein steinernes Herzstück. Wenn heute unzählige Touristen und Einheimische durch die engen Gassen am Spreeufer schlendern, bewundern sie ein architektonisches Ensemble, das erst im Vorfeld der 750-Jahr-Feier Berlins im Jahr 1987 seine heutige Form erhielt. Doch der historische [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nauen.eu/veb-bau-an-der-wiege-berlins/">An der Wiege Berlins &#8211; VEB Bau Nauen Serie Teil 1</a> erschien zuerst auf <a href="https://nauen.eu">Funkstadt Nauen</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Wie Handwerker vom VEB Bau Nauen das Nikolaiviertel wiederaufbauten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Berlin feiert seine Geschichte, und das Nikolaiviertel ist sein steinernes Herzstück. Wenn heute unzählige Touristen und Einheimische durch die engen Gassen am Spreeufer schlendern, bewundern sie ein architektonisches Ensemble, das erst im Vorfeld der 750-Jahr-Feier Berlins im Jahr 1987 seine heutige Form erhielt. Doch der historische Glanz von Bürgerhäusern und Traditionsgaststätten ist nicht nur das Ergebnis ehrgeiziger Stadtplanung, sondern vor allem ein Zeugnis meisterhafter Handwerkskunst. Ein besonderer Dank gebührt dabei den Bauleuten aus Brandenburg – genauer gesagt, den Fachkräften des VEB Bau Nauen.</strong></p>



<span id="more-1708"></span>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Die Gestaltung der historischen Fassaden erforderte von den Maurern ein Höchstmaß an Präzision und den Einsatz fast vergessener Handwerkstechniken.</p>
</blockquote>



<h2 class="wp-block-heading">Das Prestigeprojekt zum Stadtjubiläum 1987</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Nikolaiviertel gilt als die Keimzelle der Doppelstadt Berlin-Cölln, deren erste urkundliche Erwähnung auf das Jahr 1237 zurückgeht. Nachdem das historische Areal im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört worden war, lag es jahrzehntelang brach. Anfang der 1980er Jahre beschloss die DDR-Führung im Zuge eines veränderten Städtebaus, dem historischen Ort neues Leben einzuhauchen. Die Neuerrichtung sollte rechtzeitig zum großen 750-jährigen Jubiläum der Stadt im Jahr 1987 abgeschlossen sein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es entstand ein einzigartiges Stadtquartier, das moderne Bauweisen mit historisierender Architektur verband. An diesem monumentalen Vorhaben waren Bautrupps aus der ganzen Republik beteiligt. Mittendrin leisteten 20 Maurer und Zimmerleute des VEB Bau Nauen einen entscheidenden Beitrag<sup></sup>. Sie arbeiteten unter anderem mit enormer Hingabe an diversen Bürgerhäusern sowie an den prominenten Gaststätten „Gerichtslaube“ und „Nußbaum“<sup></sup>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Eine junge Frau führt Regie auf der Großbaustelle</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Bauen ist ein hartes Geschäft, und die Baustelle im Nikolaiviertel bildete da keine Ausnahme. Bemerkenswert war jedoch die personelle Führung der Nauener Delegation. Die Bauleitung übernahm Heike Stingl, die im Frühjahr 1986 im Alter von erst 24 Jahren als frisch diplomierte Bauingenieurin direkt von der Hochschule auf die Großbaustelle kam<sup></sup>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die junge Bauleiterin stand vor der anfänglichen Herausforderung, sich den Respekt und das Vertrauen der durchweg älteren und erfahreneren männlichen Kollegen erst erkämpfen zu müssen<sup></sup>. Mit fachlichem Geschick, einer klaren Ordnungsliebe und der nötigen Portion Durchsetzungsvermögen gelang ihr dies jedoch schnell. Auch beim Thema Arbeitsschutz kannte sie keine Kompromisse: Das Tragen von Schutzhelmen setzte sie auf der Baustelle konsequent durch, notfalls mit der strengen Androhung einer Geldstrafe von 50 Mark<sup></sup>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Historie der „Gerichtslaube“ – Vom Mittelalter zur modernen Gastlichkeit</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_gerichtslaube.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="665" height="1017" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_gerichtslaube.png" alt="Ein hoch aufragendes Baugerüst im winterlichen Nikolaiviertel zeugt von der enormen handwerklichen Herausforderung, historische Fassaden originalgetreu wiedererstehen zu lassen." class="wp-image-1721" style="width:200px;height:auto" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_gerichtslaube.png 665w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_gerichtslaube-196x300.png 196w" sizes="auto, (max-width: 665px) 100vw, 665px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Ein hoch aufragendes Baugerüst im winterlichen Nikolaiviertel zeugt von der enormen handwerklichen Herausforderung, historische Fassaden originalgetreu wiedererstehen zu lassen.</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Eines der markantesten Projekte der Nauener Handwerker war die Neuerrichtung der „Gerichtslaube“. Der historische Hintergrund dieses Baus ist düster und faszinierend zugleich: Im Mittelalter wurde in der ursprünglichen Gerichtslaube Recht gesprochen<sup></sup>. Verurteilte Straftäter wurden damals unter dem sogenannten Spottvogel „Kaak“ in Ketten gelegt und auf diese Weise dem Zorn des Volkes ausgeliefert<sup></sup>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als zwischen 1861 und 1870 das alte Berliner Rathaus abgerissen wurde, um Platz für das heutige Rote Rathaus zu schaffen, wurde auch die alte Gerichtslaube abgerissen<sup></sup>. Einige Teile der originalen Bausubstanz wurden jedoch gerettet und in den Babelsberger Park abtransportiert<sup></sup>. Dort entstand später nach den Entwürfen des Architekten Strack ein veränderter, noch heute sichtbarer Bau<sup></sup>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die neu geplante Berliner Gaststätte „Gerichtslaube“ im Nikolaiviertel sollte diese historischen Elemente wieder aufgreifen und mit gemütlicher Gastlichkeit vereinen<sup></sup>. Die Arbeit der Bauleute aus Nauen war ein voller Erfolg: Kurz vor Weihnachten im Jahr 1986 fielen die Gerüste, und die Nauener konnten die fertige Laube feierlich an die nachfolgenden Gewerke übergeben<sup></sup>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Meisterhaftes Mauerwerk und das Geheimnis alter Lehrbücher</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gestaltung der historischen Fassaden erforderte von den Maurern ein Höchstmaß an Präzision und den Einsatz fast vergessener Handwerkstechniken. Besonders das Ziehen von Gesimsen und die Erstellung des Zierputzes rund um die Fenster waren keine alltäglichen Arbeiten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_schablone_gesims.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="931" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_schablone_gesims-1024x931.png" alt="Keine alltägliche Arbeit: Brigadier Karl-Heinz Michaelis, Maurer Richard Bäcker und Bauleiterin Heike Stingl (v. l. n. r.) prüfen hochkonzentriert eine selbstgebaute Schablone für den aufwendigen Kunstputz." class="wp-image-1722" style="width:300px;height:auto" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_schablone_gesims-1024x931.png 1024w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_schablone_gesims-300x273.png 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_schablone_gesims-768x698.png 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_schablone_gesims-676x615.png 676w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_schablone_gesims.png 1301w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Keine alltägliche Arbeit: Brigadier Karl-Heinz Michaelis, Maurer Richard Bäcker und Bauleiterin Heike Stingl (v. l. n. r.) prüfen hochkonzentriert eine selbstgebaute Schablone für den aufwendigen Kunstputz.</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Um diese Kunstfertigkeit wiederzubeleben, wurde Improvisationstalent benötigt. Der Maurer Richard Bäcker, der bereits seit dem Jahr 1956 als Facharbeiter tätig war, griff auf sein Wissen aus den Lehrjahren zurück<sup></sup>. Er grub eigens für den Einsatz in Berlin seine alten Lehrbücher aus den 1950er Jahren wieder aus<sup></sup>. In diesen historischen Fachbüchern fanden sich noch die exakten Zeichnungen und Anleitungen, die notwendig waren, um die Schablonen für den anspruchsvollen Kunstputz in Eigenregie herzustellen<sup></sup>. Gemeinsam mit dem Brigadier Karl-Heinz Michaelis setzten sie diese alten Techniken meisterhaft in die Praxis um<sup></sup>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zimmermannskunst und die Förderung der Jugend des VEB Bau Nauen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei den Holzarbeiten war immense Erfahrung gefragt. Hier führte Leo Kurtz Regie, ein Zimmermanns-Brigadier Mitte 50, der zu diesem Zeitpunkt bereits seit zehn Jahren auf Berliner Baustellen im Einsatz war<sup></sup>. Sein erstes Jahr in der Zimmermannszunft war das Jahr 1948 gewesen<sup></sup>. Auf dem Dach der künftigen Gaststätte „Nußbaum“ arbeitete er konzentriert an der Seitenverschalung für eines der Giebelfenster<sup></sup>. Kurtz war nicht nur ein Meister seines Fachs, der seinen Beruf liebte, sondern auch ein hervorragender Mentor für den Nachwuchs<sup></sup>.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_nussbaum.png"><img loading="lazy" decoding="async" width="517" height="922" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_nussbaum.png" alt="Zimmermanns-Brigadier Leo Kurtz prüft das Holz auf dem Dach der zukünftigen Gaststätte „Nußbaum“, bevor er mit seinem Bleistift die exakten Markierungen für das Giebelfenster setzt." class="wp-image-1723" style="width:200px;height:auto" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_nussbaum.png 517w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/10/veb-bau-nauen_nikolaiviertel-berlin_nussbaum-168x300.png 168w" sizes="auto, (max-width: 517px) 100vw, 517px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Zimmermanns-Brigadier Leo Kurtz prüft das Holz auf dem Dach der zukünftigen Gaststätte „Nußbaum“, bevor er mit seinem Bleistift die exakten Markierungen für das Giebelfenster setzt.</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Kurtz verstand es meisterhaft, sein Wissen an die nächste Generation weiterzugeben und die jungen Kollegen zu motivieren. Einer seiner begeisterten Schützlinge war der erst 18-jährige Jungfacharbeiter Udo Lehnecker<sup></sup>. Der junge Handwerker war über die „FDJ-Initiative Berlin“ auf die Großbaustelle gekommen<sup></sup>. Die anspruchsvolle Arbeit an der Gerichtslaube empfand er als eine wirklich gute Schule, bei der er durch das Zusehen bei den erfahrenen Bauhasen das richtige Putzen und Gesimsziehen von der Pike auf lernte<sup></sup>. Die alten Lehrbücher von Richard Bäcker erwiesen sich dabei als wahre Fundgrube für ihn und die anderen jungen Handwerker<sup></sup>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein Vermächtnis, das bleibt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn wir heute durch das Nikolaiviertel flanieren, sehen wir weit mehr als nur eine gelungene städtebauliche Rekonstruktion der 1980er Jahre. Wir blicken auf das handwerkliche Erbe von Menschen, die mit Herzblut, alten Lehrbüchern und unermüdlichem Fleiß ein Stück Stadtgeschichte geformt haben. Die Maurer und Zimmerleute des VEB Bau Nauen haben nicht nur Steine und Balken geschichtet – sie haben Berlins <a href="https://nauen.eu/ueber-die-politische-und-wirtschaftliche-entwicklung-der-stadt-nauen/" data-type="post" data-id="644">historischer Seele</a> ein neues, greifbares Gesicht verliehen. Ein Grund mehr, beim nächsten Spaziergang an der Spree kurz innezuhalten und die meisterhaften Gesimse und Dachfirste mit einer tiefen Wertschätzung zu betrachten.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://nauen.eu/nauener-handwerkskunst-im-herzen-berlins/" data-type="post" data-id="1699"><strong>Nauener Handwerkskunst im Herzen Berlins – VEB Bau Nauen Serie Teil 2</strong></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>(&#8230; in Kürze)</strong> Von Nauen an die Wiege Berlins – VEB Bau Nauen Serie Teil 3</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>(&#8230; in Kürze)</strong> Nauener Hände am Fundament Berlins – VEB Bau Nauen Serie Teil 4</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nauen.eu/veb-bau-an-der-wiege-berlins/">An der Wiege Berlins &#8211; VEB Bau Nauen Serie Teil 1</a> erschien zuerst auf <a href="https://nauen.eu">Funkstadt Nauen</a>.</p>
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		<title>Nauen: Eine Stadt, die sich &#8222;freigekauft&#8220; hat!</title>
		<link>https://nauen.eu/nauen-eine-stadt-die-sich-freigekauft-hat/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Mar 2026 16:06:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfohlen]]></category>
		<category><![CDATA[kurz & knapp]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hättest du gedacht, dass unsere Stadtgeschichte mit einem gigantischen Deal begann? Im Jahr 1292 hieß es in Nauen: Zahlen oder kein Stadtrecht! Die Einwohner mussten tief in die Tasche greifen, um den Markgrafen Otto und Conradus ihr Stadtrecht abzuluchsen. 222 Pfund Silberpfennige und 15 Silbermark flossen damals in die Kassen des Adels. Klingt nach viel? [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nauen.eu/nauen-eine-stadt-die-sich-freigekauft-hat/">Nauen: Eine Stadt, die sich &#8222;freigekauft&#8220; hat!</a> erschien zuerst auf <a href="https://nauen.eu">Funkstadt Nauen</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/03/619829566_1342496987916128_6277320048132167022_n-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="918" height="640" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/03/619829566_1342496987916128_6277320048132167022_n-1.jpg" alt="" class="wp-image-1405" style="width:300px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/03/619829566_1342496987916128_6277320048132167022_n-1.jpg 918w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/03/619829566_1342496987916128_6277320048132167022_n-1-300x209.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/03/619829566_1342496987916128_6277320048132167022_n-1-768x535.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/03/619829566_1342496987916128_6277320048132167022_n-1-676x471.jpg 676w" sizes="auto, (max-width: 918px) 100vw, 918px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Hättest du gedacht, dass unsere Stadtgeschichte mit einem gigantischen Deal begann? Im Jahr 1292 hieß es in Nauen: Zahlen oder kein Stadtrecht!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einwohner mussten tief in die Tasche greifen, um den Markgrafen Otto und Conradus ihr Stadtrecht abzuluchsen. 222 Pfund Silberpfennige und 15 Silbermark flossen damals in die Kassen des Adels. Klingt nach viel? Es war ein Vermögen!</p>



<span id="more-1404"></span>



<h2 class="wp-block-heading">Was war dieser Preis heute wert?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Man kann das auf zwei Arten rechnen – und beide sind absolut beeindruckend:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der reine &#8222;Bling-Bling&#8220;-Wert: Hätten wir die 85 kg Silber heute im Tresor, entspräche das einem Materialwert von rund 221.000 Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wahre Kaufkraft (Der &#8222;Wahnsinns-Check&#8220;): Im Mittelalter war Silber viel seltener als heute. Für diese Summe hätte man damals:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über 20 stattliche Stadthäuser kaufen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine ganze Söldnertruppe für einen Kriegszug finanziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In heutigem Geldwert ausgedrückt: Wir reden hier von 2 bis 5 Millionen Euro!</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was gab es dafür?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als &#8222;Gegenleistung&#8220; bekamen die Nauener nicht nur das Recht, sich Stadt zu nennen, sondern auch 400 Hektar Land. Ein Investment, das sich über die Jahrhunderte definitiv ausgezahlt hat!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war kein Taschengeld, sondern eine Summe, die sonst nur Klöster oder der Hochadel bewegten. Nauen war also schon damals bereit, für seine Freiheit und Zukunft groß zu investieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Wilhelm Voigt wäre beinahe Hauptmann von Nauen</title>
		<link>https://nauen.eu/wilhelm-voigt-waere-beinahe-hauptmann-von-nauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jan 2024 06:23:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Persönlichkeiten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Hauptmann von Köpenick: Ein skurriles Kapitel deutscher Geschichte und die fast vergessene Verbindung zu Nauen Im Oktober 1906 sorgte der arbeitslose Schuster Wilhelm Voigt für eines der skurrilsten Kapitel in der deutschen Geschichte. Verkleidet als preußischer Hauptmann gelang es ihm, das Rathaus von Köpenick zu besetzen und die Stadtkasse zu konfiszieren. Doch was viele [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Der Hauptmann von Köpenick: Ein skurriles Kapitel deutscher Geschichte und die fast vergessene Verbindung zu Nauen</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="642" height="960" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2024/01/hauptmann_von_koepenick_in_nauen.jpg" alt="Der Hauptmann von Köpenick in Nauen" class="wp-image-1385" style="width:300px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2024/01/hauptmann_von_koepenick_in_nauen.jpg 642w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2024/01/hauptmann_von_koepenick_in_nauen-201x300.jpg 201w" sizes="auto, (max-width: 642px) 100vw, 642px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober 1906 sorgte der arbeitslose Schuster Wilhelm Voigt für eines der skurrilsten Kapitel in der deutschen Geschichte. Verkleidet als preußischer Hauptmann gelang es ihm, das Rathaus von Köpenick zu besetzen und die Stadtkasse zu konfiszieren. Doch was viele nicht wissen: Es gab einen kuriosen Zwischenfall, der beinahe dazu geführt hätte, dass Voigt nicht der Hauptmann von Köpenick, sondern der Hauptmann von Nauen wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte begann damit, dass Voigt, auf der Suche nach einem passenden Verkleidungsort für seinen schicksalhaften Coup, versehentlich in Nauen landete. Die örtlichen Behörden und Bürger waren allerdings aufgrund der Festivitäten zur Eröffnung der <a href="https://nauen.eu/funkstadt-nauen/">Großfunksendestelle</a> gut vorbereitet. In Nauen waren zu dieser Zeit Polizei, Soldaten und hochrangige Persönlichkeiten versammelt, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen.</p>



<span id="more-1340"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Als Voigt versuchte, Nauen zu übernehmen, wurde er prompt aufgegriffen. Die übermäßige Präsenz von Sicherheitskräften und hochrangigen Gästen machte seinen Plan zunichte, und die Situation wurde schnell entschärft. Voigt wurde ohne weiteres nach Köpenick überführt, wo er schließlich seinen legendären Streich durchführte.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Der Hauptmann von Köpenick</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die fast vergessene Verbindung zwischen dem Hauptmann von Köpenick und Nauen ist ein faszinierender Einblick in die kuriosen Wendungen der deutschen Geschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Das Missverständnis und der Zufall spielten eine entscheidende Rolle, als Voigt unabsichtlich in Nauen landete, einem Ort, der aufgrund seiner eigenen Feierlichkeiten vor dem Zugriff des falschen Hauptmanns geschützt war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute erinnern sich nur wenige an diese fast vergessene Anekdote. Die Verbindung zwischen dem Hauptmann von Köpenick und den Ereignissen in Nauen ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie unvorhersehbare Umstände den Verlauf der Geschichte beeinflussen können. Manchmal sind es die kleinen Details und die überraschenden Wendungen, die die Geschichte besonders machen und uns daran erinnern, dass das Schicksal oft über den Lauf der Dinge entscheidet, der später in den Geschichtsbüchern verewigt wird.</p>
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		<title>Die faszinierende Lebensgeschichte von Jürgen Drews</title>
		<link>https://nauen.eu/die-faszinierende-lebensgeschichte-von-juergen-drews/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jan 2024 06:09:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Persönlichkeiten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jürgen Drews ein echter Nauener? Am 2. April 1945, mitten in den Wirren des Zweiten Weltkriegs, erblickte Jürgen Drews im Krankenhaus von Nauen das Licht der Welt. Die Entscheidung seines Vaters, eines angesehenen Wehrmachtsarztes, war dabei entscheidend: Statt in einem der überfüllten Krankenhäuser in Berlin zur Welt zu kommen, sollte Jürgen Drews das Licht der [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nauen.eu/die-faszinierende-lebensgeschichte-von-juergen-drews/">Die faszinierende Lebensgeschichte von Jürgen Drews</a> erschien zuerst auf <a href="https://nauen.eu">Funkstadt Nauen</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="740" height="960" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2024/01/juergen_drews_ein_echter_nauener.jpg" alt="Jürgen Drews ein echter Nauener?" class="wp-image-1382" style="width:300px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2024/01/juergen_drews_ein_echter_nauener.jpg 740w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2024/01/juergen_drews_ein_echter_nauener-231x300.jpg 231w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2024/01/juergen_drews_ein_echter_nauener-676x877.jpg 676w" sizes="auto, (max-width: 740px) 100vw, 740px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Jürgen Drews ein echter Nauener? Am 2. April 1945, mitten in den Wirren des Zweiten Weltkriegs, erblickte Jürgen Drews im Krankenhaus von Nauen das Licht der Welt. Die Entscheidung seines Vaters, eines angesehenen Wehrmachtsarztes, war dabei entscheidend: Statt in einem der überfüllten <a href="https://nauen.eu/krankenhaus-nauen-liess-die-einwohnerzahl-steigen/">Krankenhäuser</a> in Berlin zur Welt zu kommen, sollte Jürgen Drews das Licht der Welt in dem nahegelegenen Nauen erblicken. Und so geschah es &#8211; seine hochschwangere Mutter brachte ihn vor den Toren Berlins zur Welt.</p>



<span id="more-1338"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Entscheidung, die damals aus der Not heraus getroffen wurde, trägt bis heute eine besondere Geschichte in sich. Die Frage, ob Jürgen Drews sich als echter Nauener bekennt, sorgt für Spekulationen und Diskussionen. Es ist schade, dass der erfolgreiche Entertainer sich bisher nicht zu seiner Verbindung mit Nauen bekannt hat. Doch vielleicht gibt es mehr zu dieser Geschichte, als bisher bekannt ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nauen, eine Stadt mit einer reichen Geschichte und einem historischen Hintergrund, hat sicherlich viele Geschichten zu erzählen. Abseits von Jürgen Drews gibt es in Nauen zahlreiche kulturelle und historische Höhepunkte, die die Stadt zu einem einzigartigen Ort machen. Von historischen Gebäuden bis hin zu lokalen Traditionen &#8211; Nauen hat viel zu bieten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Jürgen Drews ein echter Nauener?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es wäre interessant, mehr über die Einflüsse dieser kleinen Stadt auf Jürgen Drews&#8216; Leben zu erfahren. Vielleicht gibt es Aspekte seiner Jugend, die ihn nachhaltig geprägt haben und die bisher im Verborgenen blieben. Ein tieferer Blick in seine Vergangenheit könnte Licht auf die Frage werfen, warum er sich bisher nicht ausdrücklich als Nauener bekennt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Menschen in Nauen könnten stolz darauf sein, einen so erfolgreichen und bekannten Sohn der Stadt zu haben. Vielleicht liegt es an der Zeit, diese Verbindung zu betonen und die Geschichte von Jürgen Drews als Teil des Nauener Erbes anzuerkennen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt bleibt die Geschichte von Jürgen Drews&#8216; Geburt in Nauen ein faszinierender Einblick in die Vergangenheit und bietet Raum für weitere Entdeckungen. Die Frage nach seiner Zugehörigkeit zu Nauen könnte ein interessantes Kapitel in seiner Lebensgeschichte sein, das in Zukunft noch weiter erkundet wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Gebhard Eckler aus Nauen klagt an!</title>
		<link>https://nauen.eu/gebhard-eckler-aus-nauen-klagt-an/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Jan 2023 09:49:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ereignisse]]></category>
		<category><![CDATA[Nauen Ausführlich]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeiten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im September Anno 2001 jährte sich zum einhundertsten Male der Beginn der Präsentation Nauener- und havelländischer Geschichte im Rahmen eines Museums. Von mir dereinst höchstselbst ins Leben gerufen und mehr als zwanzig Jahre betreut. Eine gewisse Unruhe und auch Neugier überkam meinen Geist nach all den Jahren und es trieb mich an den Ort meines [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nauen.eu/gebhard-eckler-aus-nauen-klagt-an/">Gebhard Eckler aus Nauen klagt an!</a> erschien zuerst auf <a href="https://nauen.eu">Funkstadt Nauen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2023/01/gebhard-eckler-museumsdirektor-nauen.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="1000" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2023/01/gebhard-eckler-museumsdirektor-nauen.jpg" alt="Gebhard Eckler, Direktor des Stadtmuseums Nauen" class="wp-image-1354" style="width:250px;height:250px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2023/01/gebhard-eckler-museumsdirektor-nauen.jpg 1000w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2023/01/gebhard-eckler-museumsdirektor-nauen-300x300.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2023/01/gebhard-eckler-museumsdirektor-nauen-150x150.jpg 150w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2023/01/gebhard-eckler-museumsdirektor-nauen-768x768.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2023/01/gebhard-eckler-museumsdirektor-nauen-676x676.jpg 676w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Im September Anno 2001 jährte sich zum einhundertsten Male der Beginn der Präsentation Nauener- und havelländischer Geschichte im Rahmen eines Museums. Von mir dereinst höchstselbst ins Leben gerufen und mehr als zwanzig Jahre betreut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine gewisse Unruhe und auch Neugier überkam meinen Geist nach all den Jahren und es trieb mich an den Ort meines Lebens und Schaffens&#8230;in freudiger Erwartung, mein Lebenswerk gewachsen und aufs Beste vervollständigt zu sehen&#8230;</p>



<span id="more-1343"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wie musste ich mich doch wundern beim Besuch des von mir so geliebten Nauener Heimatmuseums! Bittere Tränen hätte ich vergießen wollen, angesichts dieser altehrwürdigen Stadt im havelländischen Luch, welcher offensichtlich sowohl der Stolz, als auch jegliches Interesse an der eigenen langen und durchaus bedeutungsvollen Geschichte abhanden gekommen schien.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="705" height="1024" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2023/01/gebhard-eckler-nauen-705x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1347" style="width:150px;height:218px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2023/01/gebhard-eckler-nauen-705x1024.jpg 705w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2023/01/gebhard-eckler-nauen-206x300.jpg 206w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2023/01/gebhard-eckler-nauen-768x1116.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2023/01/gebhard-eckler-nauen-1057x1536.jpg 1057w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2023/01/gebhard-eckler-nauen-676x983.jpg 676w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2023/01/gebhard-eckler-nauen.jpg 1409w" sizes="auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gebhard Eckler<br>gezeichnet: Mütrix</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Kaum Jemand wusste dieser Tage von weiter zurückliegender Zeit zu berichten, als seine Eltern sie erlebt hatten&#8230;vom Zustand des Museums in seinem einhundertsten Jahr ganz zu schweigen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gar bei der ersten Austellung im Realprogymnasium Anno 1901 übertraf meine Privatsammlung an Wert und Umfang bei Weitem den Anno 2001 im &#8222;Heimatmuseum&#8220; ausgestellten Tand und Krimskrams!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wo waren sie geblieben, all die Kleinodien und historischen Juwelen des Havellandes, die sich bis zum Ende meiner Tätigkeit als Museumsdirektor hier angesammelt hatten? Wo waren all die Bodenfunde aus germanischer und slawischer Zeit, wo waren die märkischen Volkstrachten und all die anderen Referenzen der heimischen Geschichte, welche einst von wohlwollenden Mitmenschen an dieses Museum gegeben wurden?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles in mir weigerte sich, in dieser &#8222;Ausstellung&#8220; ein Stadt- oder Heimatmuseum zu sehen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schock saß tief und ich wandte meiner einstigen Heimatstadt den Rücken zu, in der festen Absicht niemals wieder zurückzukehren&#8230;doch die Unzufiedenheit war stärker und trieb mich nach nochmals zehn Jahren wieder hierher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und siehe da, ganz offensichtlich hatte sich etwas getan in den Köpfen der einheimischen Bevölkerung! Nicht nur die Kultur der märkischen Bauern und Bürger wurde nun wieder recherchiert, aufbereitet und einer breiten Öffentlichkeit im Rahmen von historischen Festen und Stadtführungen präsentiert, sondern auch die semnonisch-germanische Frühgeschichte des Havellandes von geneigten Geistern erforscht und dargestellt!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbst wenn das Museum der Stadt Nauen bis dato diese Bezeichnung immer noch kaum verdient, sehe ich diesbezüglich hoffnungsvoll in die Zukunft, denn da wo ein Bewusstsein für Heimatgeschichte vorhanden ist, werden sich auch willige Unterstützer finden!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anno 2021 werde ich wiederkehren um die Fortschritte zu betrachten und mich am Interesse der Menschen zu erfreuen&#8230;</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>So schließe ich nun mit den Worten des großen J. W. Goethe:</strong></p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wer nicht von dreitausend Jahren<br>Sich weiß Rechenschaft zu geben<br>bleib im Dunkeln unerfahren<br>mag von Tag zu Tage leben&#8220;</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Euer Gebhard Eckler</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>(Die Geschichte ist fiktiv, der Hintergrund aber basiert auf einer wahren Begebenheit)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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			</item>
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		<title>Die Recherche zum Schicksal der Familie Homburger aus Nauen</title>
		<link>https://nauen.eu/die-recherche-zum-schicksal-der-familie-homburger-aus-nauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Dec 2022 04:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nauen Ausführlich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als gebürtiger Nauener interessiere ich mich schon immer für die Geschichte meiner Geburtsstadt. Meine große Leidenschaft ist das Sammeln von alten Ansichtskarten. Über diesen Weg lernte ich im Jahre 2018 Marco Strahlendorf kennen, der alte Fotos von Nauen auf seiner Facebookseite „Altstadt Nauen“ (heute „Funkstadt Nauen“) präsentierte. Wir erkannten schnell, dass wir beide die gleiche [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Als gebürtiger Nauener interessiere ich mich schon immer für die Geschichte meiner Geburtsstadt. Meine große Leidenschaft ist das Sammeln von alten Ansichtskarten. Über diesen Weg lernte ich im Jahre 2018 Marco Strahlendorf kennen, der alte Fotos von Nauen auf seiner Facebookseite „Altstadt Nauen“ (heute „Funkstadt Nauen“) präsentierte. Wir erkannten schnell, dass wir beide die gleiche Absicht verfolgen, interessante Zeitdokumente und die Geschichten dahinter der Öffentlichkeit zu zeigen und nicht wie Trophäen in Schubladen verschwinden zu lassen. Damit begann eine konstruktive Zusammenarbeit, die bis heute besteht.</p>



<span id="more-1311"></span>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="768" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/uwe-ulrich.jpg" alt="Verfasser Uwe Ulrich" class="wp-image-1315" style="width:192px;height:192px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/uwe-ulrich.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/uwe-ulrich-300x300.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/uwe-ulrich-150x150.jpg 150w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/uwe-ulrich-676x676.jpg 676w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Uwe Ulrich</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Über Marco lernte ich auch den Zeitzeugen Herrn Günther Mönke kennen, der 1923 in Nauen geboren wurde. Er erzählte mir Geschichten und Anekdoten aus erster Hand, die er in seinem Buch „Wie in einer Rumpelkammer“ veröffentlicht hat. Auch seine Freundschaft mit dem jüdischen Mitschüler Hans Homburger, mit dem er bis 1938 gemeinsam das Goethe-Gymnasium besuchte, wird darin erwähnt. Das Kapitel schließt mit dem Satz ab: „Einige Zeit danach waren er und seine Eltern spurlos aus Nauen verschwunden.“</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was trieb mich zu dieser Mammutaufgabe</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/ddr-visum-1988.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="462" height="450" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/ddr-visum-1988.jpg" alt="Hans Homburger DDR Visum 1988" class="wp-image-1310" style="width:231px;height:225px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/ddr-visum-1988.jpg 462w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/ddr-visum-1988-300x292.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 462px) 100vw, 462px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Hans Homburger DDR Visum von 1988</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">In verschiedenen Büchern und Broschüren über die Lokalgeschichte von Nauen wird auch über das jüdische Leben in Nauen geschrieben. Im Fall der Familie Homburger verliert sich aber immer wieder die Spur Anfang 1939. Auch die Recherchen von Frau Ursula Arzbächer aus Nauen, einer alteingesessenen Lehrerin und Lokalhistorikerin, aus dem Jahre 2001 brachten kein Licht ins Dunkel. Man wusste nur, dass die Homburgers überlebt haben müssen, da der Sohn Hans Homburger im Jahre 1988 seine alte Heimatstadt besucht hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt packte mich der Ehrgeiz! Ich wollte unbedingt die Lücke zwischen 1939 und heute schließen! Was geschah mit den Homburgers? Wo und wie haben sie überlebt? Versteckt in Europa oder ausgereist nach Übersee?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Jedes Puzzleteil führte zum nächsten Puzzleteil</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Recherche begann und das Glück war mir schnell hold. Nach meinem Aufruf auf Facebook erhielt ich von Herrn Axel Huber aus Singen, der ebenfalls jüdische Familienforschung betreibt, mehrere Kopien von Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden der Homburgers, denn „seine“ Familie war zeitweise auch mit „meiner“ Familie verwandt. Dieser schnelle Erfolg spornte mich an, weiter zu forschen.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="445" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/brandenburgisches-landeshauptarchiv-blha-potsdam-haupteingang.jpg" alt="Haupteingang des BLHA - Brandenburgisches Landeshauptarchiv Potsdam" class="wp-image-1306" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/brandenburgisches-landeshauptarchiv-blha-potsdam-haupteingang.jpg 800w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/brandenburgisches-landeshauptarchiv-blha-potsdam-haupteingang-300x167.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/brandenburgisches-landeshauptarchiv-blha-potsdam-haupteingang-768x427.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/brandenburgisches-landeshauptarchiv-blha-potsdam-haupteingang-676x376.jpg 676w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Haupteingang BLHA &#8211; Brandenburgisches Landeshauptarchiv Potsdam</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Mein nächster Weg führte ins Brandenburgische Landeshauptarchiv (BLHA) nach Potsdam. Auch hier hatte ich Glück, denn dort befanden sich viele Originaldokumente aus den 1930er Jahren, wie z.Bsp. die Vermögensaufstellung, die alle Juden abgeben mussten sowie der gesamte Schriftverkehr zwischen Emil Homburger und den Behörden seit der Pogromnacht&nbsp; am 9. November 1938 bis zur Ausreise im Februar 1939. Hier konnte ich viele wertvolle Informationen zusammentragen und das Puzzle nahm langsam Gestalt an.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="650" height="482" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/brandenburgisches-landeshauptarchiv-blha-potsdam-archiv.jpg" alt="Archiv des BLHA - Brandenburgisches Landeshauptarchiv in Potsdam" class="wp-image-1305" style="width:163px;height:121px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/brandenburgisches-landeshauptarchiv-blha-potsdam-archiv.jpg 650w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/brandenburgisches-landeshauptarchiv-blha-potsdam-archiv-300x222.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px" /><figcaption class="wp-element-caption">Archiv des BLHA &#8211; Brandenburgisches Landeshauptarchiv in Potsdam</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Weitere Puzzleteile erhielt ich im Niedersächsischen Landesarchiv Hannover. Dort werden sämtliche Wiedergutmachungsakten von Bürgern aus der ehemaligen Provinz Brandenburg aufbewahrt. Auch hier fand ich reichlich Material besonders über die Zeit in Bolivien, wohin Emil, Bianka und Hans Homburger im Februar 1939 emigrierten. Mein Highlight: die Buchungsbestätigung der italienischen Reederei für die Passage von Marseille nach Arica in Chile.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/buergermeister-nauen-akte-aktionen-gegen-juden.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="568" height="800" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/buergermeister-nauen-akte-aktionen-gegen-juden.jpg" alt="Der Bürgermeister - Nauen bei Berlin - Akte- Aktion gegen Juden" class="wp-image-1309" style="width:142px;height:200px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/buergermeister-nauen-akte-aktionen-gegen-juden.jpg 568w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/buergermeister-nauen-akte-aktionen-gegen-juden-213x300.jpg 213w" sizes="auto, (max-width: 568px) 100vw, 568px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Akte &#8211; Der Bürgermeister &#8211; Nauen bei Berlin &#8211; Aktion gegen Juden</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Als ich dann noch den Kontakt zu Betty Homburger erhielt, der Tochter von Hans Homburger, die in Kanada lebt, war mein Glück komplett. Sie unterstütze mich von Anfang an und schickte mir Kopien von weiteren Dokumenten wie z.Bsp. das Transitvisum ihres Vaters für Chile und den deutschen Reisepass ihres Großvaters. Außerdem erhielt ich auch eine Abschrift eines Zeugnisses des Landwerks Neuendorf, das Hans Homburger im Februar 1939 ausgestellt wurde. Dort war er von April 1938 bis kurz vor seiner Ausreise als landwirtschaftlicher Lehrling tätig. Heute stehe ich in regem Erfahrungsaustausch mit dem Verein „Geschichte hat Zukunft – Neuendorf im Sande e.V.“, die die Geschichte dieser ehemaligen Ausbildungsstätte für jüdische Jugendliche erforscht.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow"><div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="512" height="800" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/buch-transnationale-spurensuche-in-den-anden.jpg" alt="Buchdeckel - Transnationale Spurensuche in den Anden - Von geflüchteten Juden, &quot;Altdeutschen&quot; und Nazis in Bolivien" class="wp-image-1308" style="width:256px;height:400px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/buch-transnationale-spurensuche-in-den-anden.jpg 512w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/buch-transnationale-spurensuche-in-den-anden-192x300.jpg 192w" sizes="auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px" /><figcaption class="wp-element-caption">Buch: Transnationale Spurensuche in den Anden &#8211; Von geflüchteten Juden, &#8222;Altdeutschen&#8220; und Nazis in Bolivien<br><a href="https://amzn.to/3FQh5qf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hier Buch bei Amazon.de kaufen</a></figcaption></figure>
</div></div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow"><div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="501" height="800" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/buch-hotel-bolivia-spuren-der-erinnerung-an-eine-zuflucht-vor-dem-nationalsozialismus.jpg" alt="Buchdeckel - Hotel Bolivia - Auf den Spuren der Erinnerung an eine Zuflucht vor dem Nationalsozialismus Picus" class="wp-image-1307" style="width:251px;height:400px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/buch-hotel-bolivia-spuren-der-erinnerung-an-eine-zuflucht-vor-dem-nationalsozialismus.jpg 501w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/buch-hotel-bolivia-spuren-der-erinnerung-an-eine-zuflucht-vor-dem-nationalsozialismus-188x300.jpg 188w" sizes="auto, (max-width: 501px) 100vw, 501px" /><figcaption class="wp-element-caption">Buch: Hotel Bolivia &#8211; Auf den Spuren der Erinnerung an eine Zuflucht vor dem Nationalsozialismus Picus<br><a href="https://amzn.to/3POg1rm" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hier Buch bei Amazon.de kaufen</a></figcaption></figure>
</div></div>
</div>



<h2 class="wp-block-heading">Erfüllendes Ergebnis nach 3 Jahren intensiver Recherche </h2>



<p class="wp-block-paragraph">Nach drei Jahren intensiver Recherche war das Puzzle komplett. Ich konnte die Geschichte der Familie Homburger von 1897 bis heute erzählen und anhand von Dokumenten und Fotos auch bildlich darstellen. Es war mir deshalb eine Herzensangelegenheit, für Emil, Bianka und Hans Homburger drei Stolpersteine verlegen zu lassen und ihre Geschichte in einer Broschüre zu veröffentlichen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/stolpersteine-familie-homburger-nauen.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1000" height="750" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/stolpersteine-familie-homburger-nauen.jpg" alt="Stolpersteine in Nauen für Familie Homburger" class="wp-image-1326" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/stolpersteine-familie-homburger-nauen.jpg 1000w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/stolpersteine-familie-homburger-nauen-300x225.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/stolpersteine-familie-homburger-nauen-768x576.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/stolpersteine-familie-homburger-nauen-676x507.jpg 676w" sizes="auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verlegung fand am 18. September 2021 vor ihrem letzten frei gewählten Wohnort in Nauen statt und wurde von der <em><a href="http://www.stolpersteine-falkensee.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vorbereitungsgruppe Stolpersteine in Falkensee und dem Osthavelland</a></em> organisiert, der ich seit 2018 angehöre. Unterstützung erhielten wir sowohl von der Stadt Nauen als auch vom Goethe-Gymnasium Nauen, in dem Hans Homburger bis März 1938 zur Schule ging. Mit einem Musik- und Bühnenprogramm begleiteten Schülerinnen und Schüler des Leistungskurs Geschichte die Verlegung und die anschließende Veranstaltung in der Aula des Gymnasiums und gedachten damit ihrem ehemaligen Mitschüler.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was für ein krönender Abschluss!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Autor: Uwe Ulrich</p>



<h3 class="wp-block-heading">Hier die Geschichte zum Schicksal der Familie Homburger</h3>



<p class="wp-block-paragraph">&gt;&gt;&gt; Teil 1 <a href="https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil1-juedisches-leben-in-nauen/">Schicksal der Familie Homburger – Jüdisches Leben in Nauen</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">&gt;&gt;&gt; Teil 2 <a href="https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil2-wer-waren-die-homburgers/">Schicksal der Familie Homburger – Wer waren die Homburgers</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">&gt;&gt;&gt;<a href="https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil-3-das-unheil-nimmt-seinen-lauf/"> </a>Teil 3 <a href="https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil-3-das-unheil-nimmt-seinen-lauf/">Schicksal der Familie Homburger – Das Unheil nimmt seinen Lauf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">&gt;&gt;&gt; Teil 4 <a href="https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil-4-die-flucht-nach-bolivien/">Schicksal der Familie Homburger &#8211; Flucht nach Bolivien</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nauen.eu/die-recherche-zum-schicksal-der-familie-homburger-aus-nauen/">Die Recherche zum Schicksal der Familie Homburger aus Nauen</a> erschien zuerst auf <a href="https://nauen.eu">Funkstadt Nauen</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schicksal der Familie Homburger &#8211; Teil 1 &#8211; Jüdisches Leben in Nauen</title>
		<link>https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil-1-juedisches-leben-in-nauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Dec 2022 04:59:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfohlen]]></category>
		<category><![CDATA[Ereignisse]]></category>
		<category><![CDATA[Nauen Ausführlich]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeiten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die ersten Juden in Nauen &#8211; Bereits im Mittelalter gehörte Nauen zu den märkischen Städten in denen Juden ansässig waren. Im Jahre 1315 „schenkte“ Markgraf Waldemar der Stadt zwei Schutzjuden. Durch den Aufenthalt dieser Schutzjuden hatte Nauen eine sichere Einnahmequelle, denn diese mussten ein entsprechendes Schutzgeld entrichten. Meist wurden die Juden am Rand der Stadt [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Juden in Nauen &#8211; Bereits im Mittelalter gehörte Nauen zu den märkischen Städten in denen Juden ansässig waren. Im Jahre 1315 „schenkte“ Markgraf Waldemar der Stadt zwei Schutzjuden. Durch den Aufenthalt dieser Schutzjuden hatte Nauen eine sichere Einnahmequelle, denn diese mussten ein entsprechendes Schutzgeld entrichten. Meist wurden die Juden am Rand der Stadt untergebracht und auch nur dort geduldet. Juden wurden auch immer wieder für den Ausbruch von Epidemien, Hungersnöte oder Verteuerungen verantwortlich gemacht. Aber trotz solcher Verleumdungen gab es immer Juden die für Handel und Geldgeschäfte gebraucht wurden, andere Tätigkeiten waren ihnen untersagt. </p>



<span id="more-1080"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Ab dem 18. Jahrhundert wurden die Juden in Nauen sesshaft. Die Juden waren weiterhin vielen Beschränkungen in wirtschaftlicher, sozialer, beruflicher und rechtlicher Art ausgesetzt. Sie vielen durch ihre Art sich zu kleiden und ihrer Sprache, ein Gemisch aus Hebräisch und Deutsch in der Nauener Bevölkerung auf. Durch das erhalten gebliebene Nauener Stadtarchiv lässt sich die Entwicklung der jüdischen Gemeinde Nauens besser nachvollziehen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Die Bildung einer Jüdischen Gemeinde</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Juden waren gezwungen in einer jüdischen Gemeinde zu leben. Die Mitglieder der Gemeinde wählten einen Vorsteher, dieser war zuständig dafür die „weltlichen“ Gemeindeangelegenheiten zu verwalten. Des Weiteren war er damit betraut die Beiträge der Gemeindemitglieder einzuziehen und die Gemeindeabgaben an die Stadt zu zahlen. Vorsteher und Lehrer vertraten die jüdische Gemeinde gegenüber staatlichen Stellen. Das Versammlungshaus der Juden ist eine Synagoge, diese diente damals gleichzeitig als Gebetsraum, jüdisches Lehrhaus und Schule für die Kinder, die dort das Lesen und Schreiben hebräischer Schriften erlernten. Konnte sich eine jüdische Gemeinde keine Synagoge leisten, so wurden Privaträume als Versammlungsstätten genutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die „Judensachen“ betreffend beinhalten die Polizeiakten des Magistrats für 1787 eine Aufstellung sämtlicher Juden der Stadt, also aller männlichen und weiblichen Personen. Demnach gab es 5 Schutzjuden, 6 Frauen, 17 Söhne, 11 Töchter, 4 Knechte, 4 Mägde und 2 öffentlich Bedienstete. Insgesamt seien es 49 Personen. 1795 hatte sich die Zahl der Schutzjuden auf 7 und 1800 auf 8 erhöht. Die Stadt hatte zu dieser Zeit 3076 Einwohner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahre 1800 ist die Jüdische Gemeinde wirtschaftlich so gefestigt, dass sie sich eine eigene Synagoge errichten kann. Es ist das Haus Nr. 11 in der damaligen Potsdamer Straße, der heutigen Goethestraße. Ab 1812 galten Juden galten als Preußische Staatsbürger. Damit genossen sie völlige bürgerliche Gleichstellung mit den Christen,&nbsp; das Recht der freien Niederlassung und der Gewerbefreiheit sowie das Recht, die Verwaltung von Lehr-, Schul- und Gemeindeämtern zu übernehmen. Doch die volle Verwirklichung dieser Ziele ließ wegen des Widerstandes großer Teile der übrigen Bevölkerung noch Jahrzehnte auf sich warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da die jüdischen Bürger nun im ganzen Lande ihren Aufenthalt nehmen konnten, kamen sie teils in Konflikt mit den bereits sesshaften Mitgliedern der Jüdischen Gemeinden, die neue tüchtige Zuwanderer als Konkurrenten betrachteten. So teilten am 19. Januar 1817 Nauener jüdische Handelsleute dem Magistrat mit, dass sie nicht damit einverstanden seien, dass sich ein israelitischer Handelsmann aus der Altmark hier niederließe. Doch nach einem langen Schriftverkehr mit dem Magistrat und der Regierung in Potsdam wurde am 17. Juli 1817 entschieden, dass der Niederlassung der Gebrüder Moses und Aron Schönfeld nichts entgegenstehe. </p>



<p class="wp-block-paragraph">1819 errichtete die Jüdische Gemeinde außerhalb der Stadt, am Weinberg, eine neue Begräbnisstätte. Im Stadtforst erwarb sie dafür von der Stadt Land. Diese Anlage erhielt eine der Unebenheit des Geländes angepasste Mauer und eine Friedhofshalle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nauens Einwohnerzahl war 1890 auf 8.040 angestiegen. Die Mitgliederzahl der Jüdischen &nbsp;Gemeinde erweiterte sich bis 1892 auf insgesamt 84 Personen in 22 Familien. Es war die Zeit, in der Nauen einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte. Die 1899 erbaute Zuckerfabrik ließ viele neue Arbeitsplätze entstehen, und mehrere tausend Landwirte der Umgebung waren diesem Betrieb als Rübenanbauunternehmer angeschlossen. Die erhebliche Steuerkraft des Unternehmens bedeutete für die Stadt eine sichere Einnahmequelle. Nauen wurde in dieser Zeit auch zu einem Verkehrsknotenpunkt. 1890 eröffnete man den Vorortverkehr mit Berlin. 1892/93 entstand die Bahnstrecke Nauen &#8211; Ketzin, die auch für die Verbindung der Zuckerfabrik mit ihrem zweiten Betrieb in Ketzin von Bedeutung war. 1901 schaffte man mit der Schmalspurbahn zwischen Nauen &#8211; Senzke &#8211; Rathenow eine Verbindung, die die großen landwirtschaftlichen Betriebe mit Nauen verband. 1902 wurde die Staatsbahn von Nauen nach Wildpark eröffnet, und 1904 bekam Nauen durch die „Töpper-und Kachelbahn&#8220; eine Verbindung nach Velten, dem Zentrum der Kachelindustrie. Das alles belebte den Standort Nauen. So fanden 1901 in Nauen 190 Handwerksbetriebe ihr Auskommen. Die gestiegene Kaufkraft förderte das Entstehen von Geschäftshäusern, und mit dem wachsenden Wohlstand veränderte sich auch das Stadtbild. Die stattlichen Bauten in der Mittelstraße stammen z. B. aus dieser Zeit, und so manches alte Bürgerhaus wurde umgestaltet. Auch jüdische Kaufleute und Händler trugen dazu bei, dass sich die Wirtschaft dieser Region belebte.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Die Ungleichbehandlung der Juden</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">1750 wurde durch Friedrich II (Friedrich der Große) eine Grundlage geschaffen, wodurch die Rechte und Pflichten der Juden erfasst wurde. Jeder Jude bekam nun eine Zugehörigkeit, diese waren in 6 Gruppen unterteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die oberste Gruppe waren die <em>Generalprivilegierten</em>.&nbsp; Dabei handelte es sich um eine sehr kleine aber reiche Gruppe, die durch Geschäftstätigkeit ihr Ansehen erlangt hatte. Diese Gruppe konnte wohnen wo sie wollte, konnte Häuser und Grundstücke erwerben. Die Kinder konnten die Eltern beerben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der zweiten Gruppe handelte es sich um „<em>ordentliche Schutzjuden</em>“. Sie konnten ihre Wohnung nicht selbst wählen, durften sich aber beruflich betätigen. Den Status des Geschütztseins durften sie nur auf zwei Kinder vererben. Das erste Kind musste allerdings mehr als 1.000 Taler besitzen, das zweite Kind musste 10.000 Taler vorweisen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gruppe waren die „<em>außerordentlichen Schutzjuden</em>&#8222;, bei denen hatte nur eine männliche Person das Privileg sich an einem Ort aufzuhalten. Starb die betreffende Person, konnte seine Witwe mit den Kindern sofort ausgewiesen werden. Zu dieser Gruppe gehörten meist Handwerker und Ärzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den oben genannten drei Gruppen war der Staat stets zur Stelle und zog regelmäßig Judensteuern und Abgaben ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der vierten Gruppe gehörten die Beamten der jüdischen Gemeinde wie Rabbiner, Kantor, Schächter und die Lehrer an. Während ihrer Amtszeit hatten sie den Status der „außerordentliche Schutzjuden“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die fünfte Gruppe bestand aus den <em>Geduldeten</em>. Sie waren von jeglicher handwerklichen und kaufmännischen Tätigkeit ausgeschlossen und waren auch völlig schutzlos. Doch sie durften sich in eine Familie der oberen beiden Gruppen einheiraten, dazu gehören auch alle Kinder der oberen Gruppe die den Status nicht vererbt bekamen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die sechste Gruppe bestand aus <em>den privaten Angestellten</em>. Sie durften nicht heiraten und durften nur so lange bleiben, wie ihr Arbeitsverhältnis andauerte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wollte ein Jude die Stadt verlassen musste das durch den Magistrat der Stadt genehmigt werden. Am 05. Mai 1724 wurde durch den Nauener Bürgermeister solch ein Attest ausgestellt das folgenden Wortlaut beinhaltete: „Es wird hiermit attestiert, dass der Vorzeiger dieses Papieres Jacob Levin ist, ein Jude von 20 Jahren, mit mittelmäßiger Statur und mit schwarzen Haaren. Er hält sich beim hiesigen Schutzjuden Salomon Marcus als sein Dienstjunge auf. Er wird von demselben in zulässigen Verrichtungen gebraucht und verschickt. Und da die Schutzjuden Erlaubnis haben, Dienstboten zu halten, folglich selbiger im Lande zu sein berechtigt ist, ersuchen wir hierdurch jeden, sich dienstfreundlich dem beschriebenen Juden gegenüber zu verhalten und ihn ungehindert passieren zu lassen. Sollte er dieses Attest missbrauchen, ist mit einer harten Bestrafung zu rechnen. Beim Verlassen seines Dienstes muss es uns zurückgegeben werden.&#8220; <em>(Quelle: Die ehemalige Jüdische Gemeinde von Ursula Arzbächer)</em> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese ganzen Vorschriften führten mehr und mehr dazu, dass sich die Juden von den übrigen Bürgern abgegrenzt und sich als geduldete Außenseiter fühlten. Dadurch schlossen sich enger an die religiöse Gemeinschaft.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Ende der jüdischen Gemeinde in Nauen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Anfang des 20. Jahrhunderts nach dem Ende des ersten Weltkriegs war Deutschland am Boden. Eine hohe Inflation und die Weltwirtschaftskrise mit einer nie dagewesenen Arbeitslosigkeit brachten zahlreiche Menschen in äußerste Not. Die von Hitler 1925 gegründete NSDAP wusste diese Situation zu nutzen, gewann sie doch mit ihrer rassistisch geprägten Ideologie immer mehr an Boden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nauen, mit einer bis dahin stark von der SPD und KPD geprägten aktiven Wählerschaft, verlor immer mehr Stimmen an die Nationalsozialisten. Bei den Reichstagswahlen am 06. November 1932 erhielten die Nationalsozialisten in Nauen 2.151 Stimmen, die KPD 1.961, die SPD 1.173 und die DNVP 793. Weit abgeschlagen fanden sich das Zentrum, die Volkspartei, die Wirtschaftspartei und die Staatspartei.<sup> (Quelle: Die ehemalige Jüdische Gemeinde von Ursula Arzbächer)</sup> Anfang des 20. Jahrhunderts waren einige Kaufleute, Gewerbetreibende, Ärzte und andere Bürger jüdischen Glaubens in Nauen ansässig. Anhand dieser Übersicht erfährt man eine Vielseitigkeit Tätigkeiten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/kaufhaus-emil-hirsch-um-1910-privatarchiv-uwe-ulrich-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="508" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/kaufhaus-emil-hirsch-um-1910-privatarchiv-uwe-ulrich-1.jpg" alt="Kaufhaus Emil Hirsch um 1910 / Privatarchiv Uwe Ulrich" class="wp-image-1082" style="width:400px;height:254px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/kaufhaus-emil-hirsch-um-1910-privatarchiv-uwe-ulrich-1.jpg 800w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/kaufhaus-emil-hirsch-um-1910-privatarchiv-uwe-ulrich-1-300x191.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/kaufhaus-emil-hirsch-um-1910-privatarchiv-uwe-ulrich-1-768x488.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/kaufhaus-emil-hirsch-um-1910-privatarchiv-uwe-ulrich-1-425x270.jpg 425w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Kaufhaus Emil Hirsch um 1910 / Privatarchiv Uwe Ulrich</em></figcaption></figure>
</div>


<ul class="wp-block-list">
<li><em>Warenhaus Hirsch</em> war Anfang des 20. Jahrhunderts noch Mieter im Voss&#8217;schen Haus &nbsp;in der Mittelstraße 33/34, bezog etwa 1909 das eigene Haus in der Mittelstraße 37, Frau Hulda Marcus war seit den 20er Jahren die Geschäftsinhaberin</li>



<li>In der Mittelstraße 33/34 wohnte der <em>Viehhändler Julius Frank</em>.</li>



<li><em>Buch- und Papierhandlung Paul Jankowsky</em> in der Mittelstraße 1</li>



<li>Mittelstraße 49, <em>Möbelgeschäft Adolf Loewenthal</em></li>



<li>Eckgebäude Berliner Straße 7, das <em>Kaufhaus Geschwister Ploschitzki</em>, zu dieser Zeit von Herrn Herman Laser geführt</li>



<li>im gleichen Hause, Witwe <em>Frieda Eck, geb. Gottschalk mit einer Damenschneiderei</em></li>



<li>gegenüber, Berliner Straße 14, <em>Leopold Zimmermann der Inhaber des Geschäftes für Kurz- und Weißwaren</em> (B. Richter Nachfolger)</li>



<li>Berliner Straße 35, die spätere „Bürgermeister Villa“, bewohnte der <em>Kaufmann Alfred Frank</em> (Rittergutsbesitzer und Kommissionsrat)</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><em>Viehhändler Adolf Gottschalk</em> wohnte in der Gartenstraße 39, später in der Goethestraße 46</li>



<li>Gartenstraße 1, <em>Fuhrunternehmen Max Bernstein</em> (Pferdekutschen und Fuhrwerke)</li>



<li><em>Fotoatelier Isidor Laski</em>, Dammstraße 17</li>



<li><em>Kaufmann Emil Homburger</em>, Marktstraße 19 mit einem Konfektionsgeschäft</li>



<li><em>Altstoffhandel Georg Lewinsohn</em>, Brandenburger Straße 37</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Herrmann Schiff Musikalienhandlung</em>, Potsdamer-Str. 55 (heutige Goethestraße)<br><em>(Quelle: Die ehemalige Jüdische Gemeinde von Ursula Arzbächer)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie geachtet diese Geschäftsleute waren, wird in einer Veröffentlichung von 1932 deutlich. Die jüdischen Kaufleute Paul Jankowsky, Leopold Zimmermann und Hermann Laser wurden als Mitglieder des Verbandes für Handel und Gewerbe erwähnt, deren Firmen in Nauen länger als 25 Jahre bestanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu dieser Zeit praktizierten auch 4 jüdische Ärzte in Nauen.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><em>Dr. Benjamin Hodesmann</em>, Praxis in seinem Haus in der Dainmstraße 39 a</li>



<li><em>Zahnarzt Lebram</em> praktizierte in der Dammstraße 15</li>



<li><em>Augenarzt Dr. Ernst Schmerl</em> wohnte zu dieser Zeit in der Friedrichstr. 1 (heute Paul-Jerchel-Straße), später in der Brandenburger Straße 13</li>



<li><em>Kinderärztin Dr. Olga Philip</em> hatte ihre Praxis in der Hamburger Straße 4<br><em>(Quelle: Die ehemalige Jüdische Gemeinde von Ursula Arzbächer)</em></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. B. Hodesmann war in dieser Zeit der Vorsitzende der Ärztlichen Abrechnungsstelle für Privatpraxis, Havelland e. V. Nauen. Zu dem Personenkreis mit jüdischer Tradition gehörte auch der ehemalige Kaufmann Albert Jacoby, der als Rentner in seinem Haus in der Mittelstraße 47 wohnte. Da die meisten der jüdischen Bürger durch ihre berufliche Tätigkeit in der Gesellschaft sehr präsent waren, konnte der Eindruck entstehen, dass sie einen hohen Bevölkerungsanteil erreicht hätten. Das war jedoch nicht der Fall. 1932 waren 13 jüdischen Familien mit insgesamt etwa 33 Personen. Selbst wenn nicht alle erfasst gewesen sein sollten, blieb ihr Anteil gering, da Nauens Einwohnerzahl 1929 immerhin auf 10.488 angewachsen war.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Das Schicksalsjahr der Juden</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als Reichspräsident Hindenburg am 30.Januar 1933 Hitler zum Reichskanzler beruft nimmt das &nbsp;Schicksal für die seinen Lauf. Zu dieser Zeit gab es in Deutschland über 6 Millionen Arbeitslose und vielen von denen erhofften sich durch den neuen Reichskanzler eine Verbesserung der Lage. Nur so ist es verständlich, dass Hitler so viele Gefolgsleute fand die ihn bei den Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung unterstützte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als am 01.04.1933 die Zeitungen im ganzen Reich zum Boykott aller nichtarischen Geschäfte aufriefen, konnte die Havelländische Rundschau in der gleichen Ausgabe bereits mit einer Vollzugsmeldung aufwarten:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/NS-Boykott-gegen-ein-juedisches-Geschaeft-in-Berlin-01041933-Bundesarchiv-Bild-102-14468.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="529" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/NS-Boykott-gegen-ein-juedisches-Geschaeft-in-Berlin-01041933-Bundesarchiv-Bild-102-14468.jpg" alt="NS-Boykott gegen ein jüdisches Geschäft in Berlin 01.04.1933(Bundesarchiv Bild 102-14468)" class="wp-image-1084" style="width:400px;height:265px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/NS-Boykott-gegen-ein-juedisches-Geschaeft-in-Berlin-01041933-Bundesarchiv-Bild-102-14468.jpg 800w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/NS-Boykott-gegen-ein-juedisches-Geschaeft-in-Berlin-01041933-Bundesarchiv-Bild-102-14468-300x198.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/NS-Boykott-gegen-ein-juedisches-Geschaeft-in-Berlin-01041933-Bundesarchiv-Bild-102-14468-768x508.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/NS-Boykott-gegen-ein-juedisches-Geschaeft-in-Berlin-01041933-Bundesarchiv-Bild-102-14468-408x270.jpg 408w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>NS-Boykott gegen ein jüdisches Geschäft in Berlin 01.04.1933(Bundesarchiv Bild 102-14468)</em></figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Der Boykott in Nauen“ &#8211; Umzug durch die Stadt<br>Gestern Abend kündete ein Umzug durch die Straßen der Stadt Nauen den Beginn des heute auch hier einsetzenden Boykotts der jüdischen Geschäfte und Ärzte an. Unter Vorantritt der SS- und der SA-Reservekapelle marschierten die Nauener SA, die Motorstaffel, die SA-Reserve und Mitglieder der NSBO unter Mittführung von Transparenten, die zum Boykott der jüdischen Geschäfte aufforderten, vor einige der zu boykottierenden Geschäfte. Die Kapelle spielte dort das Lied: „Muss i denn, muss i denn zum Städele hinaus&#8230;“. Auf dem Rathausplatz endete der Demonstrationsmarsch. Die Teilnehmer marschierten im Kreise auf, und der Ortsgruppenleiter der NSDAP, Runge, forderte in einer zündenden Ansprache zum Boykott der durch SA-Posten oder Schilder gekennzeichneten Geschäfte und Ärzte auf Vom Boykott-Ausschuß der Ortsgruppe Nauen geht uns folgender Aufruf zu: „Wir fordern hierdurch alle Einwohner von Nauen u. Umgebung dringend auf, sämtliche jüdischen Geschäfte sowie *Ärzte zu boykottieren, die wir durch SA-Posten und Plakatträger gekennzeichnet haben.&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 03.04.1933 informierte die gleiche Zeitung über die:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Durchführung der Boykottaktion in Nauen Ordnungsgemäß setzte Samstagmorgen punkt 10 Uhr der Boykott der jüdischen Geschäfte in Nauen ein. Posten der SA und der SA-Reserve besetzten die Geschäftseingänge und hingen Schilder vor die Türen, die zum Boykott aufforderten! Die Vorgänge wurden vom Publikum ruhig oder beifällig, je nach Einstellung beobachtet. Die meisten der vom Boykott betroffenen Geschäfte hatten freiwillig geschlossen. Auch vor den Häusern der jüdischen Ärzte standen Posten, die durch Schilder aufforderten, sich bei deutschen Ärzten behandeln zu lassen. Irgendwelche Zwischenfälle ereigneten sich nicht.&#8220;</em></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Die „Reichskristallnacht“ und ihre Folgen</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die rasant zunehmende Ausgrenzung und der damit verbundenen Perspektivlosigkeit und Gefahr verließen auch jüdische Familien Nauens ihre oft jahrzehntelange Wirkungsstätte. Meistens war es erst einmal ein Eintauchen in die Anonymität einer Großstadt wie Berlin. Wer über die Mittel verfügte, dem gelang auch noch die Ausreise, andere versuchten eine illegale Flucht. Beides bedeutete am Ende den Verlust all dessen, was sie sich erarbeitet hatten. So gab es 1938 nur noch neun jüdische Haushalte in Nauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als am 07. November 1938 der deutsche Legationssekretär Ernst vom Rath in Paris von dem polnischen Juden Herschel Grynszpan ermordet wurde, organisierte der Propagandaminister Goebbels sofort ein Massenpogrom, schlimme antijüdische Ausschreitungen in ganz Deutschland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die Vorkommnisse während der sogenannten „Reichskristallnacht&#8220;, stand in der Havelländischen Rundschau vom 11.11.1938 folgende Veröffentlichung:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Antijüdische Kundgebungen im Osthavelland</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die berechtigte Entrüstung über die jüdische Untat an dem jungen deutschen Diplomaten vom Rath in Paris hat gestern auch im Kreise Osthavelland zu starken antijüdischen Kundgebungen geführt. In Nauen wurden in den Mittagsstunden die Schaufenster der beiden noch vorhandenen jüdischen Geschäfte eingeschlagen und die Ladeneinrichtungen demoliert. Selbstverständlich sind die Waren unangetastet geblieben. Weiter sind die Synagoge in der Potsdamer Straße und die Räume der anderen in Nauen wohnhaften Juden durch die allgemeine Empörung in Mitleidenschaft gezogen worden&#8230;&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Genaueres erfährt man da schon in einem Bericht des Polizeimeisters in Nauen vom 11. November:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Die Empörung der hiesigen Bevölkerung über den jüdischen Mord an einem deutschen Diplomaten in Paris hat sich am gestrigen Tage auch in Nauen Luft gemacht“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann folgte in einem Vermerk des Polizeimeisters eine Liste mit zehn Anschriften von Geschäften und privaten Wohnräumen, die demoliert wurden:</p>



<p class="wp-block-paragraph">1. Synagoge Potsdamer Straße<br>2. Zahnpraxis Lebram, Adolf-Hitler-Straße<br>3. Geschäft der Geschwister Laski, Adolf-Hitler-Straße<br>4. Augenarzt Schmerl, kleine Dachwohnung<br>5. Geschäft Homburger, Marktstraße 10<br>6. Haus Homburger, Am Ritterfeld 22<br>7. Schiff Geschäfts- und Wohnraum, Potsdamer Straße<br>8. Gottschalk, Wohnraum, Potsdamer Straße<br>9. Frl. Dr. Philipp, Wohnraum, Hamburger Straße<br>10. Frau Eck, Wohnraum, Berliner Straße 7&#8243;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Straßennamen entsprechen nicht der heutigen Bezeichnung. Die Adolf-Hitler-Straße wurde in Dammstraße umbenannt. Die Potsdamer Straße ist die heutige Goethestraße.<br><em>(Quelle: Die ehemalige Jüdische Gemeinde von Ursula Arzbächer)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer anderen Erklärung des Polizeimeisters erfährt man, dass zehn Juden männlichen und weiblichen Geschlechts am gleichen Tag verhaftet und bis auf eine Person nach einigen Stunden wieder freigelassen wurden. Die nicht gleich wieder auf freien Fuß gesetzte Person war der Leiter der jüdischen Gemeinde in Nauen, der Kaufmann Emil Homburger, der laut eingereichter Vermögenserklärung als „vermögender Jude&#8220; galt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Nauen fanden sich damals genügend Mitglieder der SA, der SS und der ihnen angeschlossenen Organisationen, die dem Aufruf des Propagandaministers folgten und in übler Weise das Eigentum der jüdischen Mitbürger zerstörten, sie persönlich angriffen und dem Gespött grölender Mitläufer preisgaben. Kaum jemand wagte es, diese Untaten beim Namen zu nennen. Die Angst, sich selbst in Gefahr zu bringen, ließ die meisten Menschen zu stummen Zeugen werden. Anfang Dezember berichtete sogar der Bürgermeister dem Landrat: &#8222;Die Art des Vorgehens gegen die Juden fand bei dem größten Teil der Bevölkerung kein Verständnis. Verurteilt wurde das Beschädigen und Vernichten von Wertgegenständen. Besonders verärgert waren die Volksgenossen über die Zerstörung der Wohnungseinrichtung bei einer ärmlichen Familie, in welcher der Ehemann Jude und die Ehefrau deutschblütig ist&#8220;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/Nauen-um-1938-Strasse-der-SA-Mittelstrasse-Privatarchiv-Uwe-Ulrich.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="499" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/Nauen-um-1938-Strasse-der-SA-Mittelstrasse-Privatarchiv-Uwe-Ulrich.jpg" alt="Nauen um 1938, Straße der SA (Mittelstraße) Privatarchiv Uwe Ulrich" class="wp-image-1087" style="width:400px;height:250px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/Nauen-um-1938-Strasse-der-SA-Mittelstrasse-Privatarchiv-Uwe-Ulrich.jpg 800w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/Nauen-um-1938-Strasse-der-SA-Mittelstrasse-Privatarchiv-Uwe-Ulrich-300x187.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/Nauen-um-1938-Strasse-der-SA-Mittelstrasse-Privatarchiv-Uwe-Ulrich-768x479.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/Nauen-um-1938-Strasse-der-SA-Mittelstrasse-Privatarchiv-Uwe-Ulrich-433x270.jpg 433w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Nauen um 1938, Straße der SA (Mittelstraße) Privatarchiv Uwe Ulrich</em></figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Mit der am 03.12.1938 erlassenen Verordnung über den Zwangsverkauf (entschädigungslos &nbsp;Zwangs &#8211; „Arisierung&#8220;) jüdischer Geschäfte, Betriebe, Land-, Forst- und Grundeigentums wurde auch den letzten Geschäftsleuten die Existenzgrundlage entzogen. Jegliche Präsenz jüdischen Geschäftslebens wurde aus dem Bild der Städte verbannt. Die Verordnung über den Zwangsverkauf verschaffte der Stadt auch die Möglichkeit, die beiden Grundstücke der jüdischen Gemeinde zu erwerben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 1. März 1939 musste Herr Homburger, als letztes noch hier wohnendes Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde, den Kaufvertrag über das Grundstück mit der Synagoge abschließen. Dass die Synagoge in der „Reichskristallnacht&#8220; nicht angezündet wurde, ist wohl dem Umstand zu verdanken, dass sie direkt neben dem Gebäude des Sattlermeisters Max Wendt stand, einem stadtbekannten SS-Führer. Das Gelände des jüdischen Friedhofes musste 01. März 1939 für 100,00 RM an die Stadt abgetreten werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&gt;&gt;&gt; Hier zu <a href="https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil2-wer-waren-die-homburgers/">Schicksal der Familie Homburger – Teil 2 – Wer waren die Homburgers</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">&gt;&gt;&gt;<a href="https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil-3-das-unheil-nimmt-seinen-lauf/"> </a>Hier zu <a href="https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil-3-das-unheil-nimmt-seinen-lauf/">Schicksal der Familie Homburger – Teil3 – Das Unheil nimmt seinen Lauf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">&gt;&gt;&gt; Hier zu <a href="https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil-4-die-flucht-nach-bolivien/">Schicksal der Familie Homburger &#8211; Teil4 &#8211; Flucht nach Bolivien</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quellennachweis:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Aus der Geschichte der Stadt Nauen &#8211; Die ehemalige Jüdische Gemeinde von Ursula Arzbächer</em></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Führer durch die Kreis- und Funk-Stadt Nauen / Baldus Ferdinand</li>



<li>Geschichte von Nauen und Osthavelland / Ernst Georg Bardey</li>



<li>Boykott-Entrschnung-Pogrom-Deportation Die „Arisierung“ jüdischen Eigentums während der NS-Zeit-Studien und Dokumente / Irene Diekmann</li>



<li>Juden in Spandau vom Mittelalter bis 1945 / Alois Kaulen und Joachim Paul</li>



<li>Herr Moses in Berlin / Heinz Knobloch</li>



<li>Brandenburg-Preußen 1648 &#8211; 1789 / Max Oppenheimer, Horst Stuckmann und Rudi Schneider</li>



<li>Wanderungen und Fahrten in der Mark Brandenburg 6 / Hans Scholz</li>



<li>Kurze Geschichte der Stadt Nauen / C.F.F. Tiebel</li>



<li>Osthavelländisches Kreisblatt</li>



<li>Havelländischen Rundschau</li>



<li>Märkische Allgemeinen Zeitung</li>



<li>Stadtarchiv und Museum der Stadt Nauen</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Link:</strong> <a href="http://www.stolpersteine-falkensee.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stolpersteingruppe Falkensee</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil-1-juedisches-leben-in-nauen/">Schicksal der Familie Homburger &#8211; Teil 1 &#8211; Jüdisches Leben in Nauen</a> erschien zuerst auf <a href="https://nauen.eu">Funkstadt Nauen</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Schicksal der Familie Homburger – Teil 2 – Wer waren die Homburgers</title>
		<link>https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil2-wer-waren-die-homburgers/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Dec 2022 04:58:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ereignisse]]></category>
		<category><![CDATA[Nauen Ausführlich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Einwohnerzahl Nauens war 1890 auf 8.040 angestiegen. Auch die Mitgliederzahl der Jüdischen Gemeinde erweiterte sich bis 1892 auf insgesamt 84 Personen in 22 Familien. So verschlug es im Jahre 1897 auch Simon und Ida Homburger mit ihrem 3jährigen Sohn Emil nach Nauen. Ursprünglich waren die Homburgers im oberhessischen Gedern, einer Kleinstadt zwischen Fulda und [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil2-wer-waren-die-homburgers/">Schicksal der Familie Homburger – Teil 2 – Wer waren die Homburgers</a> erschien zuerst auf <a href="https://nauen.eu">Funkstadt Nauen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Einwohnerzahl Nauens war 1890 auf 8.040 angestiegen. Auch die Mitgliederzahl der Jüdischen Gemeinde erweiterte sich bis 1892 auf insgesamt 84 Personen in 22 Familien. So verschlug es im Jahre 1897 auch Simon und Ida Homburger mit ihrem 3jährigen Sohn Emil nach Nauen.</p>



<span id="more-1100"></span>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/stadt-nauen-um-1900.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="524" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/stadt-nauen-um-1900.jpg" alt="Postkarte von Nauen um 1900" class="wp-image-1109" style="width:400px;height:262px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/stadt-nauen-um-1900.jpg 800w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/stadt-nauen-um-1900-300x197.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/stadt-nauen-um-1900-768x503.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/stadt-nauen-um-1900-412x270.jpg 412w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Nauen um 1900</em></figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Ursprünglich waren die Homburgers im oberhessischen Gedern, einer Kleinstadt zwischen Fulda und Frankfurt am Main ansässig. Dort betrieben sie schon seit Jahrzehnten den damals ortsüblichen Viehhandel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im August 1900 wurde der zweite Sohn Lothar geboren, der aber bereits ein Jahr und drei Monate später starb. Interessant ist, dass die Sterbeurkunde von Herrn Julius Frank unterzeichnet wurde. Die Familie Frank war zur damaligen Zeit in Nauen bereits ein Begriff. Einerseits im Viehhandel, den besagter Julius Frank betrieb aber noch berühmter war der Kaufmann Alfred Frank, der es in der Stadt zu hohem Ansehen gebracht hatte und in der „Frankschen Villa“ in der Berliner Straße 35 (später die sogenannte Bürgermeistervilla) wohnte.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/frrankschen-villa-berlinerstrasse-stadt-nauen-buergermeistervilla.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="900" height="572" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/frrankschen-villa-berlinerstrasse-stadt-nauen-buergermeistervilla.jpg" alt="&quot;Frankschen Villa&quot; in der Berliner Straße 35 (später die sogenannte Bürgermeistervilla)" class="wp-image-1104" style="width:450px;height:286px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/frrankschen-villa-berlinerstrasse-stadt-nauen-buergermeistervilla.jpg 900w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/frrankschen-villa-berlinerstrasse-stadt-nauen-buergermeistervilla-300x191.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/frrankschen-villa-berlinerstrasse-stadt-nauen-buergermeistervilla-768x488.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/frrankschen-villa-berlinerstrasse-stadt-nauen-buergermeistervilla-425x270.jpg 425w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>„Frankschen Villa“ in der Berliner Straße 35 (später die sogenannte Bürgermeistervilla)</em></figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Da der Name Frank auch in den Büchern der jüdischen Gemeinde von Gedern auftaucht, liegt die Vermutung nahe, dass beide Familien sich bereits von dort kannten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausserdem war die Ehefrau von Alfred Frank, Hanna eine geborene Homburger. 1922 starb Alfred Frank, 10 Jahre später seine Frau. Beide wurden auf dem jüdischen Friedhof in Nauen beigesetzt, der sich seit 1819 weit draußen vor der Stadt, Am Weinberg befand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Übrigens! Der erste jüdische Friedhof in Nauen befand sich in der Jüdenkirchhof-Straße, der heutigen Waldemarstraße!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zurück zu den Homburgers!</h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/zeitungsanzeige-von-ida-homburger-1903.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="400" height="167" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/zeitungsanzeige-von-ida-homburger-1903.jpg" alt="Zeitungsanzeige von Ida Homburger aus 1903" class="wp-image-1112" style="width:200px;height:84px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/zeitungsanzeige-von-ida-homburger-1903.jpg 400w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/zeitungsanzeige-von-ida-homburger-1903-300x125.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Anzeige von Ida Homburger, 1903</em></figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Kinderreichtum war ja vor 100 Jahren ein Segen, egal welcher Konfession man angehörte. Mehr Kinder bedeuten natürlich auch mehr Arbeit. Deshalb ließ Ida Homburger am 19. Februar 1903 die nebenstehende Anzeige in die Osthavelländische Rundschau setzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 14. Mai 1903 war es dann soweit – der 9jährige Emil konnte sich freuen über &#8211; Zwillingsschwestern. Ilse und Herta hießen die beiden Mädchen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Leider verstarb bereits 9 Monate später die kleine Ilse. Die Sterbeurkunde unterzeichnete diesmal ihr Onkel David Homburger, ein jüngerer Bruder des Vaters.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/todesanzeige-simon-homburger-1912.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="607" height="800" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/todesanzeige-simon-homburger-1912.jpg" alt="Todesanzeigen Simon Homburger von 1912" class="wp-image-1110" style="width:304px;height:400px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/todesanzeige-simon-homburger-1912.jpg 607w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/todesanzeige-simon-homburger-1912-228x300.jpg 228w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/todesanzeige-simon-homburger-1912-205x270.jpg 205w" sizes="auto, (max-width: 607px) 100vw, 607px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Todesanzeige Simon Homburger, 1912</em></figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Laut Adressbuch aus dem Jahre 1908 wohnte Simon Homburger und Familie in der Martkstraße 24 und David Homburger in der Chausseestraße 88. Beide Brüder wurden unter der Berufsbezeichnung Kaufmann geführt und waren Mitinhaber der Firma Frank &amp; Homburger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahre 1912 verstarb der Vater Simon Homburger im Alter von nur 47 Jahren und hinterließ seine Frau Ida sowie die Kinder Emil (17) und Herta (9).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem Emil seine Schulzeit am Realgymnasium am Lindenplatz (heute Grundschule am Lindenplatz)<br>beendet hatte, begann er eine kaufmännische Lehre in einer Bank im thüringischen Hildburghausen. Bis Ende 1914 arbeitete er als Bankangestellter in verschiedenen Städten Deutschlands.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Soldat im 1. Weltkrieg erhielt er diverse Auszeichnungen, wie z.B. das E.K. II, das Hessische Ehrenzeichen am Kriegsbande und das Frontkämpferkreuz. Auf diese Auszeichnungen war er sehr stolz, waren sie doch die Belohnung für seinen Einsatz für das Deutsche Vaterland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Entlassung aus dem Kriegsdienst heiratete er am 18. November 1919 in Prenzlau Frieda Horwitz. Das junge Glück war von kurzer Dauer, denn nur 3 Monate nach der Hochzeit verstarb Frieda Homburger im Alter von 26 Jahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einem Jahr der Trauer lernte der junge Witwer Bianka Bernstein kennen. Sie stammte ursprünglich aus Schroda, einer Kleinstadt in der damaligen Provinz Posen, wohnte aber jetzt mit ihrer Familie in Berlin am Kurfürstendamm. Am 05. Juli 1921 wurde die Ehe in Berlin geschlossen und ein Jahr später, am 18. Juli 1922 wurde Sohn Hans geboren.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/marktstrasse-nauen-um-1930-das-geschaeft-von-emil-homburger.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="479" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/marktstrasse-nauen-um-1930-das-geschaeft-von-emil-homburger.jpg" alt="Marktstraße Nauen um 1930 (das Geschäft von E. Homburger befindet sich links neben der Gärtnerei Michaelis)" class="wp-image-1107" style="width:400px;height:240px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/marktstrasse-nauen-um-1930-das-geschaeft-von-emil-homburger.jpg 800w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/marktstrasse-nauen-um-1930-das-geschaeft-von-emil-homburger-300x180.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/marktstrasse-nauen-um-1930-das-geschaeft-von-emil-homburger-768x460.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/marktstrasse-nauen-um-1930-das-geschaeft-von-emil-homburger-451x270.jpg 451w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Marktstraße Nauen um 1930 (das Geschäft von E. Homburger<br>befindet sich links neben der Gärtnerei Michaelis)</em></figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Im gleichen Jahr zog die Familie nach Nauen, wo Emil Homburger in der Marktstraße 19 ein Bekleidungsgeschäft eröffnete. Sein Onkel David Homburger betrieb mittlerweile in Nauen ein eigenes Bankgeschäft in der Potsdamer Straße 55, der heutigen Goethestraße.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Emils Schwester Herta heiratete in Nauen im Jahre 1923 den Bankbeamten Herbert Goldmann. Ihr Bruder Emil unterschrieb als Trauzeuge die Heiratsurkunde. In zweiter Ehe war sie mit Josef Bauer verheiratet, mit dem sie später in Berlin lebte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn die 1920er Jahre gekennzeichnet waren von Inflation, Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrise, versuchte jeder sich irgendwie durchzuschlagen. Der eine hatte mehr und der andere weniger Glück. Trotzdem lebten alle Einwohner der Stadt friedlich nebeneinander, egal welcher Religionsgemeinschaft sie angehörten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/zeitungsanzeige-bankhaus-david-homburger-1922.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="400" height="385" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/zeitungsanzeige-bankhaus-david-homburger-1922.jpg" alt="Zeitungsanzeige vom Bankhaus David Homburger aus 1922" class="wp-image-1111" style="width:200px;height:193px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/zeitungsanzeige-bankhaus-david-homburger-1922.jpg 400w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/zeitungsanzeige-bankhaus-david-homburger-1922-300x289.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/zeitungsanzeige-bankhaus-david-homburger-1922-281x270.jpg 281w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Anzeige Bankhaus David Homburger, 1922</em></figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">1932 lebten in Nauen 13 jüdische Familien. Diese versuchten, wie viele Juden im Deutschen Reich, sich durch Übernahme von Verhaltensnormen und Lebensweisen ihrer nicht-jüdischen Umwelt anzupassen.<br>Dabei traten die religiösen Belange in den Hintergrund. Die politische und staatsbürgerliche Identifikation stand im Vordergrund, was insbesondere die jüdischen Frontkämpfer des 1. Weltkrieges zelebrierten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einwohner Nauens interessierten sich nicht für die Religion der Geschäftsinhaber. Sie wollten gut und preiswert einkaufen und gingen gern in die zahlreichen großen und kleinen Geschäfte der Altstadt, auch wenn diese jüdische Besitzer hatten, wie das Kaufhaus Emil Hirsch in der Mittelstraße 37 oder das Kaufhaus der Geschwister Ploschitzki in der Berliner Straße Ecke Mittelstraße.</p>



<div class="wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow"><div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/kaufhaus-geschwister-ploschitzki-um-1905.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="518" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/kaufhaus-geschwister-ploschitzki-um-1905.jpg" alt="Kaufhaus Geschwister Ploschitzki um 1905" class="wp-image-1105" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/kaufhaus-geschwister-ploschitzki-um-1905.jpg 800w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/kaufhaus-geschwister-ploschitzki-um-1905-300x194.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/kaufhaus-geschwister-ploschitzki-um-1905-768x497.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/kaufhaus-geschwister-ploschitzki-um-1905-417x270.jpg 417w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Kaufhaus Geschwister Ploschitzki um 1905</em></figcaption></figure>
</div></div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow"><div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/kaufhaus-emil-hirsch-um-1910-privatarchiv-uwe-ulrich-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="508" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/kaufhaus-emil-hirsch-um-1910-privatarchiv-uwe-ulrich-1.jpg" alt="Kaufhaus Emil Hirsch um 1910" class="wp-image-1082" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/kaufhaus-emil-hirsch-um-1910-privatarchiv-uwe-ulrich-1.jpg 800w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/kaufhaus-emil-hirsch-um-1910-privatarchiv-uwe-ulrich-1-300x191.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/kaufhaus-emil-hirsch-um-1910-privatarchiv-uwe-ulrich-1-768x488.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/kaufhaus-emil-hirsch-um-1910-privatarchiv-uwe-ulrich-1-425x270.jpg 425w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Kaufhaus Emil Hirsch um 1910</em></figcaption></figure>
</div></div>
</div>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/fotoatelier-isidor-laski-nauen-um-1910.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="364" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/fotoatelier-isidor-laski-nauen-um-1910.jpg" alt="Fotoatelier Isidor Laski um 1910" class="wp-image-1103" style="width:300px;height:182px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/fotoatelier-isidor-laski-nauen-um-1910.jpg 600w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/fotoatelier-isidor-laski-nauen-um-1910-300x182.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/fotoatelier-isidor-laski-nauen-um-1910-445x270.jpg 445w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Fotoatelier Isidor Laski um 1910</em></figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Aber auch kleine Geschäfte, wie das alt eingesessene Fotoatelier der Schwestern Laski in der Dammstraße 17 oder das Geschäft von Emil Homburger in der Marktstraße 19 waren bei den Nauenern beliebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch an den Schulen der Stadt wurden alle Schüler und Schülerinnen gleichwertig behandelt, egal welcher Religion sie angehörten. Über das Reformrealgymnasium, das heutige Goethe-Gymnasium, war damals zu lesen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Die Zahl der Schüler betrug zu Ostern 1930 insgesamt 256, davon waren 243 evangelisch, 12 katholisch und 1 Schüler jüdischer Konfession</p>
</blockquote>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/knabenschule-nauen-um-1930-mit-hans-homburger.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="561" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/knabenschule-nauen-um-1930-mit-hans-homburger.jpg" alt="Knabenschule Nauen um 1930 mit Lehrer Richard Lange (Hans Homburger im Matrosenhemd steht 1. Reihe mittig), Foto Privatbesitz Günther Mönke" class="wp-image-1106" style="width:400px;height:281px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/knabenschule-nauen-um-1930-mit-hans-homburger.jpg 800w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/knabenschule-nauen-um-1930-mit-hans-homburger-300x210.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/knabenschule-nauen-um-1930-mit-hans-homburger-768x539.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/12/knabenschule-nauen-um-1930-mit-hans-homburger-385x270.jpg 385w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Knabenschule Nauen um 1930 mit Lehrer R. Lange (Hans Homburger im Matrosenhemd steht 1. Reihe mittig), Foto Privatbesitz G. Mönke</em></figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Seit 1929 besuchte Emils Sohn Hans die siebenstufige Knaben-Volksschule in der Berliner Straße 29 (heute befindet sich dort die Regenbogenschule). Sein Lehrer hieß Richard Lange, dem der Ruf vorausging, dass er seine Schüler besonders forderte und förderte. Er war streng, aber gerecht. Obwohl er noch zur Generation „Pauker“ oder besser noch „Arschpauker“ gehörte, war er bei den Schülern sehr beliebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Beliebtheit, sein Fachwissen und seine unbelastete Vergangenheit ermöglichten ihm, auch nach 1945 weiter in Nauen zu unterrichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahre 1933 wechselte der 10-jährige Hans Homburger von der Knabenschule auf das Reformrealgymnasium.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><a href="https://py.pl/VbpYk"><img loading="lazy" decoding="async" width="600" height="150" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/06/buy-me-a-coffee_funkstadt-nauen.png" alt="" class="wp-image-1468" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/06/buy-me-a-coffee_funkstadt-nauen.png 600w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/06/buy-me-a-coffee_funkstadt-nauen-300x75.png 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a></figure>



<p class="wp-block-paragraph">&gt;&gt;&gt;<a href="https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil-3-das-unheil-nimmt-seinen-lauf/"> </a>Hier zu <a href="https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil-3-das-unheil-nimmt-seinen-lauf/">Schicksal der Familie Homburger – Teil3 – Das Unheil nimmt seinen Lauf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">&gt;&gt;&gt; Hier zu&nbsp;<a href="https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil-4-die-flucht-nach-bolivien/">Schicksal der Familie Homburger – Teil4 – Flucht nach Bolivien</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">&gt;&gt;&gt; Hier zu <a href="https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil1-juedisches-leben-in-nauen/">Schicksal der Familie Homburger – Teil1 – Jüdisches Leben in Nauen</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Autor: Uwe Ulrich</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quellennachweis:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Aus der Geschichte der Stadt Nauen, die ehemalige Jüdische Gemeinde von Ursula Arzbächer</li>



<li>Wie in einer Rumpelkammer, Erinnerungen 1923 – 2005 von Günther Mönke</li>



<li>Transnationale Spurensuche in den Anden, von geflüchteten Juden, „Altdeutschen“ und Nazis in</li>



<li>Bolivien von Juliana Ströbele-Gregor</li>



<li>Hotel Bolivia von Leo Spitzer</li>



<li>Und seh’n wir die Heimat nicht wieder – vom märkischen Nauen zum nördlichen Eismeer 1941 -1945</li>



<li>von Kurt Raschke</li>



<li>Das Landwerk Neuendorf: Berufsumschichtung – Hachschara -Zwangsarbeit von Harald Lordick</li>



<li>Nauener Heimatblätter, herausgegeben von den Nauener Heimatfreunden 1990 e.V.</li>



<li>In Nauen durch die Jahrhunderte von Martina al Diban</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Für die freundliche Unterstützung bei der Recherche und für die Übergabe von Dokumenten,<br>Fotos und Informationen möchten wir uns bedanken bei:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Brandenburgisches Landeshauptarchiv Potsdam, Rep. 8 Stadt Nauen Nr. 101 und Rep. 36A</li>



<li>Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg F648 (BLHA)</li>



<li>Niedersächsisches Landesarchiv Hannover, Nds. 110 W Acc. 8/90 Nr. 221/19 und Acc. 31/99 Nr.</li>



<li>210927 (NLA)</li>



<li>Landesarchiv Berlin</li>



<li>Kreis- und Verwaltungsarchiv des Landkreises Havelland, Herrn Uwe Siegfried</li>



<li>Magistrat der Stadt Gedern, insbesondere dem Stadtarchivar Herrn Erhard Müth</li>



<li>Geschichte hat Zukunft – Neuendorf im Sande e.V., Herrn Bernd Pickert</li>



<li>Stadt Nauen, insbes. dem Bürgermeister Herrn Manuel Meger und Herrn Christoph Artymiak</li>



<li>Goethe-Gymnasium Nauen, insbes. Herrn Wieland Breuer und Frau Uta Reichel sowie den</li>



<li>Schülerinnen und Schülern des Leistungskurs Geschichte Klasse 12</li>



<li>Frau Ursula Arzbächer, Nauen und Herrn Günther Mönke, St. Ingbert</li>



<li>Herrn Wolfgang Johl und Herrn Bodo Kalkowski, Nauen (Nauener Heimatfreunde 1990 e.V.)</li>



<li>Herrn Wolfgang Wiech, Nauen (Nauener Nachtwächter)</li>



<li>Frau Juliana Ströbele-Gregor, Berlin sowie Herrn und Frau Nölte, Nauen</li>



<li>Herrn Marco Strahlendorf, Wustermark und Herrn Axel Schröder, Nauen</li>



<li>Herrn Axel Huber, Singen und Herrn Andreas Freiberg, Berlin</li>



<li>Frau Karla Meyer/Berlin, Herrn Mario Oberling/Falkensee, Herrn Jim Harrison/Dallgow</li>



<li>Herrn Jörg Zander, Frau Isabel Llorens, Frau Katharina Schorsch, Frau Sylke Hannasky</li>



<li>Frau Dr. Dr. Luisa Callejón, Berlin (Luisa Callejón Sprachdienste)</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">und bei allen anderen Freunden und Bekannten, die dieses Projekt ermöglicht haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Ganz besonderer Dank geht an die Tochter von Hans Homburger, Betty Homburger, für ihr<br>Vertrauen und ihre Bereitschaft, uns viele persönliche Dokumente und Informationen zur Verfügung<br>zu stellen.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil2-wer-waren-die-homburgers/">Schicksal der Familie Homburger – Teil 2 – Wer waren die Homburgers</a> erschien zuerst auf <a href="https://nauen.eu">Funkstadt Nauen</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
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