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	<title>Empfohlen Archive - Funkstadt Nauen</title>
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	<title>Empfohlen Archive - Funkstadt Nauen</title>
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		<title>Nauen: Eine Stadt, die sich &#8222;freigekauft&#8220; hat!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Mar 2026 16:06:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfohlen]]></category>
		<category><![CDATA[kurz & knapp]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hättest du gedacht, dass unsere Stadtgeschichte mit einem gigantischen Deal begann? Im Jahr 1292 hieß es in Nauen: Zahlen oder kein Stadtrecht! Die Einwohner mussten tief in die Tasche greifen, um den Markgrafen Otto und Conradus ihr Stadtrecht abzuluchsen. 222 Pfund Silberpfennige und 15 Silbermark flossen damals in die Kassen des Adels. Klingt nach viel? [&#8230;]</p>
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<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/03/619829566_1342496987916128_6277320048132167022_n-1.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="918" height="640" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/03/619829566_1342496987916128_6277320048132167022_n-1.jpg" alt="" class="wp-image-1405" style="width:300px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/03/619829566_1342496987916128_6277320048132167022_n-1.jpg 918w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/03/619829566_1342496987916128_6277320048132167022_n-1-300x209.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/03/619829566_1342496987916128_6277320048132167022_n-1-768x535.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2026/03/619829566_1342496987916128_6277320048132167022_n-1-676x471.jpg 676w" sizes="(max-width: 918px) 100vw, 918px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Hättest du gedacht, dass unsere Stadtgeschichte mit einem gigantischen Deal begann? Im Jahr 1292 hieß es in Nauen: Zahlen oder kein Stadtrecht!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einwohner mussten tief in die Tasche greifen, um den Markgrafen Otto und Conradus ihr Stadtrecht abzuluchsen. 222 Pfund Silberpfennige und 15 Silbermark flossen damals in die Kassen des Adels. Klingt nach viel? Es war ein Vermögen!</p>



<span id="more-1404"></span>



<h2 class="wp-block-heading">Was war dieser Preis heute wert?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Man kann das auf zwei Arten rechnen – und beide sind absolut beeindruckend:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der reine &#8222;Bling-Bling&#8220;-Wert: Hätten wir die 85 kg Silber heute im Tresor, entspräche das einem Materialwert von rund 221.000 Euro.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wahre Kaufkraft (Der &#8222;Wahnsinns-Check&#8220;): Im Mittelalter war Silber viel seltener als heute. Für diese Summe hätte man damals:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über 20 stattliche Stadthäuser kaufen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine ganze Söldnertruppe für einen Kriegszug finanziert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In heutigem Geldwert ausgedrückt: Wir reden hier von 2 bis 5 Millionen Euro!</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was gab es dafür?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als &#8222;Gegenleistung&#8220; bekamen die Nauener nicht nur das Recht, sich Stadt zu nennen, sondern auch 400 Hektar Land. Ein Investment, das sich über die Jahrhunderte definitiv ausgezahlt hat!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es war kein Taschengeld, sondern eine Summe, die sonst nur Klöster oder der Hochadel bewegten. Nauen war also schon damals bereit, für seine Freiheit und Zukunft groß zu investieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Schicksal der Familie Homburger &#8211; Teil 1 &#8211; Jüdisches Leben in Nauen</title>
		<link>https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil-1-juedisches-leben-in-nauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Dec 2022 04:59:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfohlen]]></category>
		<category><![CDATA[Ereignisse]]></category>
		<category><![CDATA[Nauen Ausführlich]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeiten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die ersten Juden in Nauen &#8211; Bereits im Mittelalter gehörte Nauen zu den märkischen Städten in denen Juden ansässig waren. Im Jahre 1315 „schenkte“ Markgraf Waldemar der Stadt zwei Schutzjuden. Durch den Aufenthalt dieser Schutzjuden hatte Nauen eine sichere Einnahmequelle, denn diese mussten ein entsprechendes Schutzgeld entrichten. Meist wurden die Juden am Rand der Stadt [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Juden in Nauen &#8211; Bereits im Mittelalter gehörte Nauen zu den märkischen Städten in denen Juden ansässig waren. Im Jahre 1315 „schenkte“ Markgraf Waldemar der Stadt zwei Schutzjuden. Durch den Aufenthalt dieser Schutzjuden hatte Nauen eine sichere Einnahmequelle, denn diese mussten ein entsprechendes Schutzgeld entrichten. Meist wurden die Juden am Rand der Stadt untergebracht und auch nur dort geduldet. Juden wurden auch immer wieder für den Ausbruch von Epidemien, Hungersnöte oder Verteuerungen verantwortlich gemacht. Aber trotz solcher Verleumdungen gab es immer Juden die für Handel und Geldgeschäfte gebraucht wurden, andere Tätigkeiten waren ihnen untersagt. </p>



<span id="more-1080"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Ab dem 18. Jahrhundert wurden die Juden in Nauen sesshaft. Die Juden waren weiterhin vielen Beschränkungen in wirtschaftlicher, sozialer, beruflicher und rechtlicher Art ausgesetzt. Sie vielen durch ihre Art sich zu kleiden und ihrer Sprache, ein Gemisch aus Hebräisch und Deutsch in der Nauener Bevölkerung auf. Durch das erhalten gebliebene Nauener Stadtarchiv lässt sich die Entwicklung der jüdischen Gemeinde Nauens besser nachvollziehen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Die Bildung einer Jüdischen Gemeinde</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Juden waren gezwungen in einer jüdischen Gemeinde zu leben. Die Mitglieder der Gemeinde wählten einen Vorsteher, dieser war zuständig dafür die „weltlichen“ Gemeindeangelegenheiten zu verwalten. Des Weiteren war er damit betraut die Beiträge der Gemeindemitglieder einzuziehen und die Gemeindeabgaben an die Stadt zu zahlen. Vorsteher und Lehrer vertraten die jüdische Gemeinde gegenüber staatlichen Stellen. Das Versammlungshaus der Juden ist eine Synagoge, diese diente damals gleichzeitig als Gebetsraum, jüdisches Lehrhaus und Schule für die Kinder, die dort das Lesen und Schreiben hebräischer Schriften erlernten. Konnte sich eine jüdische Gemeinde keine Synagoge leisten, so wurden Privaträume als Versammlungsstätten genutzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die „Judensachen“ betreffend beinhalten die Polizeiakten des Magistrats für 1787 eine Aufstellung sämtlicher Juden der Stadt, also aller männlichen und weiblichen Personen. Demnach gab es 5 Schutzjuden, 6 Frauen, 17 Söhne, 11 Töchter, 4 Knechte, 4 Mägde und 2 öffentlich Bedienstete. Insgesamt seien es 49 Personen. 1795 hatte sich die Zahl der Schutzjuden auf 7 und 1800 auf 8 erhöht. Die Stadt hatte zu dieser Zeit 3076 Einwohner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahre 1800 ist die Jüdische Gemeinde wirtschaftlich so gefestigt, dass sie sich eine eigene Synagoge errichten kann. Es ist das Haus Nr. 11 in der damaligen Potsdamer Straße, der heutigen Goethestraße. Ab 1812 galten Juden galten als Preußische Staatsbürger. Damit genossen sie völlige bürgerliche Gleichstellung mit den Christen,&nbsp; das Recht der freien Niederlassung und der Gewerbefreiheit sowie das Recht, die Verwaltung von Lehr-, Schul- und Gemeindeämtern zu übernehmen. Doch die volle Verwirklichung dieser Ziele ließ wegen des Widerstandes großer Teile der übrigen Bevölkerung noch Jahrzehnte auf sich warten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da die jüdischen Bürger nun im ganzen Lande ihren Aufenthalt nehmen konnten, kamen sie teils in Konflikt mit den bereits sesshaften Mitgliedern der Jüdischen Gemeinden, die neue tüchtige Zuwanderer als Konkurrenten betrachteten. So teilten am 19. Januar 1817 Nauener jüdische Handelsleute dem Magistrat mit, dass sie nicht damit einverstanden seien, dass sich ein israelitischer Handelsmann aus der Altmark hier niederließe. Doch nach einem langen Schriftverkehr mit dem Magistrat und der Regierung in Potsdam wurde am 17. Juli 1817 entschieden, dass der Niederlassung der Gebrüder Moses und Aron Schönfeld nichts entgegenstehe. </p>



<p class="wp-block-paragraph">1819 errichtete die Jüdische Gemeinde außerhalb der Stadt, am Weinberg, eine neue Begräbnisstätte. Im Stadtforst erwarb sie dafür von der Stadt Land. Diese Anlage erhielt eine der Unebenheit des Geländes angepasste Mauer und eine Friedhofshalle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nauens Einwohnerzahl war 1890 auf 8.040 angestiegen. Die Mitgliederzahl der Jüdischen &nbsp;Gemeinde erweiterte sich bis 1892 auf insgesamt 84 Personen in 22 Familien. Es war die Zeit, in der Nauen einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte. Die 1899 erbaute Zuckerfabrik ließ viele neue Arbeitsplätze entstehen, und mehrere tausend Landwirte der Umgebung waren diesem Betrieb als Rübenanbauunternehmer angeschlossen. Die erhebliche Steuerkraft des Unternehmens bedeutete für die Stadt eine sichere Einnahmequelle. Nauen wurde in dieser Zeit auch zu einem Verkehrsknotenpunkt. 1890 eröffnete man den Vorortverkehr mit Berlin. 1892/93 entstand die Bahnstrecke Nauen &#8211; Ketzin, die auch für die Verbindung der Zuckerfabrik mit ihrem zweiten Betrieb in Ketzin von Bedeutung war. 1901 schaffte man mit der Schmalspurbahn zwischen Nauen &#8211; Senzke &#8211; Rathenow eine Verbindung, die die großen landwirtschaftlichen Betriebe mit Nauen verband. 1902 wurde die Staatsbahn von Nauen nach Wildpark eröffnet, und 1904 bekam Nauen durch die „Töpper-und Kachelbahn&#8220; eine Verbindung nach Velten, dem Zentrum der Kachelindustrie. Das alles belebte den Standort Nauen. So fanden 1901 in Nauen 190 Handwerksbetriebe ihr Auskommen. Die gestiegene Kaufkraft förderte das Entstehen von Geschäftshäusern, und mit dem wachsenden Wohlstand veränderte sich auch das Stadtbild. Die stattlichen Bauten in der Mittelstraße stammen z. B. aus dieser Zeit, und so manches alte Bürgerhaus wurde umgestaltet. Auch jüdische Kaufleute und Händler trugen dazu bei, dass sich die Wirtschaft dieser Region belebte.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Die Ungleichbehandlung der Juden</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">1750 wurde durch Friedrich II (Friedrich der Große) eine Grundlage geschaffen, wodurch die Rechte und Pflichten der Juden erfasst wurde. Jeder Jude bekam nun eine Zugehörigkeit, diese waren in 6 Gruppen unterteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die oberste Gruppe waren die <em>Generalprivilegierten</em>.&nbsp; Dabei handelte es sich um eine sehr kleine aber reiche Gruppe, die durch Geschäftstätigkeit ihr Ansehen erlangt hatte. Diese Gruppe konnte wohnen wo sie wollte, konnte Häuser und Grundstücke erwerben. Die Kinder konnten die Eltern beerben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der zweiten Gruppe handelte es sich um „<em>ordentliche Schutzjuden</em>“. Sie konnten ihre Wohnung nicht selbst wählen, durften sich aber beruflich betätigen. Den Status des Geschütztseins durften sie nur auf zwei Kinder vererben. Das erste Kind musste allerdings mehr als 1.000 Taler besitzen, das zweite Kind musste 10.000 Taler vorweisen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gruppe waren die „<em>außerordentlichen Schutzjuden</em>&#8222;, bei denen hatte nur eine männliche Person das Privileg sich an einem Ort aufzuhalten. Starb die betreffende Person, konnte seine Witwe mit den Kindern sofort ausgewiesen werden. Zu dieser Gruppe gehörten meist Handwerker und Ärzte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den oben genannten drei Gruppen war der Staat stets zur Stelle und zog regelmäßig Judensteuern und Abgaben ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der vierten Gruppe gehörten die Beamten der jüdischen Gemeinde wie Rabbiner, Kantor, Schächter und die Lehrer an. Während ihrer Amtszeit hatten sie den Status der „außerordentliche Schutzjuden“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die fünfte Gruppe bestand aus den <em>Geduldeten</em>. Sie waren von jeglicher handwerklichen und kaufmännischen Tätigkeit ausgeschlossen und waren auch völlig schutzlos. Doch sie durften sich in eine Familie der oberen beiden Gruppen einheiraten, dazu gehören auch alle Kinder der oberen Gruppe die den Status nicht vererbt bekamen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die sechste Gruppe bestand aus <em>den privaten Angestellten</em>. Sie durften nicht heiraten und durften nur so lange bleiben, wie ihr Arbeitsverhältnis andauerte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wollte ein Jude die Stadt verlassen musste das durch den Magistrat der Stadt genehmigt werden. Am 05. Mai 1724 wurde durch den Nauener Bürgermeister solch ein Attest ausgestellt das folgenden Wortlaut beinhaltete: „Es wird hiermit attestiert, dass der Vorzeiger dieses Papieres Jacob Levin ist, ein Jude von 20 Jahren, mit mittelmäßiger Statur und mit schwarzen Haaren. Er hält sich beim hiesigen Schutzjuden Salomon Marcus als sein Dienstjunge auf. Er wird von demselben in zulässigen Verrichtungen gebraucht und verschickt. Und da die Schutzjuden Erlaubnis haben, Dienstboten zu halten, folglich selbiger im Lande zu sein berechtigt ist, ersuchen wir hierdurch jeden, sich dienstfreundlich dem beschriebenen Juden gegenüber zu verhalten und ihn ungehindert passieren zu lassen. Sollte er dieses Attest missbrauchen, ist mit einer harten Bestrafung zu rechnen. Beim Verlassen seines Dienstes muss es uns zurückgegeben werden.&#8220; <em>(Quelle: Die ehemalige Jüdische Gemeinde von Ursula Arzbächer)</em> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese ganzen Vorschriften führten mehr und mehr dazu, dass sich die Juden von den übrigen Bürgern abgegrenzt und sich als geduldete Außenseiter fühlten. Dadurch schlossen sich enger an die religiöse Gemeinschaft.</p>



<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Ende der jüdischen Gemeinde in Nauen</strong></h2>



<p class="wp-block-paragraph">Anfang des 20. Jahrhunderts nach dem Ende des ersten Weltkriegs war Deutschland am Boden. Eine hohe Inflation und die Weltwirtschaftskrise mit einer nie dagewesenen Arbeitslosigkeit brachten zahlreiche Menschen in äußerste Not. Die von Hitler 1925 gegründete NSDAP wusste diese Situation zu nutzen, gewann sie doch mit ihrer rassistisch geprägten Ideologie immer mehr an Boden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nauen, mit einer bis dahin stark von der SPD und KPD geprägten aktiven Wählerschaft, verlor immer mehr Stimmen an die Nationalsozialisten. Bei den Reichstagswahlen am 06. November 1932 erhielten die Nationalsozialisten in Nauen 2.151 Stimmen, die KPD 1.961, die SPD 1.173 und die DNVP 793. Weit abgeschlagen fanden sich das Zentrum, die Volkspartei, die Wirtschaftspartei und die Staatspartei.<sup> (Quelle: Die ehemalige Jüdische Gemeinde von Ursula Arzbächer)</sup> Anfang des 20. Jahrhunderts waren einige Kaufleute, Gewerbetreibende, Ärzte und andere Bürger jüdischen Glaubens in Nauen ansässig. Anhand dieser Übersicht erfährt man eine Vielseitigkeit Tätigkeiten.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/kaufhaus-emil-hirsch-um-1910-privatarchiv-uwe-ulrich-1.jpg"><img decoding="async" width="800" height="508" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/kaufhaus-emil-hirsch-um-1910-privatarchiv-uwe-ulrich-1.jpg" alt="Kaufhaus Emil Hirsch um 1910 / Privatarchiv Uwe Ulrich" class="wp-image-1082" style="width:400px;height:254px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/kaufhaus-emil-hirsch-um-1910-privatarchiv-uwe-ulrich-1.jpg 800w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/kaufhaus-emil-hirsch-um-1910-privatarchiv-uwe-ulrich-1-300x191.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/kaufhaus-emil-hirsch-um-1910-privatarchiv-uwe-ulrich-1-768x488.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/kaufhaus-emil-hirsch-um-1910-privatarchiv-uwe-ulrich-1-425x270.jpg 425w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Kaufhaus Emil Hirsch um 1910 / Privatarchiv Uwe Ulrich</em></figcaption></figure>
</div>


<ul class="wp-block-list">
<li><em>Warenhaus Hirsch</em> war Anfang des 20. Jahrhunderts noch Mieter im Voss&#8217;schen Haus &nbsp;in der Mittelstraße 33/34, bezog etwa 1909 das eigene Haus in der Mittelstraße 37, Frau Hulda Marcus war seit den 20er Jahren die Geschäftsinhaberin</li>



<li>In der Mittelstraße 33/34 wohnte der <em>Viehhändler Julius Frank</em>.</li>



<li><em>Buch- und Papierhandlung Paul Jankowsky</em> in der Mittelstraße 1</li>



<li>Mittelstraße 49, <em>Möbelgeschäft Adolf Loewenthal</em></li>



<li>Eckgebäude Berliner Straße 7, das <em>Kaufhaus Geschwister Ploschitzki</em>, zu dieser Zeit von Herrn Herman Laser geführt</li>



<li>im gleichen Hause, Witwe <em>Frieda Eck, geb. Gottschalk mit einer Damenschneiderei</em></li>



<li>gegenüber, Berliner Straße 14, <em>Leopold Zimmermann der Inhaber des Geschäftes für Kurz- und Weißwaren</em> (B. Richter Nachfolger)</li>



<li>Berliner Straße 35, die spätere „Bürgermeister Villa“, bewohnte der <em>Kaufmann Alfred Frank</em> (Rittergutsbesitzer und Kommissionsrat)</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><em>Viehhändler Adolf Gottschalk</em> wohnte in der Gartenstraße 39, später in der Goethestraße 46</li>



<li>Gartenstraße 1, <em>Fuhrunternehmen Max Bernstein</em> (Pferdekutschen und Fuhrwerke)</li>



<li><em>Fotoatelier Isidor Laski</em>, Dammstraße 17</li>



<li><em>Kaufmann Emil Homburger</em>, Marktstraße 19 mit einem Konfektionsgeschäft</li>



<li><em>Altstoffhandel Georg Lewinsohn</em>, Brandenburger Straße 37</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Herrmann Schiff Musikalienhandlung</em>, Potsdamer-Str. 55 (heutige Goethestraße)<br><em>(Quelle: Die ehemalige Jüdische Gemeinde von Ursula Arzbächer)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie geachtet diese Geschäftsleute waren, wird in einer Veröffentlichung von 1932 deutlich. Die jüdischen Kaufleute Paul Jankowsky, Leopold Zimmermann und Hermann Laser wurden als Mitglieder des Verbandes für Handel und Gewerbe erwähnt, deren Firmen in Nauen länger als 25 Jahre bestanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu dieser Zeit praktizierten auch 4 jüdische Ärzte in Nauen.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><em>Dr. Benjamin Hodesmann</em>, Praxis in seinem Haus in der Dainmstraße 39 a</li>



<li><em>Zahnarzt Lebram</em> praktizierte in der Dammstraße 15</li>



<li><em>Augenarzt Dr. Ernst Schmerl</em> wohnte zu dieser Zeit in der Friedrichstr. 1 (heute Paul-Jerchel-Straße), später in der Brandenburger Straße 13</li>



<li><em>Kinderärztin Dr. Olga Philip</em> hatte ihre Praxis in der Hamburger Straße 4<br><em>(Quelle: Die ehemalige Jüdische Gemeinde von Ursula Arzbächer)</em></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Dr. B. Hodesmann war in dieser Zeit der Vorsitzende der Ärztlichen Abrechnungsstelle für Privatpraxis, Havelland e. V. Nauen. Zu dem Personenkreis mit jüdischer Tradition gehörte auch der ehemalige Kaufmann Albert Jacoby, der als Rentner in seinem Haus in der Mittelstraße 47 wohnte. Da die meisten der jüdischen Bürger durch ihre berufliche Tätigkeit in der Gesellschaft sehr präsent waren, konnte der Eindruck entstehen, dass sie einen hohen Bevölkerungsanteil erreicht hätten. Das war jedoch nicht der Fall. 1932 waren 13 jüdischen Familien mit insgesamt etwa 33 Personen. Selbst wenn nicht alle erfasst gewesen sein sollten, blieb ihr Anteil gering, da Nauens Einwohnerzahl 1929 immerhin auf 10.488 angewachsen war.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Das Schicksalsjahr der Juden</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als Reichspräsident Hindenburg am 30.Januar 1933 Hitler zum Reichskanzler beruft nimmt das &nbsp;Schicksal für die seinen Lauf. Zu dieser Zeit gab es in Deutschland über 6 Millionen Arbeitslose und vielen von denen erhofften sich durch den neuen Reichskanzler eine Verbesserung der Lage. Nur so ist es verständlich, dass Hitler so viele Gefolgsleute fand die ihn bei den Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung unterstützte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als am 01.04.1933 die Zeitungen im ganzen Reich zum Boykott aller nichtarischen Geschäfte aufriefen, konnte die Havelländische Rundschau in der gleichen Ausgabe bereits mit einer Vollzugsmeldung aufwarten:</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/NS-Boykott-gegen-ein-juedisches-Geschaeft-in-Berlin-01041933-Bundesarchiv-Bild-102-14468.jpg"><img decoding="async" width="800" height="529" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/NS-Boykott-gegen-ein-juedisches-Geschaeft-in-Berlin-01041933-Bundesarchiv-Bild-102-14468.jpg" alt="NS-Boykott gegen ein jüdisches Geschäft in Berlin 01.04.1933(Bundesarchiv Bild 102-14468)" class="wp-image-1084" style="width:400px;height:265px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/NS-Boykott-gegen-ein-juedisches-Geschaeft-in-Berlin-01041933-Bundesarchiv-Bild-102-14468.jpg 800w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/NS-Boykott-gegen-ein-juedisches-Geschaeft-in-Berlin-01041933-Bundesarchiv-Bild-102-14468-300x198.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/NS-Boykott-gegen-ein-juedisches-Geschaeft-in-Berlin-01041933-Bundesarchiv-Bild-102-14468-768x508.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/NS-Boykott-gegen-ein-juedisches-Geschaeft-in-Berlin-01041933-Bundesarchiv-Bild-102-14468-408x270.jpg 408w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>NS-Boykott gegen ein jüdisches Geschäft in Berlin 01.04.1933(Bundesarchiv Bild 102-14468)</em></figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Der Boykott in Nauen“ &#8211; Umzug durch die Stadt<br>Gestern Abend kündete ein Umzug durch die Straßen der Stadt Nauen den Beginn des heute auch hier einsetzenden Boykotts der jüdischen Geschäfte und Ärzte an. Unter Vorantritt der SS- und der SA-Reservekapelle marschierten die Nauener SA, die Motorstaffel, die SA-Reserve und Mitglieder der NSBO unter Mittführung von Transparenten, die zum Boykott der jüdischen Geschäfte aufforderten, vor einige der zu boykottierenden Geschäfte. Die Kapelle spielte dort das Lied: „Muss i denn, muss i denn zum Städele hinaus&#8230;“. Auf dem Rathausplatz endete der Demonstrationsmarsch. Die Teilnehmer marschierten im Kreise auf, und der Ortsgruppenleiter der NSDAP, Runge, forderte in einer zündenden Ansprache zum Boykott der durch SA-Posten oder Schilder gekennzeichneten Geschäfte und Ärzte auf Vom Boykott-Ausschuß der Ortsgruppe Nauen geht uns folgender Aufruf zu: „Wir fordern hierdurch alle Einwohner von Nauen u. Umgebung dringend auf, sämtliche jüdischen Geschäfte sowie *Ärzte zu boykottieren, die wir durch SA-Posten und Plakatträger gekennzeichnet haben.&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 03.04.1933 informierte die gleiche Zeitung über die:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Durchführung der Boykottaktion in Nauen Ordnungsgemäß setzte Samstagmorgen punkt 10 Uhr der Boykott der jüdischen Geschäfte in Nauen ein. Posten der SA und der SA-Reserve besetzten die Geschäftseingänge und hingen Schilder vor die Türen, die zum Boykott aufforderten! Die Vorgänge wurden vom Publikum ruhig oder beifällig, je nach Einstellung beobachtet. Die meisten der vom Boykott betroffenen Geschäfte hatten freiwillig geschlossen. Auch vor den Häusern der jüdischen Ärzte standen Posten, die durch Schilder aufforderten, sich bei deutschen Ärzten behandeln zu lassen. Irgendwelche Zwischenfälle ereigneten sich nicht.&#8220;</em></p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Die „Reichskristallnacht“ und ihre Folgen</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die rasant zunehmende Ausgrenzung und der damit verbundenen Perspektivlosigkeit und Gefahr verließen auch jüdische Familien Nauens ihre oft jahrzehntelange Wirkungsstätte. Meistens war es erst einmal ein Eintauchen in die Anonymität einer Großstadt wie Berlin. Wer über die Mittel verfügte, dem gelang auch noch die Ausreise, andere versuchten eine illegale Flucht. Beides bedeutete am Ende den Verlust all dessen, was sie sich erarbeitet hatten. So gab es 1938 nur noch neun jüdische Haushalte in Nauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als am 07. November 1938 der deutsche Legationssekretär Ernst vom Rath in Paris von dem polnischen Juden Herschel Grynszpan ermordet wurde, organisierte der Propagandaminister Goebbels sofort ein Massenpogrom, schlimme antijüdische Ausschreitungen in ganz Deutschland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die Vorkommnisse während der sogenannten „Reichskristallnacht&#8220;, stand in der Havelländischen Rundschau vom 11.11.1938 folgende Veröffentlichung:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Antijüdische Kundgebungen im Osthavelland</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>„Die berechtigte Entrüstung über die jüdische Untat an dem jungen deutschen Diplomaten vom Rath in Paris hat gestern auch im Kreise Osthavelland zu starken antijüdischen Kundgebungen geführt. In Nauen wurden in den Mittagsstunden die Schaufenster der beiden noch vorhandenen jüdischen Geschäfte eingeschlagen und die Ladeneinrichtungen demoliert. Selbstverständlich sind die Waren unangetastet geblieben. Weiter sind die Synagoge in der Potsdamer Straße und die Räume der anderen in Nauen wohnhaften Juden durch die allgemeine Empörung in Mitleidenschaft gezogen worden&#8230;&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Genaueres erfährt man da schon in einem Bericht des Polizeimeisters in Nauen vom 11. November:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Die Empörung der hiesigen Bevölkerung über den jüdischen Mord an einem deutschen Diplomaten in Paris hat sich am gestrigen Tage auch in Nauen Luft gemacht“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dann folgte in einem Vermerk des Polizeimeisters eine Liste mit zehn Anschriften von Geschäften und privaten Wohnräumen, die demoliert wurden:</p>



<p class="wp-block-paragraph">1. Synagoge Potsdamer Straße<br>2. Zahnpraxis Lebram, Adolf-Hitler-Straße<br>3. Geschäft der Geschwister Laski, Adolf-Hitler-Straße<br>4. Augenarzt Schmerl, kleine Dachwohnung<br>5. Geschäft Homburger, Marktstraße 10<br>6. Haus Homburger, Am Ritterfeld 22<br>7. Schiff Geschäfts- und Wohnraum, Potsdamer Straße<br>8. Gottschalk, Wohnraum, Potsdamer Straße<br>9. Frl. Dr. Philipp, Wohnraum, Hamburger Straße<br>10. Frau Eck, Wohnraum, Berliner Straße 7&#8243;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwei Straßennamen entsprechen nicht der heutigen Bezeichnung. Die Adolf-Hitler-Straße wurde in Dammstraße umbenannt. Die Potsdamer Straße ist die heutige Goethestraße.<br><em>(Quelle: Die ehemalige Jüdische Gemeinde von Ursula Arzbächer)</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer anderen Erklärung des Polizeimeisters erfährt man, dass zehn Juden männlichen und weiblichen Geschlechts am gleichen Tag verhaftet und bis auf eine Person nach einigen Stunden wieder freigelassen wurden. Die nicht gleich wieder auf freien Fuß gesetzte Person war der Leiter der jüdischen Gemeinde in Nauen, der Kaufmann Emil Homburger, der laut eingereichter Vermögenserklärung als „vermögender Jude&#8220; galt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Nauen fanden sich damals genügend Mitglieder der SA, der SS und der ihnen angeschlossenen Organisationen, die dem Aufruf des Propagandaministers folgten und in übler Weise das Eigentum der jüdischen Mitbürger zerstörten, sie persönlich angriffen und dem Gespött grölender Mitläufer preisgaben. Kaum jemand wagte es, diese Untaten beim Namen zu nennen. Die Angst, sich selbst in Gefahr zu bringen, ließ die meisten Menschen zu stummen Zeugen werden. Anfang Dezember berichtete sogar der Bürgermeister dem Landrat: &#8222;Die Art des Vorgehens gegen die Juden fand bei dem größten Teil der Bevölkerung kein Verständnis. Verurteilt wurde das Beschädigen und Vernichten von Wertgegenständen. Besonders verärgert waren die Volksgenossen über die Zerstörung der Wohnungseinrichtung bei einer ärmlichen Familie, in welcher der Ehemann Jude und die Ehefrau deutschblütig ist&#8220;</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/Nauen-um-1938-Strasse-der-SA-Mittelstrasse-Privatarchiv-Uwe-Ulrich.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="800" height="499" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/Nauen-um-1938-Strasse-der-SA-Mittelstrasse-Privatarchiv-Uwe-Ulrich.jpg" alt="Nauen um 1938, Straße der SA (Mittelstraße) Privatarchiv Uwe Ulrich" class="wp-image-1087" style="width:400px;height:250px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/Nauen-um-1938-Strasse-der-SA-Mittelstrasse-Privatarchiv-Uwe-Ulrich.jpg 800w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/Nauen-um-1938-Strasse-der-SA-Mittelstrasse-Privatarchiv-Uwe-Ulrich-300x187.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/Nauen-um-1938-Strasse-der-SA-Mittelstrasse-Privatarchiv-Uwe-Ulrich-768x479.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2022/11/Nauen-um-1938-Strasse-der-SA-Mittelstrasse-Privatarchiv-Uwe-Ulrich-433x270.jpg 433w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Nauen um 1938, Straße der SA (Mittelstraße) Privatarchiv Uwe Ulrich</em></figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Mit der am 03.12.1938 erlassenen Verordnung über den Zwangsverkauf (entschädigungslos &nbsp;Zwangs &#8211; „Arisierung&#8220;) jüdischer Geschäfte, Betriebe, Land-, Forst- und Grundeigentums wurde auch den letzten Geschäftsleuten die Existenzgrundlage entzogen. Jegliche Präsenz jüdischen Geschäftslebens wurde aus dem Bild der Städte verbannt. Die Verordnung über den Zwangsverkauf verschaffte der Stadt auch die Möglichkeit, die beiden Grundstücke der jüdischen Gemeinde zu erwerben. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 1. März 1939 musste Herr Homburger, als letztes noch hier wohnendes Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde, den Kaufvertrag über das Grundstück mit der Synagoge abschließen. Dass die Synagoge in der „Reichskristallnacht&#8220; nicht angezündet wurde, ist wohl dem Umstand zu verdanken, dass sie direkt neben dem Gebäude des Sattlermeisters Max Wendt stand, einem stadtbekannten SS-Führer. Das Gelände des jüdischen Friedhofes musste 01. März 1939 für 100,00 RM an die Stadt abgetreten werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">&gt;&gt;&gt; Hier zu <a href="https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil2-wer-waren-die-homburgers/">Schicksal der Familie Homburger – Teil 2 – Wer waren die Homburgers</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">&gt;&gt;&gt;<a href="https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil-3-das-unheil-nimmt-seinen-lauf/"> </a>Hier zu <a href="https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil-3-das-unheil-nimmt-seinen-lauf/">Schicksal der Familie Homburger – Teil3 – Das Unheil nimmt seinen Lauf</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">&gt;&gt;&gt; Hier zu <a href="https://nauen.eu/schicksal-der-familie-homburger-teil-4-die-flucht-nach-bolivien/">Schicksal der Familie Homburger &#8211; Teil4 &#8211; Flucht nach Bolivien</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Quellennachweis:</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Aus der Geschichte der Stadt Nauen &#8211; Die ehemalige Jüdische Gemeinde von Ursula Arzbächer</em></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Führer durch die Kreis- und Funk-Stadt Nauen / Baldus Ferdinand</li>



<li>Geschichte von Nauen und Osthavelland / Ernst Georg Bardey</li>



<li>Boykott-Entrschnung-Pogrom-Deportation Die „Arisierung“ jüdischen Eigentums während der NS-Zeit-Studien und Dokumente / Irene Diekmann</li>



<li>Juden in Spandau vom Mittelalter bis 1945 / Alois Kaulen und Joachim Paul</li>



<li>Herr Moses in Berlin / Heinz Knobloch</li>



<li>Brandenburg-Preußen 1648 &#8211; 1789 / Max Oppenheimer, Horst Stuckmann und Rudi Schneider</li>



<li>Wanderungen und Fahrten in der Mark Brandenburg 6 / Hans Scholz</li>



<li>Kurze Geschichte der Stadt Nauen / C.F.F. Tiebel</li>



<li>Osthavelländisches Kreisblatt</li>



<li>Havelländischen Rundschau</li>



<li>Märkische Allgemeinen Zeitung</li>



<li>Stadtarchiv und Museum der Stadt Nauen</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Link:</strong> <a href="http://www.stolpersteine-falkensee.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Stolpersteingruppe Falkensee</a></p>
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		<title>Flucht aus der DDR &#8211; Spieler des BSG Einheit Nauen nutzen Freundschaftsspiel zur Flucht</title>
		<link>https://nauen.eu/flucht-aus-nauen-in-den-westen/</link>
		
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		<pubDate>Wed, 22 Apr 2020 17:05:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfohlen]]></category>
		<category><![CDATA[Ereignisse]]></category>
		<category><![CDATA[Nauen Ausführlich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kurz vor der Wende war es schwer als Normalsterbliche mal eben außer der Reihe in den Westen zu reisen und schon gar nicht im Spätsommer 1989 als die DDR schon am Boden lag. Doch es gab für ein paar Nauener die unverhoffte Gelegenheit und prompt ging es schief. Zwei Spieler der BSG Einheit Nauen nutzten [&#8230;]</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Kurz vor der Wende war es schwer als Normalsterbliche mal eben außer der Reihe in den Westen zu reisen und schon gar nicht im Spätsommer 1989 als die DDR schon am Boden lag. Doch es gab für ein paar Nauener die unverhoffte Gelegenheit und prompt ging es schief. Zwei Spieler der BSG Einheit Nauen nutzten die Gelegenheit zur Flucht aus der DDR.</p>



<span id="more-693"></span>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-large is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2020/04/Stadionheft_Spandau_gegen_Nauen_1989.pdf"><img loading="lazy" decoding="async" width="557" height="800" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2020/04/Stadionheft_Spandau_gegen_Nauen_1989-Titel.jpg" alt="Stadionheft Spandau gegen Nauen 1989" class="wp-image-698" style="height:400px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2020/04/Stadionheft_Spandau_gegen_Nauen_1989-Titel.jpg 557w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2020/04/Stadionheft_Spandau_gegen_Nauen_1989-Titel-209x300.jpg 209w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2020/04/Stadionheft_Spandau_gegen_Nauen_1989-Titel-188x270.jpg 188w" sizes="auto, (max-width: 557px) 100vw, 557px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Programmheft zum Download</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Am 23. September 1989 hatte Norbert Segebarth, SED-Parteisektretär im Nauener Verkehrsbetrieb, 17 Fußballer und drei Funktionäre der BSG Einheit Nauen, in die Havelstadt Spandau kutschiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch als die Nauener Delegation nach Ihrer 4:1 Niederlage gegen eine Spandauer Auswahl um ca. 20:00 Uhr den Rückweg antreten musste, waren zwei Sportler der Nauener Mannschaft verschwunden: Mannschaftskapitän Holger Friedrich aus Nauen und Fußballer Volker Tiede aus Brieselang.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Es verbreitete sich schnell das Gerücht, dass diese zwei Spieler mit Spielern aus Spandau einen Kurzbesuch des Kurfürstendamms unternommen hätten“, berichtete Delegationsleiter Waldemar Schorr, „dies veranlasste uns, die Entscheidung zu treffen, die Abfahrt um ca. 35 Minuten hinauszuzögern. Da hat sich eine gewisse Unruhe und Betroffenheit in der Mannschaft bemerkbar gemacht.“</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-large is-resized"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2020/04/Stadtauswahl-Nauen.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="750" height="563" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2020/04/Stadtauswahl-Nauen.jpg" alt="Stadtauswahl Spandau gegen Stadtauswahl Nauen 1989" class="wp-image-697" style="width:300px" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2020/04/Stadtauswahl-Nauen.jpg 750w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2020/04/Stadtauswahl-Nauen-300x225.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2020/04/Stadtauswahl-Nauen-360x270.jpg 360w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Zwei Tage später erklärte Nauens damaliger Bürgermeister Kuhn warnend: „Ich möchte mit Nachdruck erklären, dass sich die kommunalen Kontakte mit Spandau nur dann gedeihlich weiterentwickeln können, wenn die Spandauer Seite beim Empfang von Delegationen die Sicherheit Ihrer Gäste aus der DDR strikt gewährleistet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der beginnende Aufbruch in der DDR verhinderte den erwogenen Abbruch des Sportaustausches. Am 14. Oktober 1989 kam die Spandauer Stadtauswahl zum Rückspiel nach Nauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Spieler der BSG Einheit Nauen, Holger Friedrich und Volker Tiede sind bis nach dem Mauerfall im Westen verblieben und hatte somit erfolgreich das Freundschaftsspiel zur Flucht aus der DDR genutzt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-css-opacity"/>



<h2 class="wp-block-heading">Originalbericht einer Flucht aus der DDR</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Nauener Fußballer am 2. September 1989 zum Wettkampf nach Spandau fuhren, erstattete Waldemar Schorr Bericht. Er war damals „Vorsitzender des Kreisvorstands des Deutschen Turn-und Sportbunds (DTSB) der DDR&#8220;. Das SPANDAUER VOLKSBLATT bringt einen Auszug. Die Szene:<br>Die Nauener Delegation trifft sich mit den Spandauern zum Abschiedsessen. „In Absprache mit dem Gastgeber, Herrn Salomon, wurde gegen 20 Uhr Übereinstimmung zum Abschluss des Banketts getroffen. Dies entsprach der protokollarischen Festlegung des Programms. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es keinerlei Veranlassung, Sorge darüber zu empfinden, dass nicht das gesamte Kollektiv die Heimreise antritt. Nach der Aufforderung, den bereitstehenden Bus zu besteigen und das Reisegepäck zu fassen (aus der bis dahin verschlossenen Kabine), wurde festgestellt, dass zwei Reisetaschen in der Kabine standen. Nach der Durchsicht im Bus über die Anwesenheit stellte sich heraus, dass die Spieler Holger Friedrich (Mannschaftskapitän), wohnhaft: Nauen, (&#8230;) und Volker Tiede, wohnhaft: Briese-lang (&#8230;), nicht anwesend waren. Das nochmalige Durchsuchen der Umgebung durch uns war erfolglos. Der zur Verabschiedung anwesende Gastgeber, Herr Salomon. mit einer Reihe von Abgeordneten und Sportfunktionären, nahm von der Abwesenheit der beiden Sportler Kenntnis. Bei allen Anwesenden wurde Betroffenheit und Unverständnis sichtbar. Es verbreitete sich das Gerücht, dass diese zwei Spieler mit Spielern aus Spandau einen Kurzbesuch des Kurfürstendamms unternommen hätten. Dies veranlasste uns, die Entscheidung zu treffen, die Abfahrt um ca. 35 Minuten hinauszuzögern. Da hat sich eine gewisse Unruhe und Betroffenheit in der Mannschaft bemerkbar gemacht, und da am Bus auch weitere Bürger aus Westberlin sich anfanden, haben wir uns dazu entschlossen, die Abreise vorzunehmen. Herr Salomon und der Leiter seines Sportbüros gaben uns die Versicherung, dass, falls beide Sportler eintreffen, sie mit dem Pkw zur Grenze nachgeführt werden. Im Falle einer anderen Information über den Verbleib würde Herr Salomon sich direkt an den Bürgermeister von Nauen, Herrn Kuhn, wenden.</p>



<figure class="wp-block-embed alignright is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Flucht aus Nauen in den Westen" width="676" height="380" src="https://www.youtube.com/embed/YVq7rxU9IPs?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Beim Grenzübergang haben wir sofort die Grenz- und Sicherheitsorgane in Kenntnis gesetzt. Nach Ankunft in Nauen informierten wir den 1. Sekretär der Kreisleitung der SED, den Diensthabenden des DTSB-Bundesvorstandes in Berlin und den Bürgermeister der Stadt Nauen. Zusammenfassend schätzen wir ein, dass die Massenmedien (Fernsehen RIAS-TV und SFB) in ihrer gesamten Fragestellung und journalistischen Anlage einen provozierenden Charakter hatten. Das bezog sich auf a) die Ausreisewelle über Ungarn und mehr Freiheiten in der DDR, b) über unbürokratische Sportver-bindungen, c) Reaktion auf das Konsumangebot in den Schaufenstern der Geschäfte in Spandau. Diese Medienbelagerung entsprach nicht den vorher mit Herrn Salomon vereinbarten Protokollfragen. (&#8230;) Durch den Gastgeber wurden alle vorher besprochenen Programmpunkte eingehalten, und das Klima trug dazu bei, dass das Bemühen bestand, diese Veranstaltung erfolgreich abzuschließen. Die geführten Tischgespräche fanden in einer offenen und freimütigen Atmosphäre statt. Die Linienführung der Gastgeber (Spieler von Spandau) bei diesen Gesprächen war von der Hetze der westlichen Massenmedien geprägt.: — Vergleich Lebensniveau DDR—BRD—Berlin-West — Reisefreiheit — Fluchtwelle über Ungarn — Reformforderungen in der DDR.(. . .)&#8220;</p>
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		<title>Molkerei Nauen und die Milchpipeline &#8211; Von der Kuh direkt in die Molkerei</title>
		<link>https://nauen.eu/molkerei-nauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 May 2018 17:49:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Einrichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Empfohlen]]></category>
		<category><![CDATA[Nauen Ausführlich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>An einem Morgen wie jeden, im Oktober 1966 um 05:30 Uhr. Feierabend im Fischgrätenmelkstand des VEG Markee. Elektrisch gemolken, stehen die Schwarzbunten herum. Der Melkermeister kommt nochmals ins Melkhaus, blickt auf einige Manometer, schließlich dreht er an einem metallenen Hebel, so als öffne er schlechtweg irgedeinen Wasserhahn im Garten. 50 Minuten später quillt aus einem [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nauen.eu/molkerei-nauen/">Molkerei Nauen und die Milchpipeline &#8211; Von der Kuh direkt in die Molkerei</a> erschien zuerst auf <a href="https://nauen.eu">Funkstadt Nauen</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">An einem Morgen wie jeden, im Oktober 1966 um 05:30 Uhr. Feierabend im Fischgrätenmelkstand des VEG Markee. Elektrisch gemolken, stehen die Schwarzbunten herum. Der Melkermeister kommt nochmals ins Melkhaus, blickt auf einige Manometer, schließlich dreht er an einem metallenen Hebel, so als öffne er schlechtweg irgedeinen Wasserhahn im Garten. 50 Minuten später quillt aus einem handgelenkstarken Kunststoffrohr im Keller der <a href="https://nauen.eu/stadt-nauen/">Nauener Molkerei</a> das erfrischende Labsal. Gut gekühlt (etwa 4 Grad Celsius) verlässt das fett- und vitaminreiche Produkt seine unterirdische Ader, ohne auch nur ein einziges Mal von Menschenhand bewegt worden zu sein. Und dabei sind VEG Markee und die Molkerei Nauen dreieinhalb Kilometer voneinander entfernt. Des Rätsels Lösung? Seit einiger Zeit verbindet den Erzeugungs- und den Verarbeitungsbetrieb die erste Milchpipeline der DDR. Installiert vom Institut für Milchforschung Oranienburg, hat die in solcher Länge wohl einmalige Versuchsanlage ihre dreimonatige Durchlaufprobe bestens bestanden.</p>



<span id="more-289"></span>


<div class="wp-block-image size-medium wp-image-297">
<figure class="alignright"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="212" height="300" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-3-212x300.jpg" alt="molkerei nauen" class="wp-image-297" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-3-212x300.jpg 212w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-3-190x270.jpg 190w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-3.jpg 397w" sizes="auto, (max-width: 212px) 100vw, 212px" /></a><figcaption class="wp-element-caption"><em>Im Melkhaus des VEG Markee: Zwei in die Erde führende Rohrleitungen, zwei Manometer, ein Kompessor &#8211; der Anfang der Milchpipeline.</em></figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Die in frostfreier Tiefe in den Erdboden verlegte Trasse &#8211; bestehend aus zwei Polyethylenschläuchen &#8211; eröffnet dem Transport des wertvollen und hygienisch so empfindlichen Grundnahrungsmittels völlig neue und zudem vorteilhafte Wege. Man bedenke: In der DDR mussten täglich 15.000 Tonnen Milch von etwa 250.000 Erzeugern transportiert werden. Das bedeutete, dass wenigstens 80 Prozent der anfallenden Milch in Kannen (1 Million) abgefüllt wurden, dass Tag für Tag fast 13.000 Fahrzeuge mit 3.200 Tonnen Aluminium über Land fuhren. Damit aber nicht genug. Milch verlangt strikte Kühlung. Dazu benötigte man in den 553 Molkereien der DDR immerhin 300.000 Kilowattstunden. Kostenpunkt jeden Tag ungefähr <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mark_(DDR)">150.000 MDN.</a></p>


<div class="wp-block-image size-medium wp-image-298">
<figure class="alignleft"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="175" height="300" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-4-175x300.jpg" alt="molkerei nauen" class="wp-image-298" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-4-175x300.jpg 175w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-4-158x270.jpg 158w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-4.jpg 329w" sizes="auto, (max-width: 175px) 100vw, 175px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Skizze der Milchpipeline</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Das alles hatte die Experten des Oranienburger Milchforschungsinstituts (Leitung Professor Dr. Krüger) zu der Überlegung veranlasst: Was fließt, soll man nicht tragen. Die Vorteile der Pipeline liegen auf der Hand. Füllen, transportieren, waschen und desinfizieren der Aluminium-Milchkannen sowie der Rücktransport der Magermilch fallen weg. Dazu kommt, dass die Milch in ihrer Erdleitung durch die gleichbleibende Bodentemperatur eiskalt gehalten wird. Kein Mensch erwartete nun in den 9237 Gemeinden der DDR in Kürze mit dem Bau ähnlicher Milchleitungen beginnt. Das wäre auch utopisch gewesen. Auch weiterhin hatten sich die Genossenschaften auf den Milchtransport in Tankwagen konzentriert.</p>


<div class="wp-block-image size-medium wp-image-295">
<figure class="alignright"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="208" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-1-300x208.jpg" alt="molkerei nauen" class="wp-image-295" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-1-300x208.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-1-389x270.jpg 389w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-1.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Dennoch war dieses Beispiel keineswegs eine technische Spielerei. Es zeigt vielmehr, dass mit der weiteren Spezialisierung der damaligen Landwirtschaft neue strukturelle Bedingungen geschaffen wurden, die es möglich machten, in größeren Konzentrationpunkten der Viehwirtschft die Rationalisierung des Milchtransportes voran zu treiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die täglich eintreffende Milchmenge wurde mit dem Durchflusszähler gemessen. Die Pipeline überwandt einen Höhenunterschied von 15 Metern. Im Ausland kannte man nur kurze Leitungen (bis 700 Meter) auf ebenem Gebäude.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-4 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-6.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="750" height="563" data-id="300" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-6.jpg" alt="molkerei nauen" class="wp-image-300" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-6.jpg 750w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-6-300x225.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-6-360x270.jpg 360w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Einfahrt Molkerei Nauen</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-5.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="750" height="563" data-id="299" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-5.jpg" alt="molkerei nauen" class="wp-image-299" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-5.jpg 750w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-5-300x225.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-5-360x270.jpg 360w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Hauptgebäude Molkerei Nauen</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="750" height="503" data-id="296" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-2.jpg" alt="molkerei nauen" class="wp-image-296" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-2.jpg 750w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-2-300x201.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-2-403x270.jpg 403w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Rahm in Bottichen der Butterei</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="750" height="497" data-id="294" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen.jpg" alt="molkerei nauen" class="wp-image-294" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen.jpg 750w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-300x199.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/05/molkerei-nauen-407x270.jpg 407w" sizes="auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Vollmilch abgefüllt in Flaschen</figcaption></figure>
</figure>
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		<title>Funkstadt Nauen &#8211; Ohne Nauen kein Handy!</title>
		<link>https://nauen.eu/funkstadt-nauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Mar 2018 18:11:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bauwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Einrichtungen]]></category>
		<category><![CDATA[Empfohlen]]></category>
		<category><![CDATA[Nauen Ausführlich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Welt mit ihren anscheinend unermesslichen Weiten und ihren 2000 Millionen Bewohnern , das mächtige und im Weltall doch so winzige, anscheinend haltlos schwebende Sternengebilde horchte auf, jeden Tag um die gleiche Zeit, auf den Ruf: „Achtung! „Achtung! Sie hören jetzt das Nauener Zeitzeichen!“ Stets gibt Nauen so von neuem den Ton, die Zeit an. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die Welt mit ihren anscheinend unermesslichen Weiten und ihren 2000 Millionen Bewohnern , das mächtige und im Weltall doch so winzige, anscheinend haltlos schwebende Sternengebilde horchte auf, jeden Tag um die gleiche Zeit, auf den Ruf: „Achtung! „Achtung! Sie hören jetzt das Nauener Zeitzeichen!“ Stets gibt Nauen so von neuem den Ton, die Zeit an. Die ganze Welt richtet sich hierbei nach Nauen, dem funktechnischen Mittelpunkt der Welt. Mit Blitzesschnelle umkreisen die Funkmeldungen von Nauen den Erdball, die Weltmeere spielend überbrückend und die Verbindung zu den entferntesten Völkern der Erde herstellend. Für den Laien ein Wunder der Wissenschaft und der Technik.</span></p>



<span id="more-99"></span>


<div class="wp-block-image size-medium wp-image-262">
<figure class="alignleft"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/03/funkstadt-nauen.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="225" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/03/funkstadt-nauen-300x225.jpg" alt="funkstadt nauen" class="wp-image-262" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/03/funkstadt-nauen-300x225.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/03/funkstadt-nauen-360x270.jpg 360w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/03/funkstadt-nauen.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Erstes Gebäude der Funkstation Nauen</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Durch Nauen nahm Deutschland die führende Stelle im funktechnischen Leben der Völker ein. Wohl sind in den Jahren Funksender wie Pilze aus der Erde gewachsen, alle jedoch nur mit einem beschränkten Wirkungskreis. Von Nauen aber sprach man zur Welt.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Tag und Nacht und ununterbrochen schossen unsichtbar die elektrischen Wellen wie Blitze von den Nauener Funktürmen in den Äther. Etwa 20 Millionen Worte wurden jährlich nach Übersee von Nauen aus gefunkt. Der Gebührenwert hierfür betrug etwa 40 Millionen Mark. In der weltwirtschaftlichen Auswirkung vervielfältigt sich diese Summe, denn jedes Wort, jedes Gespräch hatte eine wirtschaftliche, politische oder sonstige wertvolle Bedeutung.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die 13 Verbindungen von Nauen gingen nach Nordamerika, Argentinien, Brasilien, Chile, Ägypten, Persien, China, Japan, Niederländisch-Indien, Siam, den Philippinen, Mexiko und Kuba. Sie sind dreimal so lang wie der Erdumfang nämlich rund 120.000 km. Der Verkehr nach Nordamerika war so stark, wie alle anderen Verbindungen zusammen. Über die Stationen in den genannten Ländern können von Nauen aus Verbindungen nach fast allen Orten in der Welt hergestellt werden. Nauen hatte sich so zu einem achtunggebietenden Faktor im Weltnachrichtenverkehr und in der Völkerverständigung entwickelt.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Besondere Dienste leistete die Großfunkstelle Nauen dem Deutschen Reiche im 1. Weltkrieg, als die Feindmächte die deutschen Überseekabel durchschnitten hatten und ein Verkehr mit den deutschen Kolonien und dem neutralen Auslande nur auf drahtlosem Wege möglich war.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Es war im Wesentlichen ein Verdienst der Nauener Station und ihrer Pioniere, dass heute fast jeder ein Handy besitzt, und wenn man in den entlegensten Winkeln der Provinz – wie in der Großstadt – in jedem Haushalt, in der Eisenbahn, im Flugzeug und auf hoher See Fernsehen, Radio und Mobilfunk nutzen kann.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Der Deutsche Heinrich Hertz machte Ende des 19. Jahrhunderts erste Funkversuche. Der Italiener Marcroni griff sie auf und baute die Erfindung in England aus, da sein eigenes Land ihr keine Unterstützung entgegenbrachte. Zu gleicher Zeit arbeiteten die deutschen Slaby, Braun und Graf Arco an der Erfindung, die die Welt in staunen setzte. Die Telefunkengesellschaft wurde gegründet. Durch sie entstand bereits im Jahr 1906 die erste Versuchsanstalt auf dem Moorboden hinter dem Nauener Stadtwald.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Durch seine Großstation ist Nauen weltberühmt geworden, und zwar zufällig, dadurch, dass der ideell an den Versuchen interessierte frühere Besitzer des Geländes, Stolze, dieses billig erst durch Pacht und später durch Kauf zur Verfügung stellte. Zudem erschienen die Vorbedingungen durch den Moorboden und die weitere Ebene erfüllt, und liegt der Platz nicht in der unruhigen Großstadt, ist aber mit Berlin durch den Vorortverkehr eng verbunden. Einst umfasste das Gelände 2,5 Millionen Quadratmeter und stellte mit seinen bis zu 265 Meter hoch in den Himmel ragenden Masten und sonstigen Anlagen einen Wert von vielen hundert Millionen Mark dar, die Anlage war damals technisch so entwickelt, dass zu ihrer gesamten Bedienung eine Belegschaft von 90 Personen genügten und von dieser die projektierte, eigene Reserve-Stromerzeugung mitbetreut werden konnte. Der erforderliche laufende elektrische 50periodische Drehstrom mit 50.000 Volt Spannung wurde der Station durch die Märkischen Elektrizitätswerke vom Großkraftwerk Finkenwerder bei Frankfurt an der Oder zugeführt, und zwar auf 3 Freileitungen bis zum Schalthaus beim Stationsgebäude. Von diesem wurde der Strom auf Erdkabeln zur Transformatorenanlage geleitet, in der die erforderliche Umformung erfolgte. Ihren Wasserbedarf deckt die Station beim Wasserwerk der Stadt Nauen.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die gewaltigen Anlagen der Station wurden während des und nach dem 1. Weltkrieg errichtet.</span></p>


<div class="wp-block-image size-medium wp-image-263">
<figure class="alignright"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/03/funkstadt-nauen-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="226" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/03/funkstadt-nauen-1-300x226.jpg" alt="funkstadt nauen" class="wp-image-263" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/03/funkstadt-nauen-1-300x226.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/03/funkstadt-nauen-1-358x270.jpg 358w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/03/funkstadt-nauen-1.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Neubau nach Muthesius</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">1918 ging die Station in den Besitz der Transradio AG für drahtlosen Überseeverkehr über. Die Gründung dieser AG erfolgte durch die Telefunkengesellschaft in Verbindung mit Siemens &amp; Halske und der AEG. Die feierliche Einweihung der Station in ihrer heutigen Gestalt erfolgte im Jahre 1920 in Gegenwart des Reichspräsidenten und von Vertretern der höchsten deutschen Reichsbehörden. Bei ihrer Gründung hatte die Transradio AG vom Reich eine dreißigjährige Konzession zur Wahrnehmung des gesamten deutschen Überseefunkverkehrs erhalten. Nach der Eröffnung hatte die Station eine große Anziehungskraft auf Fürsten, Industriegewaltige, Politiker und sonstige führende Personen des In- und Auslandes ausgeübt. Die jährliche Besucherzahl betrug ca. 7000 Personen. Von einem Abschluss des Ausbaues der Station konnte jedoch keine Rede sein. Wenig später musste, einem Erweiterungs- und Sicherungsbedürfnis entsprechend, ein Teil der Straße von Nauen nach Kremmen eingezogen und in einem großen Bogen um die Station verlegt werden. Später wurden dann Versuche gemacht, einen Teil der viele Kilometer weit sichtbaren, hohen Sendemasten, die Wahrzeichen der Station und der Stadt Nauen, durch kleinere Kurzwellensender-Masten zu ersetzen.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die Einführung des Kurzwellenbetriebes eröffnet neue ungeahnte Entwicklungsmöglichkeiten. Die Versuche haben gezeigt, dass auf ein und derselben Welle durch Überlagerung mit besonderen Frequenzen gleichzeitig auf einer größeren Anzahl von Telegraphenkanälen gearbeitet werden kann, dass die Kurzwellensender sich neben der Telegraphie auch für drahtlose Telefonie und Bildübertragung eignen und auf derselben Welle zur gleichen Zeit telegraphiert und telefoniert werden kann. Besonders im Bildfunk sind bedeutende Fortschritte erzielt. Durch einen Fernseher soll die Möglichkeit der Übertragung von Filmen und die Fernsichtbarkeit von Personen gegeben werden. Unwahrscheinlich musste damals jedem Laien die Vorstellung anmuten, dass er eines Tages in seiner Wohnung nicht nur die Musik einer Oper hören, sondern deren Künstler auch sehen kann. Wer aber wollte nach den Erfahrungen der damaligen Jahre auf diesem Gebiet noch behaupten, dass dieses unmöglich ist?</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Neben wesentlichen Fortschritten im Chiffrieren von Funktelegrammen und Funktelefongesprächen, wodurch Unberufene ausgeschaltet werden, konnte die Bildtelegrafie bereits neu eingeführt werden. Durch die letztere konnten Telegramme in fremdsprachigen Schriftzeichen dem Empfänger originalgetreu zugeleitet werden. Z. Bsp. war dadurch den Japanern, Chinesen und Ägyptern in Deutschland eine wesentliche Erleichterung im Verkehr mit ihrem Mutterland gegeben.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die Nauener Station verbesserte ihre Übertragungsgeschwindigkeit immer mehr und erreichte als bald eine Höchstgeschwindigkeit von 300 Worten in der Minute bei einer Sendung nach Amerika. Bei nur 10 Sendungen zur gleichen Zeit bedeutet das die unglaubliche Leistung von 3000 Worten in der Minute.</span></p>


<div class="wp-block-image size-medium wp-image-264">
<figure class="alignleft"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/03/funkstadt-nauen-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="224" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/03/funkstadt-nauen-2-300x224.jpg" alt="funkstadt nauen" class="wp-image-264" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/03/funkstadt-nauen-2-300x224.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/03/funkstadt-nauen-2-362x270.jpg 362w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2018/03/funkstadt-nauen-2.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption class="wp-element-caption">Maschinenhalle im Neubau</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Ein besonderer Verdienst der Nauener Großfunkstation und der Funktelegrafie überhaupt war die Verbilligung der Telegrammgebühren. Während früher das Telegrammwort nach Amerika 21,00 Reichsmark kostete, bei einer Mindestgebühr für zehn Worte, also 210,00 Reichsmark für ein Telegramm, kostete drahtlos dieses Wort dann nur noch 1,10 Reichsmark, und dieses trotz der auf allen Wirtschaftsgebieten eingetretenen Teuerung gegenüber den Verhältnissen vor dem Krieg. Für Pressetelegramme, tägliche Funkbriefe und Wochenendtelegramme werden zudem noch Ermäßigungen von 1/5 bis 1/2 der vollen Gebühr zugestanden. Außer dem Telegrammverkehr hatte die Nauener Funkstation noch die weitere wichtige Aufgabe der Verbreitung von Pressenachrichten, die in der Form eines Presserunddienstes täglich mehrere Male in deutscher, englischer und spanischer Sprache ausgesandt und zu gleicher Zeit von vielen Empfangsanlagen auf der ganzen Welt und von den Schiffen auf hoher See aufgenommen und weiterverbreitet werden konnte. Ebenso selbstverständlich wie der Flugzeuginsasse in jeder Höhe und Weite verbunden bleiben konnte, so nahm der Reisende eines Ozeanriesen seine Bordzeitung zur Hand und informierte sich über wichtige Ereignisse, die vielleicht erst eine Stunde vorher irgendwo in der Welt begeben hatten. Drahtlos gab der Reisende vom Schiff aus eine geschäftliche Anweisung, oder das Schiff konnte sich nun auch drahtlos bemerkbar machen wenn es in Not geraten war. Heute wäre das alles undenkbar dass Schiffe oder Flugzeuge ohne Funkverbindung ihren Dienst tätigen würden.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die Erledigung eines Privattelegramms nach Übersee gestaltete sich denkbar einfach. Der Absender gab sein Telegramm telefonisch oder schriftlich seinem Telegrafenamt. Von diesem erfolgte die Weitergabe an die Betriebszentrale beim Haupttelegrafenamt in Berlin. Mittels eigener Leitung wurde von diesem das Telegramm über Nauen „ferngetastet“. Die Funkstation in dem betreffenden Überseeland empfängt und drahtet an das dort zuständige Telegrafenamt zur Weiterleitung. Auf dem gleichen Wege erfolgte die Antwort, nur nicht über Nauen, sondern über Geltow bei Potsdam. Von Geltow ging alles auf eigener Leitung zur Zentrale nach Berlin, in der die Mehrzahl von den etwa 500 Angestellten der Transradio AG beschäftigt war. So ist wurde der Ring geschlossen. Die Zentrale in Berlin sendete und empfing, Nauen und Geltow waren ausführende Organe oder Durchgangsstationen. Später wurde in Beelitz eine weitere Empfangsstation errichtet worden. Eine Zweigbetriebszentrale bestand in Hamburg.</span></p>



<figure class="wp-block-embed alignright is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Der Urknall von Nauen | Historisches Nauen | Rundfunksendestelle" width="676" height="507" src="https://www.youtube.com/embed/_JVFPGQBRVc?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>
</div></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Für die Nauener bestand dabei das Kuriosum, dass sie sich indirekt an Berlin wenden mussten, um eine Sendung von Nauen aus zu veranlassen.</span><br>
<span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;"> Für die telefonische Verbindung waren zu dieser Zeit drei Linien im Betrieb, und zwar nach Brasilien, Argentinien, und Niederländisch-Indien. Diese Strecken von durchschnittlich 11.000 km wurden bei guter Verständigung spielend überwunden, und wurde von ihnen in steigendem Maße Gebrauch gemacht. Bei freier Leitung konnte eine Verbindung z. Bsp. nach Brasilien in einigen Minuten erfolgen. Sie wurde hergestellt wie jedes gewöhnliche Gespräch durch Anruf beim Postamt.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Mit Wirkung vom 1. Januar 1932 ab gingen dann die gesamten Anlagen der Transradio AG in den Besitz des Reiches, und zwar der Reichspost über.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die Leistung der Großfunkstelle Nauen betrug im Jahre 1919 nur 60.000 Worte und im Jahre 1929 bereits 19.000.000 Worte. Das war eine Tagesleistung von 50.000 Worten.</span></p>
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		<title>Zuckerfabrik Nauen &#8211; Weißes Gold aus Nauen</title>
		<link>https://nauen.eu/zuckerfabrik-nauen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 22 Jun 2017 04:36:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Empfohlen]]></category>
		<category><![CDATA[Nauen Ausführlich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 24. Oktober 1889 eröffnete in Nauen die damals größte und modernste Rübenrohzuckerfabrik Europas. Über ein Jahrhundert lang prägte sie das Stadtbild und bot zeitweise mehr als 1.000 Menschen Arbeit – bis zur Schließung 1993. Gegründet 1889 Geschlossen 1993 Status Industriedenkmal Die Zuckerfabrik Nauen stand für über 100 Jahre Zucker aus Nauen. Es war der [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">Am 24. Oktober 1889 eröffnete in Nauen die damals größte und modernste Rübenrohzuckerfabrik Europas. Über ein Jahrhundert lang prägte sie das Stadtbild und bot zeitweise mehr als 1.000 Menschen Arbeit – bis zur Schließung 1993.</p>
</blockquote>



<div class="wp-block-columns eckdaten is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex">
<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading">Gegründet</h4>



<p class="wp-block-paragraph">1889</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading">Geschlossen</h4>



<p class="wp-block-paragraph">1993</p>
</div>



<div class="wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow">
<h4 class="wp-block-heading">Status</h4>



<p class="wp-block-paragraph">Industriedenkmal</p>
</div>
</div>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die Zuckerfabrik Nauen stand für über 100 Jahre Zucker aus Nauen. Es war der 24. Oktober 1889 als in Nauen die zu der Zeit größte und modernste Rübenrohzuckerfabrik in Europa eröffnete. Über viele Jahre prägte die Zuckerfabrik das Stadtbild was auch an den vielen mit Zuckerrüben beladenen Transportmitteln lag. Zu seinen Spitzenzeiten waren bis zu 1000 Menschen in der Zuckerfabrik Nauen beschäftigt.</span></p>



<span id="more-1"></span>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-aktie.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="214" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-aktie-300x214.jpg" alt="zuckerfabrik nauen aktie" class="wp-image-87" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-aktie-300x214.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-aktie-1024x730.jpg 1024w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-aktie-768x548.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-aktie-379x270.jpg 379w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-aktie.jpg 1122w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Bereits 1882 dachte man aufgrund steigenden Zuckerrübenanbau über den Bau einer Zuckerfabrik nach, es dauerte dann noch bis 1888 bevor man mit dem Bau begann. Im Dezember 1888 wurde von Großbauern und örtlichen Industriellen mit einer Million Reichsmark Gründungskapital ausgestattet, eine Aktiengesellschaft gegründet.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Nötig wurde dieser Schritt auch da durch Wirtschaftsblockaden in Großbritannien die Zuckerlieferungen aus Übersee ausblieben. Deshalb begann man in Europa als Alternative immer mehr Zuckerrüben anzubauen. Die Zuckerfabrik erzeugte aus den Rüben Rohzucker welcher dann in Zuckerraffinerien zu Weißzucker verarbeitet wurde. Täglich wurden ca. 1500 Tonnen Zuckerüben verarbeitet.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Im Frühjahr 1893 wurde damit begonnen eine Eisenbahntrasse von Ketzin nach Nauen zu bauen um die Rüben leichter von den Feldern zur Fabrik zu bekommen. Ein halbes Jahr später im Oktober 1893 wurde der mit dem Güterverkehr von Ketzin nach Nauen begonnen.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Im ersten Produktionsjahr verarbeitete man ca. 31.000 Tonnen Zuckerrüben und wenn man bedenkt das Ende des 19. Jahrhunderts nur wenig Technik und sehr viel Körperkraft eingesetzt werden musste ist das eine sehr beachtliche Menge. Ein einfacher Angestellter musste sich mit 7 – 15 Pfennigen pro Stunde zufrieden geben. Das Kilo Zucker kostete im Laden dann 55 Pfennige.</span></p>



<h2 class="wp-block-heading has-large-font-size"> <span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Aufschwung durch Investition</span></h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-produktion.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="168" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-produktion-300x168.jpg" alt="zuckerfabrik nauen produktion" class="wp-image-89" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-produktion-300x168.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-produktion-768x430.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-produktion-482x270.jpg 482w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-produktion.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">1947 stellte man die komplette Produktion in der Zuckerfabrik Nauen komplett auf Weißzucker um. In den 50er und 60er Jahren wurde die Produktion auf 2000 Tonnen Zuckerrüben täglich erhöht. 5% des Zuckers der DDR kam aus Nauen, auch nach Westdeutschland und ins Ausland bis nach Indien wurde Zucker aus Nauen geliefert.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Kurz nach dem Mauerfall erwarb die Kölner Firma Pfeifer und Lange das Gelände der Zuckerfabrik in Nauen. Leider kam im Jahr 1992 das Aus für die Nauener Zuckerfabrik, nach 104 Jahren Zuckerproduktion wurde die Fabrik geschlossen.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">In der letzten Kampagne im Jahre 1992 wurden ca. 2450 Tonnen Zuckerrüben täglich in ca. 350 Tonnen Weißzucker verarbeitet.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Das Video zur Letzten Zuckerkampagne ►►► <a href="https://youtu.be/QbEgLy8Niik" target="_blank" rel="noopener">https://youtu.be/QbEgLy8Niik</a></span></p>



<h2 class="wp-block-heading"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong><u>Zuckerfabrik Nauen 100. Jubiläum &#8211; DDR Propagandaschrift:</u></strong></span><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"></span></h2>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="213" height="300" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-213x300.jpg" alt="zuckerfabrik nauen" class="wp-image-85" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-213x300.jpg 213w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-192x270.jpg 192w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen.jpg 569w" sizes="auto, (max-width: 213px) 100vw, 213px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>100 Jahre Zucker aus Nauen </strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Zu dem Jubiläum – 100 Jahre Zucker aus Nauen – gesellen sich im Jahre 1989 in unserer Kreisstadt noch zwei weitere wichtige Ereignisse: Wir begehen das 40jährige Bestehen unserer Republik und eröffnen aus diesem Anlass in einem rekonstruierten Ackerbürgergrundstück mit Fachwerkcharakter eine erste eigene Wirkungsstätte für das Museum unserer Kreisstadt.</span></p>



<h3 class="wp-block-heading has-regular-font-size"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die Geschichte der Zuckerfabrik Nauen bis 1945</span></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die Gründung von Zuckerfabriken, ursprünglich nur im Interesse von Junkern und anderen Rübenproduzenten liegend, wird im aufstrebenden Kapitalismus auch für den Industriellen und den Handelsunternehmer interessant.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die 1888 gegründete Aktiengesellschaft nimmt am 24.10.1889 in der Zuckerfabrik Nauen die Herstellung von Rohrzucker auf. Das Aktienkapital betrug damals 1.000.000 Reichsmark. Der Zuckerfabrik angeschlossen waren damals die Seegefelder Kraftfutterwerke, Seegefelder Sena-Werke, das Rittergut Neukammer, das Rittergut Bredow sowie 250 Arbeiter und Angestellte, während der Kampagne sogar 1000. In der ersten Kampagne wurden auf einer Anbaufläche von 964ha 31.000t Zuckerrüben produziert mit einem Zuckergehalt von 11,73%.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Neben den Vorstandsmitgliedern Weule und Troll tauchen im Gründungjahr und in den folgenden Jahren die Namen: </span></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">v. Bredow </span></li>



<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Bredow Stolze </span></li>



<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Neukammer Jordan</span></li>



<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Kuhhorst Strandes</span></li>



<li> <span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Zehringen v. Ribbeck</span></li>



<li> <span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Ribbeck Kraatz</span></li>



<li> <span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Nauen Hübener</span></li>



<li> N<span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">auen als Aufsichtsratsmitglieder auf.</span></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Neben diesen Repräsentanten des Vorstandes und des Aufsichtsrates teilt sich die Belegschaft in Arbeiter und Angestellte. Zu letzteren zählten lange Zeit auch die Mitarbeiter mit einer wissenschaftlichen Ausbildung. Man sprach früher auch von einem sogenannten „Zuckerbeamtentum“.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">In der Zeit bis zum ersten Weltkrieg „blüht“ die kapitalistische Entwicklung. Eine Erfindung löst die andere ab – die Fabriken versuchen, sich dem aktuellen Standard anzupassen.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Diesel baut 1898 seinen Motor – Herzfeld gründet in Berlin das Institut für Zuckerindustrie – Classen schreibt ein wichtiges Standardwerk, welches 15 in- und ausländische Auflagen erlebt – Stock entwickelt den ersten Motortragpflug.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die Arbeit in den Zuckerfabriken blieb trotzdem an den wesentlichen Stationen des technologischen Ablaufes schwer. Der Mechanisierungsgrad in den Transport- und Umschlags-Prozessen war gering entwickelt – manuelle Arbeit hatte den Vorrang. Das erforderte einen hohen Arbeitskräfteeinsatz während der Kampagne. Männer verdienten 15 Pfennige pro Stunde, Frauen bekamen gerademal 7 Pfennige. 1Kilogramm Zucker kostete im Laden damals 55 Pfennige.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">1905 kaufte der Vorstand der Zuckerfabrik Nauen die 1901 erbaute, wirtschaftlich schwächere Zuckerfabrik in Ketzin auf. Erst 1947 erfolgte die Trennung beider Werke. Damals zählte die Zuckerfabrik Nauen zu den modernsten und – durch den Zusammenschluss mit Ketzin – zu den reichsten Deutschlands.</span></p>



<h2 class="wp-block-heading has-small-font-size">Der Kampf um den Standort</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Der erste Weltkrieg ließ die Kontinuität auch in der Entwicklung der Produktivkräfte der Zuckerindustrie nicht mehr zu: Produktionen an Rüben und Zucker wurden eingeschränkt, Fabriken stillgelegt. Die Zuckerfabrik Nauen hält die Produktion mit Hilfe von Kriegsgefangenen, unter anderem aus Russland, aufrecht. Mitten im ersten Weltkrieg – 1916 – wird Harney Generaldirektor der Zuckerfabrik Nauen. Er wird über die Zeiten bis 1945 die Geschicke der Fabrik und des Verbandes der Zuckerfabriken in Deutschland entscheidend beeinflussen. Mit seiner Person sind kapitalistischer Produktionsaufschwung, Krisenhaftigkeit in Zeiten der Inflation und der Weltwirtschaftskrise und kapitalistische Ausbeutung in gleicher Weise verbunden. Er brachte die Mehrheit des Aktienkapitals in seinen Besitz.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Auf den ersten Weltkrieg folgt die Weimarer Republik. Die beibehaltenen kapitalistischen Produktionsverhältnisse bringen Not und Demütigung über die völlig abhängigen Lohnarbeiter – bei krisenbedingtem Produktionsrückgang – nicht selten Arbeitslosigkeit. Nur eins blieb nahezu unangetastet: die Dividende der Aktionäre.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Besonders in den Jahren der Inflation und der Weltwirtschaftskrise sind auch in der Zuckerfabrik Nauen Kampfhandlungen der Arbeiterklasse zu verzeichnen. Diese zielen auf Verbesserung der Lohnzahlungen. Streiks haben aber so gut wie keine Wirkung auf die Verbesserung der Lebensbedingungen. Zahlenmäßig schwach repräsentiert und politisch nicht geeignet erzielt die Arbeiterklasse kaum spürbare Erfolge.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Mit der Machtergreifung Hitlers wird die politische Arbeit der Arbeiterparteien verboten – alle Erscheinungsformen des Faschismus werden auch in der Zuckerfabrik Nauen wirksam.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Der Zweite Weltkrieg forderte das Leben vieler Produktionsarbeiter. Die Profite und Dividenden wurden unter der zur Parole erhobenen Aussage „Sicherung der Volksernährung“ garantiert, indem die Produktion durch den Einsatz von Kriegsgefangenen, besonders aus der Sowjetunion, aufrechterhalten wurde.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Das Ende des Zweiten Weltkrieges brachte auf dem Territorium der damaligen sowjetischen Besatzungszone die Voraussetzungen zur Übernahme der Macht durch die Arbeiterklasse. Das Erbe in der Zuckerfabrik Nauen: Repräsentativbauten der Unternehmer, unmoderne Produktionsanlagen, kaum vorhandene bzw. völlig unzureichende soziale und sanitäre Einrichtungen für die Arbeiter auf dem Gelände der Zuckerfabrik und in deren Wohnungen. Leiden in fast allen Familien der Zuckerwerker durch die Auswirkungen des Krieges. Antreten mussten alle: die Arbeiter, die ehemaligen „Zuckerbeamten“ im produktiven Bereich, die Angestellten und nicht zuletzt auch die Landarbeiter.</span></p>



<h3 class="wp-block-heading"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die Geschichte der Zuckerfabrik Nauen ab 1945</span></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die Zerschlagung des Hitlerfaschismus brachte Deutschland die Chance des antifaschistisch-demokratischen Neubeginns und den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaftsordnung. Zunächst galt es, die erste Kampagne nach dem Krieg vorzubereiten.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">In einem Punkt waren sich alle einig, die sich nach dem Krieg eindeutig zu antifaschistischen Positionen bekannt haben: Es darf nie wieder einen Krieg geben. Und: Wenn die Produktionsmittel Eigentum des Volkes werden, hat es das Volk selbst in der Hand, sich nach und nach selbst die längst notwendige Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen zu schaffen. Man wusste aber auch, dass man aus der im Volksmund so benannten „Quetsche“ nicht von heute auf morgen einen Betrieb schaffen konnte, in dem die manuelle schwere Arbeit durch Mechanisierung und Automatisierung weitgehend abgeschafft ist.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Der kapitalistische Generaldirektor Harney wurde enteignet – es wurde zunächst eine Treuhandgesellschaft gegründet, die wenig später in einen VEB umgewandelt wurde.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Harney – obwohl nie Mitglied in der NSDAP, wie ehemalige Arbeiter unter ihm zu berichten wissen – wollte seine konservativen Ansichten nie aufgeben. Er setzte sich bald in die westliche Besatzungszone ab.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Der Landrat Walter Fenz setzte im Einvernehmen mit den Genossen der sowjetischen Militäradministration den Ingenieur Hermann Eckert als Leiter ein. Ihm oblag die Aufgabe, mit den vielen, im Einzelnen nicht aufzuzählenden Aktivisten der ersten Stunde den Beitrag zur Sicherung der Ernährung mit zu garantieren.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Der letzte Betriebsrat unter Harney, Fritz Müller, wurde der erste Parteisekretär, an der Spitze einer zahlenmäßig kleinen Parteigruppe. Dennoch bildete sie das Zentrum der Arbeiterklasse in der Kreisstadt, den Kern der Ortsgruppen der beiden Arbeiterparteien, die 1946 im Saal der späteren HO-Gaststätte „Volksgarten“ mit anderen Genossen aus den Betrieben der Kreisstadt und des Kreises die Vereinigung der Arbeiterparteien vollzogen.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die Zuckerfabrik war damals neben den Privatbetrieben Rühle, Schmidt und Sohn, dem Sägewerk und Seifenhahn die Fabrik mit der größten Beschäftigungszahl. Von Werktätigen dieser Betriebe wurden die politischen Impulse auf das öffentliche Leben der Stadt weitergegeben.</span></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-aussenbereich.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="259" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-aussenbereich-300x259.jpg" alt="zuckerfabrik nauen aussenbereich" class="wp-image-90" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-aussenbereich-300x259.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-aussenbereich-768x663.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-aussenbereich-313x270.jpg 313w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-aussenbereich.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die erste Kampagne war besonders schwer. Die landwirtschaftliche Produktion konnte einen Zuwachs an produzierten Rüben noch nicht garantieren. Ein großer Teil der Produzenten sowohl in der Landwirtschaft als auch in der Zuckerfabrik waren Frauen, ältere männliche Arbeiter und Invaliden.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die Anregungen Walter Ulbrichts, der im Oktober 1945 in Nauen sprach und dabei auf die Notwendigkeit der gegenseitigen Hilfe der Bauern untereinander wie auch auf die erforderliche Unterstützung der Bauern durch die Arbeiterklasse hinwies, führten schnell zu einer Solidarität. Die führenden Kräfte der Partei der Arbeiterklasse, der Jugendorganisation, der Gewerkschaft waren in der vordersten Reihe der Aktivisten der ersten Stunde zu finden.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">In die Struktur der Zuckerfabrik gehörte immer noch ein beträchtlicher Teil an Landwirtschaft. Das ermöglichte eine bessere Versorgung der Werktätigen in der Betriebsküche als in anderen Betrieben. In diesen schweren Zeiten wurde daher in der Zuckerfabrik nicht so sehr nach der Höhe der Bezahlung gefragt.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die Neubauern, die durch Maßnahmen der demokratischen Bodenreform mit Land ausgestattet wurden, hatten es schwer, sich gegen die ehemalig privilegierten Mittelbauern, Ackerbürger und Aktionäre durchzusetzen.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die Partei der Arbeiterklasse führte diesen Klassenkampf an der Seite der Neubauern im Interesse der Durchsetzung der mit der demokratischen Bodenreform verbundenen Festlegungen konsequent und erfolgreich.</span></p>



<h2 class="wp-block-heading has-small-font-size">Aufstieg zur Großfabrik</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Ein erster Markstein in der Entwicklung der Zuckerfabrik war die Umstellung der Rohrzuckerfabrik auf die Produktion von Weißzucker im Jahre 1947 und die wirtschaftliche Trennung der Fabriken Ketzin und Nauen (Im Jahre 1964 wurde die Zuckerfabrik Ketzin zu einem Kraftfuttermischwerk umprofiliert.)</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Das Streben der erfahrenen Meister des Werkes war es, den volkseigenen Betrieb ständig so zu modernisieren, dass sich die Arbeitsbedingungen im Rahmen der Möglichkeiten zunehmend verbesserten. Das bezog sich auf alle Bereiche, besonders aber auf die, in welchen die manuelle Arbeit mit Zuckerrüben, Kohle, Kalksteinen, Zuckersäcken, Trockenschnitzeln und an solchen Anlagen, wie die Schlammpressen, Zentrifugen, Dampferzeugern u.a. noch überwog. Im neuen technischen Leiter und späteren Betriebsleiter Paul Lindner, einem ehemaligen Schiffsmaschinenschlosser, hatte sie nicht nur einen kompetenten Leiter, sondern auch einen guten Praktiker und Fachmann gefunden.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die Gründung der DDR als logische Folge auf die Bildung der BRD ist zugleich Abschluss einer Übergangsperiode. Die Übernahme der Macht durch die Arbeiter und Bauern aus den Händen der Sowjetarmee war auch für die Zuckerwerker Gelegenheit, ihren Beitrag zur Festigung der sozialistischen Produktionsverhältnisse zu planen und zu leisten, in der Stadt und im Bündnis mit den werktätigen Bauern auf dem Lande.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Zur Erfüllung der Bündnispflicht, die die Arbeiterklasse gegenüber den werktätigen Bauern schon mit dem entsprechenden Programm der KPD 1932 eingegangen war, gehörte auch, sich auf die gesellschaftlichen Bedingungen in der landwirtschaftlichen Produktion einzustellen. Den LPG´en und den werktätigen Bauern mussten verbesserte Vertragsbedingungen zur Rübenerfassung und -abnahme geschaffen werden.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">„Arbeiterklasse aufs Land“ – unter diesem Motto hatte die Zuckerfabrik Nauen die Patenschaft über die LPG Wernitz übernommen. Arbeiter der Zuckerfabrik sind nach Wernitz gegangen und haben vor der Kampagne in der Ernte geholfen. Bauern kamen in der Kampagne zur Fabrik. Zum Beispiel Willi Wrugel, damals Bürgermeister in Wernitz, war in den Kampagnen Heizer in der Zuckerfabrik. Schichttraktoristen der Zuckerfabrik wurden zu Hilfeleistungen in die MTS Zeestow geschickt.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die Bestrebungen, die Planwirtschaft unseres jungen Staates erfolgreich und kontinuierlich zu entwickeln, wurden durch die Einflüsse des Westberliner sogenannten „Ostbüros“ und ähnlicher Organisationen in dieser Zeit stark gefährdet. 1952 konnten in der Zuckerfabrik Nauen 2 Agenten des oben genannten Büros festgenommen werden.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die Steigerung der Produktion und Durchsetzung sozialistischer Produktionsverhältnisse konnte nur über eine allseitige Rationalisierung der Arbeit, das heißt im Wesentlichen über umfangreiche Rekonstruktionen und Investitionen erreicht werden. Der hohe Aufwand an Arbeitskräften in beiden Produktionszweigen, besonders in den Spitzenzeiten der landwirtschaftlichen Produktion und in der Rübenkampagne musste schrittweise verringert werden.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">An der Humboldt-Universität in Berlin nahm in dieser Zeit das Institut für Zuckertechnologie die Arbeit auf. Mit der Ausbildung von Fachkadern für die Zuckerindustrie und für die Forschung entstand ein wissenschaftlicher Vorlauf – eine notwendige Voraussetzung der planmäßigen Rationalisierung der Zuckerindustrie. Die Nähe des Standortes der Zuckerfabrik Nauen zur Humboldt-Universität Berlin führte zu einer engen Zusammenarbeit bei der praxisverbundenen Ausbildung von Studenten. Ganze Seminargruppen waren mit ihren Dozenten zu praktischen Versuchen in Nauen.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Besonders in der Zeit der Rekonstruktion der Fabrik hatten die Zuckerwerker nicht immer einfache Bedingungen. Das Tempo und die hohen Leistungen aller Beteiligten (einschließlich Fremdfirmen) sicherten auch in Nauen die Durchführung aller Rübenkampagnen. Die Rekonstruktionsmaßnahmen wurden immer zwischen den Kampagnen durchgeführt.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Unter Führung der Parteiorganisation und aller anderen gesellschaftlichen Kräfte des Betriebes und im engen Zusammenwirken zwischen Betriebsleitung und den Kollektiven wurde oft mit viel Risikobereitschaft rekonstruiert und produziert. Kampfbedingungen haben auch Kampfgeist und Überzeugungen geweckt. Die Feststellung „. . . wir brauchen ja den Zucker, jeder von uns braucht ihn“ oder „Die Ernährung der Bevölkerung muss gesichert werden“ waren auch nach Abschaffen der unnötig gewordenen Lebensmittelrationierung im Jahre 1958 eine wichtige politische Aufgabe, mit der sich die Zuckerwerker identifizierten. Das hatte eine besondere Bedeutung unter den verschärften Bedingungen des Klassenkampfes in einem Grenzkreis zu Westberlin.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Die Rekonstruktion, vollzogen in fast allen Produktionsbereichen der Zuckerherstellung einschließlich Kraftwerk, Kalkbrenn- und Löschanlage sowie der Transport-, Umschlags- und Lagerungsprozesse, vollzogen in einer Frühphase der sozialistischen Reproduktion, waren nicht nur von Erfolg gekrönt. Auch Rückschläge mussten hingenommen werden. Nicht alle Maßnahmen brachten sofort den gewünschten Erfolg. Viele Neuererideen waren gefragt und wurden kurzfristig in die Praxis umgesetzt. Unter Einbeziehung wissenschaftlicher Kader aus dem Forschungsinstitut des Industriezweiges wurden technologische Probleme gemeinsam gelöst.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Nach der Sicherung der Staatsgrenzen im Jahre 1961 war es besonders wichtig, den begonnenen Weg der schrittweisen Rekonstruktion des Betriebes konsequent fortzusetzen.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Jährlich werden mehrere Millionen Mark aufgewendet, um mit Hilfe von Investitionen und Rationalisierungsmaßnahmen den sozialistischen Reproduktionsprozess mit dem Ziel fortzusetzen, ständig die Steigerung bzw. die Sicherung der Produktionsergebnisse bei gleichzeitiger Einsparung von Arbeitskräften, besonders von Saisonarbeitern, zu gewährleisten.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Mit der ständigen Freisetzung von Arbeitskräften leistet die Zuckerfabrik einen Anteil an der Realisierung der Bündnisverpflichtung der Arbeiterklasse gegenüber der Klasse der werktätigen Bauern in der Landwirtschaft.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Der 8. Parteitag der SED im Jahre 1971 formulierte für eine entwickelte sozialistische Gesellschaft in unserer Republik als Hauptaufgabe die Herstellung der Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik. Die Werktätigen der Zuckerfabrik waren auf dem richtigen Wege: In Zusammenhang mit der betrieblichen Rekonstruktion verbesserten sie gleichzeitig ihre Arbeits- und Lebensbedingungen. Die soziale Betreuung der Werktätigen profilierte sich im Betrieb und im Territorium der Stadt Nauen. Die Zuckerwerker festigten auch die Verbundenheit mit ihrer Heimatstadt. Für den größten Wohnbezirk der Stadt wurde die Partnerschaft übernommen. Das Neubaugebiet in diesem Wohnbezirk verdankt der Zuckerfabrik nicht nur den Heizungskomfort.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Partnerschaftliche Beziehungen zu Einrichtungen der Volksbildung, des Gesundheitswesen, der Kultur und des Sportes, der Wohnungsbaugenossenschaften und zu gesellschaftlichen Gremien im Wohnbezirk waren dafür lebendiger Ausdruck.</span></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft"><a href="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-eingangstor.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="186" src="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-eingangstor-300x186.jpg" alt="zuckerfabrik nauen aussenbereich" class="wp-image-91" srcset="https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-eingangstor-300x186.jpg 300w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-eingangstor-768x476.jpg 768w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-eingangstor-435x270.jpg 435w, https://nauen.eu/wp-content/uploads/2017/06/zuckerfabrik-nauen-eingangstor.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Werktätige der Zuckerfabrik leisten seit 1963 engagiert und erfolgreich ihren wehrpolitischen Beitrag in den Kampfgruppen der Arbeiterklasse. Gemeinsam mit Kämpfern aus anderen Betrieben stellen sie sich der wichtigen Aufgabe für die Menschheit: Sicherung des Friedens und Schutz des geschaffenen Lebensniveaus. Der VEB Zuckerfabrik Nauen – von 43 Zuckerfabriken in der DDR die einzige im Bezirk Potsdam – realisiert fast 5% der Gesamtzuckerproduktion der Republik. Sie ist versorgungspflichtiger Betrieb für die Hauptstadt Berlin und den Bezirk Potsdam mit allen Zuckersortimenten, es wurde außerdem ins Ausland in den Westen und bis nach Indien exportiert. (Dafür erfolgten aus anderen Zuckerfabriken der DDR auch Zulieferungen.) Dieser hohen Verantwortung zur bedarfs- und qualitätsgerechten Versorgung stellen sich die Zuckerwerker auch weiterhin. Dafür leistet jeder Werktätige an seinem Arbeitsplatz entsprechend seiner Kenntnisse und Fähigkeiten seinen Beitrag.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Nach dem Fall der Mauer 1990 wurde das Gelände der Zuckerfabrik Nauen vom deutschen Zuckerhersteller Pfeifer und Lange aus Köln gekauft. Am 31. März 1993 kam nach 104 Jahren Zuckerproduktion in Nauen das Ende für die Zuckerfabrik Nauen.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Zeittafel ab 1945</strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Über wesentliche Maßnahmen zur Rationalisierung des Betriebes sowie zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1946/47 </strong>Technologische Umstellung von Rohrzucker auf Weißzucker. (Realisierung in Eigenleistung ohne Investitionen)</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1949 </strong>Lagerhalle für 8.000t Weißzucker in Säcken. (demontierte Stahlkonstruktion vom ehemaligen Luftschiffhafen Staaken)</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1950 </strong>Kesselhaus mit einem Dampferzeuger. (7t/h Dampf bei einem Druck 14kp/cm²)</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1955/57 </strong>Industriekraftwerk mit 2 Dampf- und 2 Stromerzeugern mit Leistungen von Insgesamt 64 t/h und 4 MWh</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1956 </strong>Aufstockung des Produktionsgebäudes Vorderbetrieb mit Dacherneuerung in Vorbereitung auf die Rekonstruktion der technologischen Ausrüstung</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1959/60 </strong>BMA-Extraktionsturm und Extraktreinigungsanlagen</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1960 </strong>Werkstattgebäude mit Elektrowerkstatt, Schlosserei, Dreherei, Schmiede, Kupferschmiede, Tischlerei, Schweißraum und Gießerei. In der 1. Etage dieses Gebäudes entstanden Sozialräume (Aufenthalts- und Umkleideräume, Wasch- und Duschräume und Toiletten) für 200 Werktätige in der Produktion.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1960 </strong>Umgestaltung eines ehemaligen Kalkofengebäudes und Ausbau von Albor- undBüroräumen sowie einer Betriebssanitätsstelle</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1960 </strong>Rekonstruktion des Filterturmgebäudes</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1961 </strong>Rundklärbeckenanlage für die Aufbereitung des Rübenschwemm- und Waschwassers. (getrennte Abscheidung von Sand- und Humusboden aus der Rübenerde)</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1961/62 </strong>Neubau eines Produktionsgebäudes für die Weißzuckeraufbereitung. (Trocknung, Kühlung, Absiebung und Absackung)</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1962 </strong>Rekonstruktionsmaßnahmen im Zuckerhaus</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1964 </strong>Bau von 14 Betriebseigene Wohnungen, Kompressorengebäude und Schwemmwasserpumpenhaus</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1965 </strong>Bau einer Schwefeldioxid-Anlage, zwei Bungalows in Neuglobsow, Ortsteil Dagow für die Verbesserung der Urlaubsbedingungen. (zwei weitere Bungalows wurden 1968 errichtet)</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1966 </strong>Gebäude und Ausrüstung für die Puderzuckerproduktion</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1967 </strong>Extraktionsanlage für die Abwasseraufbereitung. Werkstattgebäude für die Reparatur mobiler Technik</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1968 </strong>Produktionsgebäude für eine 1kg-Weißzuckerabpackanlage einschließlich Versandlager für die Fertigungserzeugnisse mit einer Kapazität von 1.000 t Kleinpackungen auf Paletten</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1970 </strong>Feuerlöschteich mit Löschwasserversorgung über eigenen Tiefbrunnen, Sozialgebäude mit Kultursaal für 280 Sitzplätze und Betriebsküche, Mehrzweckraum im Keller des Gebäudes mit 40 Sitzplätzen.</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1971 </strong>Straßenfahrzeugwaage mit 2 Doppelverbundwaagen</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1972 </strong>Rübenprobeanlage zur Bestimmung von Schmutzbesatz und Zuckergehalt</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1974 </strong>Zuckersilo für 10.000t Weißzucker, Rübenlagerplatz mit einer Kapazität von 40.000t auf dem Gelände des Betriebes. (weitere Lagerplätze mit einer Gesamtkapazität von 40.000t wurden in den Folgejahren in Pritzwalk, Kyritz, Jüterbog und Dahme errichtet.)</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Durch die Erweiterung des Lagerplatzes in Nauen beträgt die Gesamtkapazität im Jahre 1989 etwa 90.000t Zuckerrüben</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1975 </strong>Gleis zum Rübenlagerplatz</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1976 </strong>Umgestaltung eines ehemaligen Wohnhauses zu einer Wohnunterkunft für Saison-Arbeitskräfte mit einer Kapazität von 60 Betten. Bau einer Niederdruckfilterstation mit Programmsteuerung</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1978 </strong>Vollautomatische Abpackanlage Typ „Hesser“ für die Abpackung von Weißzucker in 1kg-Packungen. Bau einer Kalkbrenn- und Löschanlage sowie einer Zentrifugenstation mit 4x 1.000-kg-Zentrifugen</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1979 </strong>Stahlleichtbauhalle für die Unterstellung mobiler Technik</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1981 </strong>Zuckerkochstation für A-Produkt. (50t-Kochapparate mit Rührwerk) Aufstockung des Zuckerhauses mit Dacherneuerung. Umgestaltung einer ehemaligen Straßenfahrzeugwaage zu einem Pförtnerhaus kombiniert mit Zugang zum Betrieb</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1982 </strong>Rübenlabor. Büroräume für den Bereich Agronomie Umkleide- und Sozialräume für die Arbeitskräfte der Rübenannahme und Lagerung</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1982 </strong>Superkontizentrifuge für Nachprodukt</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1983 </strong>Wohnunterkunft aus Fertigteilen (Baracke) mit einer Kapazität von 30 Betten. Polnische Extraktionsanlage mit einer Kapazität von 2.000t Rüberverarbeitung/Tag und 2 polnische Turboschneidmaschinen. Salzsäurelager als Umweltschutzmaßnahme. Förderanlage für Kalksteine und Koks zur Beschickung der Vorratsbunker</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1984 </strong>Polnische Anlage zur Abscheidung und Trennung von Rübenbruchstücken aus dem Schwemm- und Waschwasser. Palettierroboter zur Befüllung von Gitterboxpaletten 1 kg-Weißzuckertüten</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1984/86 </strong>Extraktreinigungsverfahren mit 2facher Feststoffabtrennung</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1985 </strong>Zentrifugenstation für A-Produkt, bestehend aus 5x 1.000 kg-Zentrifugen</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1985 </strong>Schnitzelbandwaage für Nassschnitzel vom Vorderbetrieb zur Trocknung. Kesselhaus für die Wärmeversorgung außerhalb der Produktionszeiten (Sommerkesselhaus) mit 3 Dampferzeugern á 3,2t/h Dampferzeugung. Sozial- und Sanitärobjekt für den Hofmeisterbereich</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1986 </strong>Anbau von Umkleide- und Sanitärräumen am Kultursaal</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1987 </strong>Erneuerung der BMSR-Anlage für das Kraftwerk (Dampferzeuger und Turbinen). Ausbau einer betriebseigenen Wohnung</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1988/89 </strong>Erweiterung der Gleisanlage</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>1989 </strong>Sozial- und Sanitärgebäude für die Bereiche Bau und mobile Technik. Anbau am Magazin mit Sozial- und Sanitärräumen sowie Materialausgabe und Erweiterung der Lagerkapazität. Zentrale Warte für den Produktionsbereich Vorderbetrieb</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Nach 1945 fortlaufende Anschaffung zahlreicher Ausrüstungen der mobilen Technik: Diesellokomotiven, Krane, Traktoren, LKW, Gabelstapler, Hänger, Kleintransporter, Rübenstapelgeräte, Frontschaufellader und viele andere Ausrüstungen zur Rationalisierung des Transport-, Umschlags- und Lagerungsprozesse</span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Sozialmaßnahmen der Zuckerfabrik Nauen</strong></span></p>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Werktätigen, die in der volkseigenen Zuckerfabrik durchgeführt wurden.</span></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Neubau von 14 Wohnungen und Ausbau von 2 Wohnungen Verbesserung der Wohnbedingungen in den älteren Betriebswohnungen, besonders durch den Einbau von Bädern und den Anschluss an die Wärmeversorgung des Betriebes. An den Insgesamt 50 betriebseigenen Wohnungen werden regelmäßige Werterhaltungsmaßnahmen und Renovierungen durchgeführt. Die Mieten sind sehr niedrig. Sie liegen zwischen 30 und 40% gegenüber den ortsüblichen Mieten.</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Ständige Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen in den Produktionsgebäuden durch die Errichtung zentraler und dezentraler Aufenthalts- und Umkleideräume sowie Sanitärobjekte erhalten.</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Errichtung eines Kultur- und Speisesaales mit Betriebsküche für 280 Sitzplätze und mit Anbau für kleinere Brigade- und Familienfeiern sowie für betriebliche Beratungen</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Errichtung einer Kaffeeküche für die Pausenversorgung im Produktionsgebäude</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Durch Um- und Ausbau sowie durch Neubau wurden Unterkunftskapazitäten mit 80 Plätzen zur Unterbringung von Saison-Arbeitskräften geschaffen</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Einrichtung eines Betriebskindergartens mit 40 Plätzen</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Errichtung von 4 Bungalows als Ferienobjekt in der Gemeinde Neuglobsow, Kreis Gransee</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Jährliche Durchführung eines Kinderferienlagers</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Urlauberaustausch mit einer Partnerzuckerfabrik der CSSR</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Errichtung und Unterstützung eines Naherholungsobjektes in Ketzin</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Finanzielle und materielle Unterstützung der Eigenheimbauer des Betriebes</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Einrichtung einer eigenen Wäscherei mit Waschautomaten und Heißmangel</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Beteiligung bei der Errichtung eines Betriebsambulatoriums für Nauener Betriebe</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Bereitstellung von Betriebsgärten für Beschäftigte</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Unterstützung von betrieblichen Interessengemeinschaften zur Errichtung von insgesamt 60 Pkw-Garagen</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">In Verbindung mit Investitions- und Rationalisierungsmaßnahmen erfolgt eine ständige Verbesserung der Arbeitsbedingungen in allen Bereichen des Betriebes</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Auch im Betriebskollektivvertrag, der jährlich überarbeitet wird, sind zahlreiche Maßnahmen zu einer Unterstützung der Werktätigen festgelegt. Das betrifft z.B. Zuwendungen für die verschiedensten Anlässe, eine finanzielle Stimulierung der Betriebstreue, Unterstützung der Kollektive in der gesellschaftlichen, kulturellen und sportlichen Betätigung sowie bei der Freizeit- und Urlaubsgestaltung</span></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Volkskunst und Sport</strong></span></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Aufbau und jährliche Unterstützung eines Jugendblasorchesters</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Sportliche Betätigung in verschiedenen Sektionen der BSG „Empor Ost“</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Betriebsgruppe DAV (Angeln)</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Sportvergleiche mit anderen Zuckerfabriken und einer Pateneinheit der sowjetischen Armee</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Mitwirkung bei der Durchführung von Betriebsfestspielen und anderen Kulturveranstaltungen im Kulturraum des Betriebes</span></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;"><strong>Kommunale Beziehungen der Zuckerfabrik zur Stadt Nauen</strong></span></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Jährlicher Abschluss von Kommunalverträgen zur finanziellen und materiellen Unterstützung des Rates der Stadt Nauen zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bürger und zur Durchführung von kulturellen Veranstaltungen mit einem durchschnittlichen Wert von etwa 50.000 Mark.</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Wärmeversorgung für ein Neubaugebiet mit 320 Wohneinheiten, für eine Kinderkombination mit 250 Plätzen und für ein Betriebsambulatorium.</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Patenschaftsbeziehungen zu einem Wohnbezirk und einer Polytechnischen Oberschule in Nauen</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Mitwirkung beim Um- und Ausbau von KWV-Wohnungen für Werktätige der Zuckerfabrik</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Bereitstellung des Kulturraumes und der betriebseigenen Gaststätte für gesellschaftliche und kulturelle Veranstaltungen</span></li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><span style="font-size: 12pt; font-family: arial, helvetica, sans-serif;">Jährlicher Abschluss eines Kommunialvertrages mit dem Rat der Gemeinde Neuglobsow über 4.000 Mark für eine ständige Verbesserung der Urlaubsbedingungen (die Zuckerfabrik hat ein Urlaubsprojekt mit 4 Bungalows in Neuglobsow)</span></li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Verwandte Beiträge</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://nauen.eu/ueber-die-politische-und-wirtschaftliche-entwicklung-der-stadt-nauen/" type="post" id="644">Über die Wirtschaftliche Entwicklung Nauens</a></li>



<li><a href="https://nauen.eu/die-kleinbahnen/" type="post" id="864">Die Kleinbahn Nauen &#8211; Ketzin</a></li>



<li><a href="https://nauen.eu/diskothek-in-nauen/" type="post" id="232">Diskothek Zuckertüte</a></li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://nauen.eu/zuckerfabrik-nauen/">Zuckerfabrik Nauen &#8211; Weißes Gold aus Nauen</a> erschien zuerst auf <a href="https://nauen.eu">Funkstadt Nauen</a>.</p>
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